Am Kurhaus kann bald gebaut werden

Markus Donner

Von Markus Donner

Sa, 08. April 2017

Kirchzarten

Erster Spatenstich für das neue Wohngebiet am westlichen Ortsrand von Kirchzarten / Erschließung dauert bis Jahresende.

KIRCHZARTEN. Die ersten Planansätze reichen bis in die 60er Jahre zurück. Jetzt ist es endlich soweit: Unweit des Kurhauses auf dem Freigelände zwischen Dr.-Gremmelsbacher-Straße und L 126 in Kirchzarten werden bald die ersten Häuser stehen. Am Freitag erfolgte mit dem ersten Spatenstich der Beginn der Erschließungarbeiten, die bis Jahresende abgeschlossen sein werden. Dann steht in Kirchzarten ein neues Baugebiet mit einer Bruttofläche von 47 000 Quadratmeter zur Verfügung.

Bürgermeister Andreas Hall griff gerne zum Spaten, flankiert von vielen weiteren Bauhelfern, die eng in das Großprojekt involviert sind. Vertreter der Kirche als Miteigentümerin des Geländes, Vermesser, Erschließungsträger, Bauunternehmer und Anwohner waren zu dem Zeremoniell gekommen, außerdem etliche Gemeinderäte. Weil zwei von ihnen am selben Tag Geburtstag feierten (Peter Meybrunn und Stefan Saumer), stimmte Franz Kromer als dienstältester Gemeinderat das obligatorische Gratulationslied an.

Bürgermeister Andreas Hall sprach von einem "lange herbeigesehnten Anlass". Ein langwieriger Planungsprozess liege hinter der Gemeinde, der in einen städtebaulichen Wettbewerb mündete. Der Gewinner, Architekt Andreas Schütt von der Lörracher Planungsgruppe Südwest, der vor drei Jahren unerwartet verstorben ist, könne die Umsetzung seiner Ideen nicht mehr miterleben. Er habe mit seinem Vorschlag, vier separate Wohnhöfe in Abzweigung von der Dr.-Gremmelsbacher-Straße anzulegen, große Zustimmung erhalten. Wie viele Menschen einmal in dem Neubaugebiet leben werden, vermöchte Hall noch nicht abzuschätzen, da es sehr variable Möglichkeiten zur Bebauung gebe. "Ein paar Hundert werden’s aber schon sein", sagte Hall.

Der Bürgermeister betonte, dass Kirchzarten kein Wachstum um jeden Preis anstrebe. Allerdings habe man schon jetzt "Freiburger Verhältnisse": hohe Nachfrage, geringes Angebot. Flächenbedarf versus Flächenverbrauch – auf dieser Gratwanderung befinde sich die Gemeinde mit ihrer Planung, die länger gedauert habe als gedacht. Dabei versprach er den Angrenzern der Dr.-Gremmelspacher-Straße, dass man dabei auch der Entwässerungsproblematik viel Aufmerksamkeit geschenkt habe: "Es wird keine Verschlechterung eintreten."

Matthias Weber, Geschäftsführer des Projektträgers Kommunalkonzept Freiburg, rechnet bis zum Jahresende mit dem Abschluss der 1,7 Millionen Euro teuren Erschließung. Dann stünden 31 000 Quadratmeter Bauland zur Verfügung. Wer bei der Grundstückszuteilung berücksichtigt werde, entscheide der Gemeinderat. Das dafür vorgeschaltete Interessensbekundungsverfahren für private Bauherren, Baugemeinschaften, Bauträger und Baugenossenschaften startet am heutigen Samstag im Internet. Aber: Der Druck sei "sehr hoch", weiß Matthias Weber aus Erfahrung.

Infos zum Bewerbungsverfahren: http://www.wohngebiet-am-kurhaus.de