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30. Juli 2010
Der Schalter öffnet wieder
Am Bahnhof in Kirchzarten können künftig wieder Fahrkarten gekauft und Reisen gebucht werden.
KIRCHZARTEN. Nach drei Monaten öffnet am Sonntag, 1. August, der Fahrkartenschalter am Bahnhof Kirchzarten wieder. Thomas Binder, der bereits die DB-Agentur am Bahnhof Neustadt betreibt, hat nun auch den Schalter in Kirchzarten übernommen. Im Laufe des nächsten Jahres wird der Bahnhof komplett saniert und umgebaut.
Kaum hat Thomas Binder die Tür aufgeschlossen, steht der erste Kunde in der Türe – und das obwohl der neue Inhaber der DB-Agentur am Bahnhof in Kirchzarten noch gar nicht geöffnet hat. Thomas Binder kann vorerst nur mit Antworten zum Fahrplan weiterhelfen, erst ab Sonntag darf der SPD-Stadtrat aus Neustadt dann auch Fahrkarten verkaufen."Sie sehen, der Bedarf ist da", sagt Binder. Kein Wunder – schließlich war der Bahnhofsschalter rund drei Monate geschlossen, seitdem der bisherige Verkaufsagentur-Betreiber Insolvenz beantragen musste. Vor allem die älteren Kunden ziehen einen Fahrkartenkauf am Schalter jedoch einem Automaten oftmals vor und schätzen die persönliche Beratung eines Mitarbeiters. Gerade deshalb hat sich Thomas Binder entschlossen, nach dem DB-Schalter in Neustadt nun auch den in Kirchzarten zu übernehmen. "Im Bahnhof Kirchzarten steckt Potenzial", sagt Binder.
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Mit seiner Erfahrung, die er in den vergangenen sieben Jahren in Neustadt gesammelt hat, will der 46-Jährige den Kirchzartener Bahnhof nach Monaten des Stillstandes wieder auf Vordermann bringen. Der beurlaubte Beamte, der vor seiner Arbeit als selbstständiger Unternehmer fast 30 Jahre bei der Bahn arbeitete, hat "in Neustadt bereits Lehrgeld bezahlt", wie er selbst sagt, und sieht sich deshalb bestens gerüstet, um das Kirchzartener Projekt in Angriff zu nehmen. "Wenn man als Beamter den Weg in die Selbstständigkeit wagt, ist das am Anfang nicht immer einfach. Aber mittlerweile kenne ich mich auch mit dem Steuerwesen aus", sagt Binder.
Wagt man derzeit einen Blick in das alte Gebäude des Bahnhofs Kirchzarten, wird schnell deutlich, dass es viel für Binder zu tun gibt. Das Haus ist in einem sanierungsbedürftigen Zustand, weshalb der Unternehmer viele Veränderungen vornehmen muss. Im Laufe des nächsten Jahres werden die Wände der ehemaligen Gepäckannahmestelle eingerissen, es werden ein kleiner Personalraum und eine sanitäre Anlage für die Mitarbeiter angelegt und zwei neue Verkaufsstellen eingerichtet, die durch eine Verglasung transparenter und freundlicher auf die Kunden wirken sollen. Die bestehenden Verzierungen an der Wand bleiben jedoch bestehen, um den Charakter des alten Bahnhofs zu wahren. Sie werden lediglich ausgebessert und erhalten einen neuen Anstrich. Rund 80 000 Euro hat Binder für den Umbau kalkuliert.
Bis der Umbau beginnt, wird es jedoch noch einige Wochen dauern. Vorerst wird ein Übergangsschalter geöffnet sein, der für den Neustart in Kirchzarten neu eingerichtet und gestrichen wurde. Dieser bleibt solange bestehen, bis der Umbau im nächsten Jahr abgeschlossen sind.
In Neustadt hat Binder eine DB-Agentur auf die Beine gestellt, in der Kunden nicht nur Fahrkarten kaufen, sondern auch Städte- und Pauschalreisen buchen können. Ähnliches hat der Unternehmer nun für Kirchzarten geplant. Vor allem die Städtereisen sollen einen Schwerpunkt bilden. Wie in Neustadt auch, wird Binder die Angebote unterschiedlicher Veranstalter anbieten.
Hinter dem Schalter in Kirchzarten wird Stefan Uhl sitzen. Er und Thomas Binder kennen sich schon lange und Binder sagt: "Hätte Stefan nicht mitgemacht, hätte ich den DB-Schalter hier nicht übernommen." Zusätzlich sollen noch ein oder zwei Minijobber eingestellt werden, bisher hat Binder jedoch noch keine passenden gefunden.
Autor: Ines Fuchs


