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10. Juli 2009

Warten auf die Bahn

Belastung durch die B 3 im Mittelpunkt beim Besuch von Alexander Bonde in Kippenheim.

  1. Die Belastung durch die B3 verdeutliche Matthias Gutbrod (rechts) MdB Alexander Bonde. Foto: heidi fössel

KIPPENHEIM. Der Zeitpunkt am Nachmittag ist gut gewählt gewesen. Hat Bürgermeister Matthias Gutbrod dem Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen, Alexander Bonde, das größte Problem vor Augen führen können. Die Belastung durch die B 3, mit der die Kippenheimer seit Jahrzehnten leben müssen , hat denn auch im Mittelpunkt beim Antrittsbesuch des Abgeordneten am Montagnachmittag beim neuen Bürgermeister im Kippenheimer Rathaus gestanden.

Etwa 22 000 Fahrzeuge auf der B 3 in Kippenheim teilten das Dorf in zwei Teile, der Verkehr behindere die Entwicklung Kippenheims, schilderte Gutbrod dem Abgeordneten die Situation. Schon in den 60er Jahren sei das Problem erkannt worden, sei die Forderung, die B 3 raus aus Kippenheim auf dem Tisch. Zuerst hätten sich Geschäftsleute, die um ihren Umsatz fürchteten, sich dagegen gewandt, seit den 70er Jahren werde immer stärker die Umgehung gefordert. Seit mehr als zehn Jahre heiße es nun, warten auf die Bahn. Die Gespräche, die er in seiner Amtszeit bislang geführt habe, hätten deutlich gemacht, dass vor einer Trassenentscheidung für das dritte und vierte Gleis in Sachen Umgehung nichts gehe.

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Gutbrod machte auch deutlich, warum sich Kippenheim für die bahnparallele Trasse ausspreche. Komme die Trasse an der Autobahn, bestehe an den alten Gleisen kein Anspruch auf Lärmschutz. Gutbrod und die Kippenheimer befürchten, dass nach einem Bau der neuen Gleise an der A 5 mehr Güterzüge auf den alten Gleisen fahren, die Lärmbelastung für die Kippenheimer noch zunehmen werde.

Bonde räumte ein, dass man vor Ort den Kippenheimer Standpunkt verstehen könne. Er machte indes aber keinen Hehl daraus, dass er für die autobahnparallele Trasse sei, weil weniger Menschen davon betroffen seien. Gutbrod und der Abgeordnete waren sich jedoch in einem einig, nämlich dass die Entscheidung im Interesse aller möglichst rasch fallen sollte. Bis es soweit ist, wolle die Kippenheim optische Verbesserungen und mehr Verkehrssicherheit zu erreichen, nannte Gutbrod dem Abgeordneten eine der Aufgaben in den nächsten Jahren.

Die Betreuung der unter Dreijährigen werde Gemeinderat und Verwaltung ebenfalls beschäftigen, wobei es das Ziel des Bürgermeisters ist, die geforderten Plätze nicht erst bis 2013 sondern bis 2011 zu schaffen. Er stellte auch das Sanierungsgebiet Bahnhofstraße und das neue Pflegezentrum und nannte den Bereich Festhalle und Festplatz ebenso als eine der große Aufgabe für die nächsten Jahre wie die energetische Sanierung des Rathauses.

Auf Nachfrage von Bonde nannte Gutbrod das Konjunkturprogramm für die Gemeinde Kippenheim passend. Die Sanierung des evangelischen Kindergartens habe ebenso angestanden wie die Erneuerung der Heizungsanlage in der Sporthalle. Nachdem sich Bonde vor dem Rathaus einen Eindruck von der Verkehrsbelastung auf der B 3 verschafft hatte, besuchte er die Schlossbrauerei in Schmieheim.

Autor: Theo Weber