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28. Januar 2012 14:15 Uhr

Versachlichung

Bike-Arena kommt auf "Runden Tisch"

Als Beitrag zur Versachlichung der Diskussion um die Bike-Arena lud der Gewerbeverein am Mittwochabend seine Mitglieder zum Informationsgespräch. Bei der Veranstaltung im Hotel Fortuna gingen die Projektinitiatoren auf den aktuellen Stand der Planung sowie eine angedachte alternative Streckenführung ein. Angekündigt wurde, dass sich künftig ein "Runder Tisch" dem Streitthema annehmen wird.

  1. Unverbindlicher Vorschlag zur Einrichtung der MTB-Strecke am Giersberg (gelb) mit Anbindung an das Sportstadion (links oben). Foto: SV Kirchazrten

Als Vertreter der Radsportabteilung des SV Kirchzarten nutzten Stefan Läufer und Sebastian Eckmann die ihnen gebotene Chance, erstmals öffentlich auf einen von Mitgliedern des Gemeinderates formulierten Fragenkatalog zu reagieren. Sie machten deutlich, dass eine von den Kritikern immer wieder geforderte Streckenverlagerung in Richtung Hexenhäusle wegen dann fehlender staatlicher Fördergelder und mangelnder Akzeptanz durch die Pedaltreter nicht in Frage komme.

Neu in die Überlegungen aufgenommen wurde eine leicht veränderte Streckenführung, die den äußerst sensiblen Bereich am Stationenweg komplett verschonen würde. Danach werden die Biker in einem großen Bogen um den Kreuzweg herum geleitet, bevor sie – entlang des Kinderspielplatzes – dem Ziel im Stadion entgegenstrampeln.

Aus der Stellungnahme geht weiter hervor, dass im Bereich des Giersbergs lediglich eine einzige Großveranstaltung im Jahr angedacht ist. In Frage komme dabei die Austragung von Weltmeisterschaften ebenso wie Rennen für den Welt- und Europacup oder Bundesligastarts der deutschen Bike-Elite. Wiederholt betonten die beiden SVK-Aktivisten, dass die unvermeidlichen Eingriffe in Natur und Landschaft "eher gering" ausfallen würden. Es sei weder daran gedacht, Schneisen in den Wald zu schlangen noch Flächen abzuholen. Keine der neu zu schaffenden Verbindungen würde versiegelt. Man gehe davon aus, dass die überwiegend neben den Fußgängerwegen entstehenden Trails eine Distanz von 2,5 Kilometern nicht überschreiten werden.

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Die Initiatoren betrachten es als eine Selbstverständlichkeit, dass sämtliche Streckenteile das ganze Jahr über für Jedermann kostenlos verfügbar sein werden. Eckmann prophezeite, dass die geplante Freizeitanlage zu einer deutlichen Attraktivitätssteigerung von Kirchzarten führen werde – und dadurch seinen guten Ruf als "dynamische und familienfreundliche Tourismusgemeinde" noch erheblich steigern kann. Erste Gespräche mit Funktionären vom Bund Deutscher Radfahrer, Sportbund, Olympiastützpunkt und Badischem Radsportverband seien erfolgreich verlaufen. Alle Seiten hätten zugesagt, sich auf Grundlage des vorliegenden Konzeptes an den Gesamtkosten von geschätzten 2,5 Millionen Euro zu beteiligen. Gerechnet werde mit staatlichen Fördermitteln in Höhe von 70 Prozent. Die restlichen Gelder müssten von Tourismus, beteiligten Gemeinden, Sponsoren und durch Eigenleistungen des Vereins aufgebracht werden. Als Träger komme entweder ein zu gründender Verein – ähnlich wie beim Nordic Center am Notschrei – oder die Gemeinde Kirchzarten in Frage. Die Topographie lasse es zu, dass die Strecke so in den bewaldeten Bereich und die angrenzende Wiesenlandschaft eingebunden werden kann, dass sie sich optisch kaum wahrnehmbar ins Gelände einfügt. Lediglich ein angedachter zusätzlicher Pfad – der auch für Kinderwagen und Rollatoren nutzbar wäre – und sich zur Kapelle hinauf schlängelt, könne geringfügig in den dortigen Landschaftsteil eingreifen.

Als Schritt in die richtige Richtung begrüßen die Initiatoren die Entscheidung von Verwaltung und Gemeinderat, an einem "Runden Tisch" bestehende Gegensätze auszuräumen. An der Arbeitsgruppe, die sich am 9. Februar erstmals trifft, nehmen der Sportverein, die dem Projekt kritisch gegenüberstehende Interessengemeinschaft Giersberg, Vertreter der Kirche, Gemeinderatsfraktionen und Verwaltung, Schwarzwaldverein sowie Forstsachverständige teil.

In der Aussprache wurde deutlich, dass die meisten Gewerbetreibenden dem Vorhaben tendenziell positiv gegenüber stehen. Die beiden Vorstandssprecher Rosi Ketterer und Dietmar Junginger gaben bekannt, dass man derzeit dabei sei, die Mitglieder nach ihrer Meinung über das "heißeste Eisen" der gegenwärtigen Kommunalpolitik zu befragen. Sobald das Ergebnis der Umfrage vorliegt, werde die Öffentlichkeit informiert.

Bestärkt in ihren ehrenamtlichen Bemühungen, Kirchzarten um eine nicht-kommerzielle Freizeiteinrichtung zu bereichern, wurden die SVK-Aktivisten von Johannes Ruf, Chef eines Edeka-Marktes in Kirchzarten und der Back-Arena in der Wiehre. "Zu Wort melden sich immer nur die negativen Stimmen. Das angestrebte Bürgerbegehren geht im Sinne der Befürworter einer Bike-Arena aus", meinte Ruf. Einige Diskussionsteilnehmer kritisierten den eher irreführenden als sinnstiftenden Begriff "Arena" als Bezeichnung für das Vorhaben. Arena klinge nach Beton, Lärm und Monument und passe nicht zu dem, was eigentlich geplant sei.

In seinem Schlussort wies Läufer darauf hin, dass man bereit sei, auch über Kompromisse zu reden. Überaus positiv wirke sich aus, dass man zeitlich von keiner Seite unter Druck gesetzt werde. "Alles ist im Fluss", so der ehrenamtliche Sportfunktionär.

Autor: Andreas Peikert