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30. Januar 2012

Halle: rappelvoll. Stimmung: bombig.

Zum 20. Mal hatten die Kippenheimer Moore-Bätscher zum Guggemusik-Defilee eingeladen / Motto: ganz in Weiß.

  1. Ganz schön schräg: Guggemusik aus Zell-Weierbach Foto: Decoux-Kone

KIPPENHEIM. Pumphosen, Schärpe und Turban ließen die Moore-Bätscher am Samstagabend im Schrank. Statt dessen waren die Guggemusiker ganz in weiß gekleidet. So lautete auch das Motto des Abends: Unter dem Stichwort "White Party" hatten sie ihre Besucher dazu ermuntert, zum Guggemusikfest weiß gekleidet in die Festhalle zu kommen. Anlass der Party war ein kleines Jubiläum, die Moore-Bätscher hatten zum 20. Mal zur großen Sause in die Festhalle eingeladen. Ihrem Ruf als Magnet und Stimmungsgaranten wurden sie einmal mehr gerecht. Die Festhalle war rappelvoll, die Stimmung ausgelassen.

Moderator Pascal Krämer erinnerte in seiner Begrüßung an das erste Moore-Bätscher-Fest vor 20 Jahren. Damals saßen die Musiker auf Stühlen, die Bühne war mit einem Rednerpult und Geranien geschmückt. Die altbackene Dekoration ist längst Geschichte, nun ist der Verein weit über die Region hinaus bekannt, Gäste von nah und fern reisen mit Vorliebe zu ihren Festen im Januar.

Zum Auftakt lassen sich die Gastgeber jedes Lahr etwas Neues einfallen. Diesmal war der Einstieg zum Intro nicht mit harten Gitarrenriffs gestaltet. Auf der Bühne standen die beiden DJs "Quicksand" von der Lahrer "Hausapotheke", einem Projekt von jungen DJs und Künstlern. Sie hatten für die Kippenheimer Gastgeber einen Elektrobeatsound zusammengemischt, dazu spielten zwei Schlagzeuger der Guggemusik live auf der Bühne. Klar, dass da auch die Lichteffekte nicht fehlen durften. Nach und nach kamen die Musiker auf die Bühne und heizten die Stimmung mit flott-schrägen Tönen an. Neu im Repertoire sind die beiden Songs "Ring of Fire" und "Zehn kleine Jägermeister", die Dirigent Christian Kalt mit den Musikern einstudiert hatte.

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Bis in den ganz späten Abend hinein wurde den Besuchern ein Programm mit Showtänzen und verschiedenen Guggemusiken geboten. Neun Vereine standen auf der Programmliste, neben Stammgästen und guten Freunden wie den Friesenheimer Driewili Stampfern – mit denen die Moore-Bätscher regelmäßig einmal im Jahr zusammen grillen – waren mit den beiden Guggemusikern "Thurgau-Wängscht" aus Oberkirch-Haslach und den "Bergstadtfetzern" aus St.Georgen neue Gesichter auf der Bühne auszumachen. Letzt genannte sind übrigens noch recht jung. Die Guggemusik entstand aus einem Fanfarenzug und der Not heraus. Weil dem Fanfarenzug die Mitglieder nach und nach wegblieben, verpassten sich die Musiker ein neues Kostüm und einen neuen Sound, womit sie hörbar großen Erfolg haben. Gäste waren am Samstagabend auch die "Sälle 15" aus Hardt.

Zur Guggemusik gab’s heiße Tänze auf der Bühne

Die weiteste Anfahrt hatten die Zenturios und gemeinen Soldaten von den "Bloosärsch" aus St. Georgen. Bemerkenswert an dieser "Gugge" wie man in der schwäbisch-alemannischen Fasnet sagt, ist nicht nur das Kostüm. Sie besteht seit 33 Jahren, Gründungsmitglieder sind immer noch als Aktive mit dabei und sie spielen ganz ohne Notenblätter. Die St. Georgener Sandalenträger waren zum dritten Mal mit dabei.

Schon öfter standen die Zell-Weierbacher "Schrottpaeperer" auf der Kippenheimer Bühne. Sie entstanden 1985 aus einer Ersatzband heraus. Die wurde zur Not nach Welschensteinach geschickt, weil der Fanfarenzug unabkömmlich war, aus der Not wurde dann eine Guggemusik.

Nicht nur schräge Töne, auch für das Auge war etwas geboten: Die jungen Frauen von der Mahlberger "Dance Surprise", den Kippenheimer "Schelmewinklern" und von der Narrenzunft Zell-Weierbach zeigten schwungvolle und mitreißende Showtänze. Zwischendurch gab es Musikeinlagen von der Band "On Air". Unten im Festhallenkeller sorgte DJ "Pommes" für Partystimmung. Übrigens: Nur die etwa die Hälfte der Gäste erschien ganz in Weiß, die meisten zogen doch das Piraten-, Vampir-, Wölfe-, Affen-, Fußballer- oder Frösche-Kostüm vor.

Autor: Irene Bär