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03. September 2010

Geduld ist das oberste Gebot

Zwölf junge Kippenheimer übten sich im Rahmen des Ferienprogramms unter der Anleitung von Claudia Ruf im Schnitzen.

  1. Geschick im Umgang mit dem Messer ist beim Schnitzen gefragt. Foto: heidi hoffmann

KIPPENHEIM. Die Mädchen und Jungs haben sich ganz wie Michel aus Lönneberga gefühlt. Unter Anleitung der Naturpädagogin Claudia Ruf und ihrer Tochter Lisa haben sich die Teilnehmer ab einem Alter von acht Jahren auf dem Spielplatz neben der Haselstaude im Schnitzen geübt. Sie haben aber nicht nur den richtigen Umgang mit Taschenmessern gelernt. Jeder Teilnehmer hat sich im Schnitzen von Gebrauchs- und Schmuckgegenständen versuchen dürfen.

Viele der jungen Schnitzer erzählten, dass sie sich bereits am Abend zuvor Gedanken darüber gemacht haben, was sie genau schnitzen wollten. Den Anfang des Programms auf der Haselstaude bildeten jedoch Kennenlernspiele. Die Gruppe war aufgeweckt und interessiert. Alle Teilnehmer kamen bestens miteinander aus, einige kannten sich auch schon aus der Schule. Im Wald suchten die Kinder zuerst mit Claudia Ruf taugliche Äste, aber auch Holz, das die Naturpädagogin mitgebracht hatte, durfte verwendet werden. Dann wurde gemeinsam an seinen Werken geschnitzt. Die Jungs fertigten überwiegend Holzmesser oder Speere, während sich die Mädchen der Gruppe für Holzschlüsselanhänger entschieden. Auch bereits von Claudia Ruf angefertigte Schnitzereien waren für die kleinen Künstler zum Nachmachen ausgelegt. Die zwölf Kinder hatten großen Spaß dabei und erklärten sich untereinander den Fortschritt ihrer Arbeiten.

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Die Kinder hatten ihre eigenen Taschenmesser dabei und waren somit bestens ausgestattet. Jedoch ist die Verletzungsgefahr nicht gering. "Gott sei Dank hatten wir nie etwas, dass über eine kleine Schnittverletzung hinaus ging. Die Kinder passen wirklich selbst gut auf", erklärt Claudia Ruf. Sie gab lediglich noch ein paar kleine Tipps zur Verbesserung der Technik. Jeder der Schnitzkünstler hatte genaue Vorstellungen, wie sein Werk am Ende aussehen soll.

Claudia Ruf arbeitet für den Verein "Flitzebogen" in Lahr. Sie hat nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin eine weitere Zusatzqualifikation an der Naturschule in Freiburg als Naturpädagogin erworben. Außerhalb des Ferienprogramms ist sie unter anderem mit ihrer Schnitzkunst beruflich im Waldkindergarten Lahr tätig.

Während einige der Kinder noch an ihrem Werk schnitzten, bereitete Claudia Ruf nebenbei schon wieder für die kleinen Teilnehmer Äste vor, damit sie auch diese bearbeiten konnten. "Wichtig ist, dass die Äste einigermaßen gerade sind und am Besten sollten sich auch keine Beulen von anderen Astausgängen darin befinden.", so Claudia Ruf. Wichtig beim Schnitzen sei auch, dass man sich dazu hinsetzt und um sich herum genügend Freiraum hat. Das macht das Arbeiten an den Ästen einfacher und sicherer. Geduld ist beim Schnitzen das allerhöchste Gebot. Wenn man zu schnell arbeitet und ungeduldig wird, kommt auch nichts dabei raus. Abschließend gab es ein gemütliches Beisammensein bei Spielen und einem kleinen "Lagerfeuer" in einer Feuerschale. Jeder der kleinen Nachwuchsschnitzer durfte hier sein eigenes Stockbrot machen.

Autor: Heidi Hoffmann