Wandernd durchs Naturdenkmal

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 07. September 2018

Ettenheim

Geführte Tour durch den Hohlweg am Kahlenberg und weitere Aktionen zum Tag des Denkmals am kommenden Sonntag.

SÜDLICHE ORTENAU (BZ/fi). Entdecken, was uns verbindet – so lautet in diesem Jahr das Motto zum Tag des offenen Denkmals am 9. September. Bundesweit öffnen historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen zu Streifzügen in die Vergangenheit. Ziel des Tags des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Zu den Denkmälern zählen auch Naturdenkmäler.

Ettenheim
Passend zum Motto bietet die Stadt Ettenheim am Sonntag eine Hohlwegwanderung mit Thomas Ullrich an. Hohlwege sind eine spannende Erscheinung in den Lössgebieten der Vorbergzone und Richtung Schwarzwaldrand, die sich meist zwischen den in der Landschaft eingebetteten Ortschaften finden. Es sind alte Wege, die sich durch Benutzung des Menschen über Jahrhunderte in das lockere Lössgestein eingetieft haben. Einer der eindrucksvollsten Hohlwege in der Region ist mit einer Länge von knapp zwei Kilometern die Kahlenberggasse. Ihr Verlauf ist schon auf den frühesten historischen Karten vor 1000 Jahren erkennbar.

Treffpunkt für die Wanderung ist um 14 Uhr im Prinzengarten Ettenheim. Danach führt die Wanderung unter fachkundiger Führung von Thomas Ullrich über den Pfaffenbach, Finsterwäldele, Kahlenberghohlgasse und zurück über die Weilerberghohlgasse in die Innenstadt.

Am Sonntag ist auch die Ausstellung der katholischen Pfarrgemeinde im Museum von 12 bis 15 Uhr geöffnet. Sie zeigt einen Überblick über 250 Jahre Grundsteinlegung St. Bartholomäus und St. Arbogast Wallburg.

Altdorf
Wie bereits zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur hält der neu gegründete "Förderverein ehemalige Synagoge heute Kunsthalle Altdorf" auch zum Tag des offenen Denkmals von 14 Uhr bis 18 Uhr die Pforten des ehemaligen Synagogengebäudes offen. Neben Erläuterungen zum Gebäude werden in einer Ausstellung die Lebensläufe ehemals jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus der Region – Inge Auerbacher (Kippenheim/New York), Eva Cohn-Mendelsson (Offenburg/London), Alice Dreifuß-Goldstein (Kenzingen/Rhode Island,USA, Richard Levi (Friesenheim/Ashford,GB), Kurt Maier (Kippenheim/Washington), Hedy Wachenheimer-Epstein (Kippenheim/St.Louis,USA) – vorgestellt. Kurt Maier, Inge Auerbacher und Eva Cohn-Mendelsson werden in diesem Herbst als Zeitzeugen zu Vorträgen und Gesprächen in Freiburg und in der Ortenau erwartet.

Ringsheim
Auch die Gemeinde Ringsheim wird am Sonntag Einblicke in die Johanneskapelle gewähren. Dort holte die Hebamme die "Kleinen Buben", heißt es in Ringsheim. Was hinter dieser Aussage steckt, kann bei einem Besuch in der Kapelle in der Zeit von 13 Uhr bis 18 Uhr in Erfahrung gebracht werden. Zur vollen Stunde gibt es kurze Führungen durch den zweiten Vorsitzende des Kulturkreises Ringsheim Peter Brodmann.

Mahlberg
Hartmut Müller hatte im Rahmen der 800-Jahr-Feier der Stadt Mahlberg im alten Feuerwehrgerätehaus eine Fotoausstellung mit historischen Aufnahmen und Fotos jüngeren Datums zur Stadt, ihren Menschen und ihrer Umgebung gezeigt. Diese Ausstellung wird am Tag des offenen Denkmals noch einmal zu sehen sein, der Ausstellungsraum von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Auch das Oberrheinische Tabakmuseum wird am bundesweiten Aktionstag teilnehmen und ist für Besucher von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Zudem wird an diesem Tag der Förderkreis Oberrheinisches Tabakmuseum das Museumscafé in der Fabrikantenvilla von 13 bis 17 Uhr öffnen und dort bewirten.

Kippenheim
Der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim bietet am Sonntag Führungen durch das ehemalige Synagogengebäude in der Poststraße an. Die 1852 erbaute Synagoge Kippenheim ist ein Zeugnis des im 19. Jahrhundert blühenden Landjudentums. Die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes als Synagoge lässt sich noch an der vorhandenen Architektur ablesen, ebenso die Schändung in der Zeit des Nationalsozialismus und die Nutzung als Warenlager nach dem Krieg. Ihr heutiger Zustand gibt auch Aufschluss über unseren Umgang mit dem jüdischen Erbe. Die Synagoge ist zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet, die Führungen finden um 14 Uhr und um 15 Uhr statt. Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei.