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24. Dezember 2009
Das Meisterstück steht heute noch im Fasskeller
Bernhard Schwörer feiert am Sonntag seinen 80. Geburtstag
KIPPENHEIM-SCHMIEHEIM (tw). Küfer hat Bernhard Schwörer schon als kleiner Junge werden wollen. Allerdings hat er eher daran gedacht, diesen Beruf bei einem der beiden Küfer in Seelbach zu lernen. Reben hat es schon damals nicht im Tal, aber nahezu jede Familie hat Most und gemacht und dafür Fässer gebraucht. Eine Lehrstelle hat er in Seelbach nicht gefunden, dafür eine in Schmieheim beim Küfermeister Wilhelm Häberle. Am 27. Dezember kann Bernhard Schwörer seinen 80. Geburtstag feiern.
Vielleicht war es ein Wink des Schicksals, dass er in seinem Heimatort – Bernhard Schwörers Elternhaus steht im Omersbach – keine Lehrstelle gefunden hat. Der Most war ein Auslaufmodell. Jedenfalls begann er seine Lehre in Schmieheim am 2. Januar 1949, seither wohnt er in Schmieheim. Über den Hasenberg ist er das erste halbe Jahr jeden Montagmorgen nach Schmieheim gelaufen und am Samstagnachmittag zurück. Bernhard Schwörer erinnert sich noch gut daran, wie mehr als einmal Wildschweinrotten aus dem Unterholz hervorkamen. Nach einem halben Jahr hatte er das Geld für ein Fahrrad verdient gehabt, später schaffte er sich ein Motorrad an.
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Bei Häberle lernte er nicht nur, wie man Fässer macht, sondern auch wie man Wein ausbaut. 1958 legte er die Meisterprüfung als Fass- und Weinküfermeister an der Bundesfachschule Reutlingen ab. Das Fass, das er als Meisterstück gebaut hat, liegt heute noch im Keller des Weinguts Schwörer. In ihm reift die Cuvée Fass Nr 1, ein Spätburgunder Rotwein.
In der Zwischenzeit hatte sich Bernhard Schwörer in die Tochter seines Lehrmeisters, Gertrud, verliebt. 1959 heirateten die beiden. In diesem Jahr konnte das Ehepaar das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Drei Töchter und einen Sohn hat das Ehepaar bekommen.
Die Küferwerkstatt des Schwiegervaters wurde dem jungen Handwerksmeister bald zu klein. Er kaufte im Ortskern einen Gutshof, der ursprünglich dem Schmieheimer Schlossherrn gehört hat. Das Anwesen ist auch heute noch der Betriebssitz des Weinguts Schwörer.
Bernhard Schwörer hat bereits ein Jahr nach dem Kauf mit dem Bau einer Küferwerkstatt begonnen und das Anwesen sukzessive nach seinen Bedürfnissen umgestaltet. Mit drei Gesellen hat er in den 1960er Jahren Weinfässer und Bottiche gebaut. Die Eichen für seine Weinfässer hat der Meister selbst ausgesucht. Gebirgseichen mussten es sein, weil das Holz im Gegensatz zu den Eichen in der Rheinebene langsamer wuchs, das Holz härter war. Das Holz wurde aufgesägt und musstet dann zwei bis drei Jahre trocknen. Für die Barriquefässer heute werden die schneller wachsenden Eichen aus der Ebene verwendet, da diese Fässer nicht so lange halten müssen wie früher. 1980 stellte Schwörer die Küferei ein. Edelstahltanks lösten die Holzfässer ab. Vor einigen Jahren hat Bernhard Schwörer nochmals sein Küferwerkzeug hervorgeholt und für seinen Enkel Florian ein Weinfass gebaut.
Über die Arbeit in Küferei und Weingut hinaus hat sich Bernhard Schwörer engagiert. Seit 58 Jahren singt er im Männergesangverein Schmieheim. Er war Pfarrgemeinderat in Kippenheim sowie zwei Amtsperioden Gemeinde- und Ortschaftsrat. Gefeiert wird am Sonntag am Kirchberg. Dort hat Bernhard Schwörer 1990 ein Haus als Altersruhesitz für sich und seine Frau gebaut, in der e es anders sein – besten Weinberglage Schmieheims.
Autor: tw
