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26. Oktober 2011

Ja zur Rathaussanierung

Neue Heizung und Lüftung, Bürgerbüro und Plattformlift / Kosten von gut 700 000 Euro.

  1. Das Erdgeschoss umgebaut und renoviert. Links von der Treppe wir der Plattformlift eingebaut, es schleißt sich das neue Bürgerbüro an. Foto: heidi fössel

KIPPENHEIM. Das Rathaus Kippenheim wird nächstes Jahr saniert. Der Einbau einer neuen Heizung, einer Kühlung im ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss, die Sanierung de Sockels, der Einbau eines Plattformlifts, der Umbau und die Renovierung des Erdgeschosses sind mit gut 700 000 Euro veranschlagt . An Zuschüssen erwartet die Gemeinde 51 Prozent der Gesamtkosten des Projekts, das im nächsten Jahr angegangen werden soll.

400 Jahre als ist das Kippenheimer Rathaus, nicht ganz so alt die Heizung. Aber ein halbes Jahrhundert haben die Nachtspeicheröfen bereits auf dem Buckel. Dass eine energetische Sanierung des Rathauses notwendig und eine Umgestaltung des Erdgeschosses zumindest wünschenswert wäre, ist seit Jahren unumstritten.

Klamme Kassen, dringend notwendige andere Aufgaben waren die eine Seite, die die Gemeinderäte ein ums andere Mal bewog, das Projekt aufzuschieben – zuletzt in der Haushaltsberatung am Jahresbeginn. Die andere Seite war das Wissen darum, dass das Projekt aus eigener Kraft nicht zu stemmen, ist, es also in der Laufzeit des Landessanierungsprogramms angegangen werden muss, um die notwendigen Zuschüsse zu erhalten.

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Seit etwa einem Jahr werden die Sanierungspläne nun verstärkt vorangetrieben. In der Gemeinderatssitzung am Montag stellte der Architekt Bernhard Herzog nun die Planung zur energetischen Sanierung des Rathauses nebst drei Varianten für die Neugestaltung des Erdgeschosses vor.

Anstatt mit Nachtspeicheröfen wird das Rathaus mit einer Gastherme beheizt: Die Kosten belaufen sich auf gut 200 000 Euro. Um Geld einzusparen, hat die Verwaltung vorgeschlagen, auf das Kühlsystem für das erste Obergeschoss, das Dachgeschoss und den Sitzungssaal (Kosten: knapp 50 000 Euro) zu verzichten und stattdessen Sonnenschutzfolien auf en Fenstern anzubringen. Die Mitarbeiter könnten mit dieser Lösung leben, sagte Bürgermeister Matthias Gutbrod dazu.

Dem widersprach Vera Schlenker (FWV) entschieden. Sie wies darauf hin, das es im Sommer besonders in der im Dachgeschoss untergebrachten Kasse extrem heiß werde, da müsse was geschehen. Angesichts dessen, dass "wir hier für die nächsten 30 bis 40 Jahre etwas machen" und angesichts von 650 Euro laufende Kosten für die Lüftungsanlage im Jahr forderte sie, etwas Vernünftiges zu machen. Schlenker fand Unterstützung bei Annerose Mattmüller (CDU), die sich ebenfalls dafür aussprach, etwas richtiges zu machen. Und Bernhard Singler ergänzte, ein Lüftungssystem sei heute Standard.

Verlegung des Sitzungssaal für die Gemeinderäte kein Thema

Mattmüller wollte wissen, ob es nicht möglich sei, die Kasse aus dem Dachgeschoss nach unten zu verlegen, damit sie besonders für ältere Leute bequemer erreichbar sei. Als Alternative biete sich nur der Sitzungssaal im zweiten Obergeschoss an, das nach der Sanierung mit dem Plattformlift erreichbar sei. Dies hätte nach den Worten Gutbrods aber zur Folge, dass der Sitzungssaal ins Erdgeschoss verlegt werden müsste. Theoretisch sei das machbar, es werde jedoch sehr eng, für Zuhörer sei dann kaum noch Platz, machte der Bürgermeister deutlich, das er diese Lösung nicht gut findet. So sahen es auch die Gemeinderäte und der Planer, der sich mit dem Gedanken, den repräsentativen Sitzungssaal aufzugeben nicht anfreunden konnte.

Damit hatte sich auch eine Variante für die Umgestaltung des Erdgeschosses erledigt. Schnell vom Tisch war auch die Variante, die lediglich eine Erneuerung der Decke, des Bodens und der Wände vorsieht.

Einstimmig billigten die Gemeinderäte die Variante, die die Schaffung von zwei Mitarbeiterplätzen und eine Bürgerbüros vorsieht. Das Hauptamt wird nach dem Umbau in Erdgeschoss verlegt. Dort wird zudem ein Behinderten-WC eingebaut. Da für ein Lift im Rathaus selbst der Platz fehlt und deshalb ein teurer Anbau (Kosten: um die 200 000 Euro) nötig würde, schlug Herzog ein Plattformlift (Kosten: 75 000 Euro) vor. Er soll beim Hintereingang eingebaut werden und ins zweite Obergeschoss führen. Der Sitzungssaal werde so auch für Rollstuhlfahrer erreichbar. Der Umbau Umbau und der Renovierung des Erdgeschosses kostet in der beschlossenen Variante 133 000 Euro, dazu kommen 31 000 Euro für das Behinderten-WC und die 75 000 Euro für den Plattformlift und weitere 6000 Euro im Bereich Bürgerbüro, zusammen also rund 240 000 Euro. Mit dem Außenlift hätte dieser Abschnitt 370 000 Euro gekostet.

Schließlich sprach sich der Gemeinderat dafür aus, am Socke nur den Putz zusanieren (Kosten: 26 000 Euro) und auf den Einbau einer mehr als doppelt so teuren Horizontalsperre zu verzichten, zumal Fachleute die Chance, dass sie auch tatsächlich wirkt, auf maximal 40 Prozent schätzen.

In den Haushaltsberatungen muss der Gemeinderat nun die Eigenmittel, die bei gut 350 000 Euro liegen, bereitstellen. Die Bauzeit werde nach den Worten des Bürgermeister drei Monate betragen, was Bernhard Herzog zur Replik veranlasste: "Der Bürgermeister sagt die Monate."

Autor: Theo Weber