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18. März 2011 17:53 Uhr

Rüdiger van der Vliet schließt Vertrag mit Gemeinde

Privater Betreiber für das Kippenheimer Schwimmbad

Rüdiger van der Vliet wird mit seiner Sport- und Freizeitmanagement GmbH aus March künftig das Kippenheimer Schwimmbad betreiben. Ei n entsprechender Vertrag wurde mit der Gemeinde geschlossen.

  1. Rüdiger van der Vliet (links) und Christopher Kunz Foto: Heidi Foessel

  2. Das Kippenheimer Schwimmbad wird künftig nicht mehr von der Gemeinde betrieben. Foto: Heidi Foessel

KIPPENHEIM. Am Mittwoch hat Rüdiger van der Vliet sein Konzept den Gemeinderäten vorgestellt und wurde von ihnen einstimmig gutgeheißen, bereits gestern Nachmittag sind die Verträge unterschrieben worden. Der Inhalt: Vom 1. April an betreibt die Sport- und Freizeitmanagement GmbH aus March das Kippenheimer Schwimmbad. "Ein Glücksfall für die Gemeinde", hat Bürgermeister Matthias Gutbrod die Vereinbarung kommentiert, mit der die Gemeinde etwa 15 Prozent des jährlichen Betriebskostenzuschusses einsparen kann.

Als ein wichtiges, wenn nicht gar das wichtigste Freizeitangebot Kippenheims bezeichnete Gutbrod das Schwimmbad. Eines, das allerdings auch jedes Jahr Diskussionen in den Haushaltsberatungen auslöst wegen des Defizits, das nach den Worten des Bürgermeisters in den beiden zurückliegenden Jahren jeweils bei 164 000 Euro gelegen hat. Das ohne Abschreibungen und innere Verrechnungen, dafür aber mit einem jährlich steigenden und kaum noch zu bewältigenden organisatorischen Aufwand. Gutbrods Feststellung "Wir haben von Jahr zu Jahr gedacht und nie an eine langfristige und damit solide Lösung" bestätigten langjährige Gemeinderäte.

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Nachdem zwei der drei Mitarbeiter im Schwimmbad zum Jahresbeginn gekündigt haben und auf die Ausschreibung der Stellen sich niemand gemeldet hat, habe, so Gutbrod, im 90. Jahr des Bestehens des Schwimmbads wegen des fehlenden Personals gar die Schließung gedroht. Die Vereinbarung mit der Sport- und Freizeitmanagement GmbH, die seit zwölf Jahren Schwimmbäder betreibt – das Kippenheimer ist das achte – nannte der Bürgermeister einen Glücksfall für die Gemeinde. Das Defizit werde um etwa 15 Prozent reduziert, das sei auf lange Sicht gesichert. Die Gemeinde bleibt Eigentümer des Bads und hat ein Mitspracherecht, beispielsweise bei der Gestaltung der Eintrittspreise und bei Investitionen. Verwaltung und Bauhof werden entlastet. Rüdiger van der Vliet bezifferte die zu erwartenden Einsparungen der Gemeinde bei der inneren Verrechnung aufgrund der Erfahrungen bei anderen Bädern auf 80 Prozent.

Die Nähe von Bad und Sportpark, den van der Vliet – zusammen mit Christoph Kunz, Geschäftsführer der Sport- und Freizeitmanagement GmbH – ebenfalls betreibt, habe ihn bereits mehrfach veranlasst nachzufragen. Die Zeit sei jedoch noch nicht reif gewesen. Umso mehr freue er sich, dass es nun mit einer Zusammenarbeit klappt. Er stellte sein Unternehmen vor, das unter anderem seit 1999 Schwimmbäder betreibt und dazu in den Bereichen Fitness, Wellness und Bauen seine Tätigkeitsfelder hat.

Als einen der großen Vorteile seines Unternehmens nannte er die Flexibilität. Mit 15 Fachangestellten für das Bäderwesen und 30 bis 40 zertifizierten Rettungsschwimmern sei es möglich, rasch auf jede Situation zu reagieren. Es sei beispielsweise möglich, auch bei schlechtem Wetter eine tägliche Kernöffnungszeit von 9 bis 11 und von 17 bis 19 Uhr zu garantieren. Van der Vliet wies allerdings darauf hin, dass das nach den Erfahrungen in den anderen Bädern an höchstens 20 Tagen in der Saison der Fall sei.

Es sei auch möglich, ein attraktives Angebot zu bieten mit Mitarbeitern der Sportparks, da dort 70 bis 80 Prozent in den Wintermonaten abläuft. Aquafitness, Volleyballturniere, Ferienprogramme für Kinder, besondere Events mit Puppentheatern und dem Steinwasenpark wie in den anderen Schwimmbädern kündigte er an. Van der Vliets Unternehmen wird auch den Kiosk im Schwimmbad betreiben und 10 000 bis 15 000 Euro investieren .

Die von der Sport- und Freizeitmanagement betriebenen Bäder öffnen am 24. April. In Kippenheim wird es dafür allerdings nicht reichen. Als Öffnungstermin ist der 8. Mai angepeilt. Allein das Einlasssystem, das auf Chipkarten umgestellt wird, kann his dahin nicht geliefert werden. Die Eintrittspreise bleiben wie bisher. Darüber hinaus besteht künftig die Möglichkeit, eine Kombikarte zu erwerben, mit der alle Bäder des neuen Betreibers, der auch anstelle der Gemeinde den Dauerkartenverkauf übernimmt, besucht werden können.

Die Sprecherinnen der Gemeinderatsfraktionen, Vera Schlenker (FWV), Carola Richter (CDU) und Irene Preschle (SPD), sahen in der Zusammenarbeit mit dem neuen Betreiber eine große Chance, die Zukunft des Kippenheimer Schwimmbads zu sichern.

Autor: tw