Fasnacht

"Hansi" Strecker, "Karle" Beck und "Hens" Würmele für Engagement in Kirchzarten geehrt

Markus Donner

Von Markus Donner

Di, 13. Februar 2018

Kirchzarten

Ehre wem Ehre gebührt: In Kirchzarten gibt es aktive Narren in den jeweiligen Gruppierungen, die sich sozusagen zeitlebens für die Fasnet engagiert haben. Zu ihnen zählen Johann "Hansi" Strecker, Karlheinz "Karle" Beck und Wolfgang "Hens" Würmle. Das Trio wurde beim Brauchtumsabend der Höllenzunft im Kurhaus durch den Verband Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) geehrt.

Der Verbandsorden für "E halbs Lebe" setzt voraus, dass sich deren Träger schon mindestens 44 Jahre in den Dienst des alemannischen Fasnetbrauchtums gestellt haben. Nachdem kürzlich beim Jubiläum "60 Jahre Contra-Brüder" erst Franz Kromer und Peter Meybrunn für 50 Jahre und Karl Saier für 48 Jahre die Auszeichnung vom VON erhalten haben, war es nun Markus Schäfers von der Vogtei mittlerer und südlicher Breisgau vorbehalten, weitere drei Kirchzartener in den Stand der Ordensträger zu heben. Nur wenige könnten voller Stolz von sich behaupten, 44 Jahre (und mehr) der Fasnet gedient zu haben, ohne müde geworden zu sein.

Markus Schäfer, Oberzunftmeister der feurigen Salamander in Ebnet, ließ es sich nicht nehmen, trotz vieler anderweitiger Verpflichtungen zum Brauchtumsabend nach Kirchzarten zu kommen. "Seit Jahren ist die Fasnet in Kirchzarten ein wichtiger Bestandteil im närrischen Leben im Breisgau", würdigte der Verbandsvogt die Leistungen der Höllenzunft "Was ihr hier auf die Beine stellt, ist gewaltig. Hut ab für eine so tolle Leistung."

Johann "Hansi" Strecker
Einer, der seit Jahrzehnten der Fasnet immer wieder Impulse gegeben habe, ist Johann Strecker. Der "Hansi", wie er genannt wird, habe 1972 seinen schriftlichen Aufnahmeantrag bei den Brigitti-Matrosen gestellt und wie folgt begründet: "Schon in der Schulzeit fiel ich mit kreativen Streichen positiv auf. Als Jugendfußballer hatte ich schon immer Luft nach oben. Auch als Skifahrer und Biker mit anschließender Trainertätigkeit beweise ich meine Vereinsfähigkeit." Besonders habe er in seinem Antrag hervorgehoben, dass er bereits zweizeilige Verse reimen könne. "Da konnten die Matrosen ja nicht nein sagen", so Schäfers.

"Hansi" Strecker war drei Jahre Vizekapitän bei den Matrosen. Dann wurde er für zwei Jahre zum Elferrat der Höllenzunft abgeordnet. Bekannt für seine "spitze Zunge" stand der begnadete Büttenredner jahrelang mit seinem Partner Karle Beck auf der Bühne. Auftritte als Pfaff-Salesi, Gemeindearbeiter oder Bauaufsicht, um nur einige seiner Rollen zu erwähnen, hätten den Saal stets zum Kochen gebracht. Die Brauchtumsauftritte der Matrosen im Kurhaus trügen über Jahre hinweg Streckers gekonnte Handschrift. Bei den Umzügen sei "Hansi" per Megaphon stets an vorderster Front zu sehen.

Karlheinz "Karle" Beck
Eine ähnliche Biografie habe auch Karlheinz "Karle" Beck aufzuweisen, so Markus Schäfers. Er sei ebenfalls 1972 zu den Matrosen gestoßen, auch er ein talentierter Fußballer, Leichtathlet und Skifahrer. Dessen Begabung als Organisator und konditionsstarker Teamplayer hätten dazu beigetragen, dass es bei ihm "keine halben Sachen" gegeben habe. Mit seinen Ideen habe er zum Gelingen von Umzügen und Bühnenauftritten beigetragen. Mit viel Charme führe er bereits seit 27 Jahren durch das Programm bei den Brauchtumsabenden.

Wolfgang "Hens" Würmele
Auch Wolfgang "Hens" Würmele begann seine Fasnetskarriere 1972. Von 1995 bis 1998 und von 2001 bis 2007 übte er das Amt des Oberhexenmeisters aus. Nebenher war er von 1993 bis 2010 auch noch Oberzunftmeister der Höllenzunft Kirchzarten. Schäfers bescheinigte ihm, mit voller Leidenschaft dieses Amt ausgeübt zu haben. Eine "einmalige Ehrung" sei ihm zuteil geworden, als ihn alle Dreisamtäler Zünfte zum "EOZM" (Ehrenoberzunftmeister des Dreisamtals) ernannt hätten. "Hens" habe es verstanden, die Zünfte zusammenzuführen, auf seinen Vorschlag hin kommen sie zweimal jährlich zusammen, um die Fasnet im Dreisamtal zu besprechen und zu koordinieren. "Hens" komme mit jedem gut aus, "er kann mit Alt und Jung", lobte der VON-Vogt und gab noch einige Anekdoten preis, die sich mit dem Namen Würmele verbinden würden. "Man könnte einen Abend füllen mit Erlebnissen, sein Humor, Engagement und seine Hilfsbereitschaft sind überwältigend", sagte Markus Schäfers bei der Ordensverleihung unter dem Beifall der Besucher.

Alle drei Geehrten durften auch die Glückwünsche der gesamten Höllenzunft Kirchzarten entgegennehmen. Oberzunftmeister Hansjörg Schelb nahm die drei Vorzeigenarren in seine Arme und freute sich mit ihnen über die hohe Anerkennung ihrer langjährigen Arbeit für die Kirchzartener Fasnet, auf die man noch sehr gerne länger als "e halbs Lebe" zähle.