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20. März 2013

Im Juze läuft’s wieder

Jugendbetreuerin Heike Dolenga berichtet im Gemeinderat / In Schmieheim gibt’s aber Probleme.

  1. Einladend sieht das Juze in Kippenheim nach den Verschönerungsarbeiten aus. Foto: heidi fössel

  2. Die Jugendleiterin Heike Dolenga Foto: s. decoux-kone

KIPPENHEIM. "Es läuft wunderbar", hat Heike Dolenga festgestellt, die Gemeinderäte haben’s erfreut registriert. Seit gut 100 Tagen ist Dolenga Jugendbetreuerin der Gemeinde Kippenheim und zuständig für die beiden Jugendzentren in Kippenheim und Schmieheim. "Es bewegt sich was, ich habe schon viel Positives gehört", kommentierte Bürgermeister Matthias Gutbrod den Bericht der Jugendbetreuerin in der Gemeinderatssitzung am Montagabend.

Das "wunderbar" bezog Heike Dolenga vor allem auf das Jugendzentrum in Kippenheim, in Schmieheim dagegen läuft es noch nicht so rund, wie sie es sich vorstellt. In Kippenheim kommen regelmäßig fünf bis sieben Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren, wenn das Juze dienstags und donnerstags von 16 bis 19 öffnet. "Manchmal sind es auch zehn", berichtet Heike Dolenga, die es gerne sehen würde, wenn auch Mädchen den Weg ins Jugendzentrum fänden. Obwohl sie sich noch immer in der Phase des "Vertrauenschaffens" befinde, habe sie bereits einiges bewegen können. Sicher nicht an letzter Stelle steht dabei, dass die Querelen mit den Nachbarn wegen Ruhestörung offensichtlich beigelegt worden sind.

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Im Juze hat sich ebenfalls das eine oder andere verändert. Gemeinsam wurden die Wände neu gestrichen. Ein Logo, fürs Juze entworfen, ziert nun eine Wand. Auch die Küche wurden gründlich geputzt. "Die Jugendlichen haben sehr viel Einsatz und Engagement gezeigt. Durch die gemeinsame Arbeit hat sich auch ein fester Stamm herausgebildet, auch wenn der eine oder andere abgesprungen ist", freut sich Heike Dolenga. Besonders positiv hat sie registriert, das Leute die Jugendlichen während ihrer Arbeitseinsätze mit Essen versorgt haben, dass auch immer mal Leute hereinschauen. "Das baut Schwellenängste ab. Ich habe auch schon Leute gefragt, ob sie nicht mal hereinkommen und sich die Räume anschauen wollen", erzählte Heike Dolenga.

So unproblematisch es offensichtlich in Kippenheim läuft, in Schmieheim ist es anders. "Es kommen Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren", sagt die Leiterin. Bei den Älteren hat sie eine große Unzufriedenheit ausgemacht. "Sie haben lange am Umbau mitgearbeitet, aber die Arbeiten sind immer noch nicht abgeschlossen. Die Heizung bleibt kalt, es gibt keinen Platz, um Geschirr oder Getränke zu lagern. Seit einem Einbruch gibt es auch keine Musikanlage mehr", zählt sie eine Reihe von Gründen dafür auf. Die älteren Juze-Besucher wollen indes nicht schon wieder arbeiten, zudem gibt es Probleme mit dem Einhalten von Regeln. "Sie wünschen sich längere Öffnungszeiten, das sie im Ort keine Perspektiven sehen", so Heike Dolenga, die aber hofft, dass diese Phase überwunden wird, dass die Motivation zurückkehrt und Projekte, beispielsweise ein Logo – analog zu Kippenheim – auch für das Juze in Schmieheim entwickelt werden kann.

Heike Dolenga, die auch im Gespräch mit Kollegen in anderen Orten und auf Seminaren Impulse für ihre Arbeite sammelt, plant zusammen mit den Jugendlichen die eine oder andere Aktion in den nächsten Wochen und Monaten. Gedacht ist beispielsweise an ein Kickerturnier, an Spieleabende, Themenabende oder auch an ein Engagement im sozialen Bereich. Vor allem aber liegt ihr am Herzen, dass die Jungen Kompetenz erwerben und Verantwortung übernehmen.

Autor: Theo Weber