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20. Juli 2011
Aus für den Ortschaftsrat
KOMMENTAR: Pflänzchen muss wachsen
Mag auch noch so viel dafür sprechen. Zu sagen, wir schaffen uns selbst ab, dazu gehört eine Menge Mut. Deshalb Hut ab vor der Entscheidung der Schmieheimer Ortschaftsräte und ihrer einstimmigen Empfehlung an den Gemeinderat, die Hauptsatzung zu ändern. Nirgends reagiert der Mensch empfindlicher, ablehnender, als wenn er Gewohntes aufgeben, sich auf Neues einstellen muss. So ist es nicht nur verständlich, sondern auch folgerichtig, dass sich Schmieheimer für den Erhalt des Ortschaftsrats stark gemacht haben. Es gibt zweifellos genügend und auch gute Argumente für die Beibehaltung des Ortschaftsrats und des Ortsvorstehers. Für die Ortschaftsräte sind indes die Argumente stichhaltiger, die für neue Wege in der Zusammenarbeit der beiden Ortsteile sprechen. Dass sie mit ihrer Empfehlung – Entscheidungen darf ein Ortschaftsrat nun mal nicht treffen – das verwirklichen, was die Väter der Gemeindereform als Ziel gesehen haben, das Zusammenwachsen der neu gebildeten Gemeinden, ist im Moment wirklich von untergeordneter Bedeutung. Wichtig ist, es werden Strukturen aufgebrochen, die sich im Lauf der Jahrzehnte verfestigt, verkrustet und dadurch das Blickfeld eher eingeengt denn erweitert haben. Und – was durchaus normal ist – im Lauf der Zeit auch zu Ressentiments und Spannungen geführt haben. Die Empfehlung des Ortschaftsrats kann, wenn der Gemeinderat sie umsetzt, das Signal sein, das alles hinter sich zu lassen, neue Wege zu suchen und zu gehen. Eines ist sicher, nicht nur die Schmieheimer und Kippenheimer, sondern auch andere Gemeinden werden mit Argusaugen darauf schauen, wie das Pflänzchen sich entwickelt. Drei Jahre hat es dafür Zeit. Dann muss es es so kräftig sein, dass es dem Alltag Stand hält. Eine Herausforderung für die Gärtner. Aber auch eine reizvolle Aufgabe. Schließlich können sie sich auf neuen Pfaden auf die Suche nach dem Besten für die Stadt machen.
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Autor: Theo Weber
