Fehlschuss

Jäger erlegt statt einer Wildsau versehentlich einen Wallach

Peter Disch

Von Peter Disch

Mo, 17. September 2012 um 16:36 Uhr

Kirchzarten

Ein Jäger hat im Oberrieder Ortsteil St. Wilhelm auf eine Wildsau angelegt. Der erste Schuss ging daneben. Der zweite traf – allerdings einen Wallach – und zwar mitten ins Herz.

Ein kurioser Fall beschäftigt seit dem vergangenen Wochenende den Polizeiposten in Kirchzarten: Am späten Samstagabend, kurz vor Mitternacht, glaubte ein Jäger im Oberrieder Ortsteil St. Wilhelm, Bereich Katzensteig, an einem Wiesenrand eine Wildsau zu erkennen. Mit dem ersten Schuss verfehlte der Jäger sein Ziel.

Kurze Zeit später, so die bisherigen Untersuchungen der Polizei, hatte der Mann eine Bewegung wahrgenommen und geglaubt, die Wildsau vor sich zu haben. Er schoss ein zweites Mal und traf dabei einen 20-jährigen Wallach mitten ins Herz, der laut veterinärmedizinischen Untersuchungen augenblicklich tot gewesen ist. Der Polizeiposten Kirchzarten hat die Ermittlungen aufgenommen. Laut Karl-Heinz Schmid, Pressesprecher der Polizei Freiburg, wird der genaue Sachverhalt nun überprüft. "Eine Möglichkeit wäre, eine Ortsbegehung zur selben Zeit zu machen, um die Lichtverhältnisse zu prüfen", so Schmid.

Das Pferd, das einer Frau aus dem Markgräflerland gehörte, war in Oberried auf einer Koppel untergebracht. Sobald die Untersuchung der Polizei abgeschlossen sei, werden die Ergebnisse dem Kreisjagdamt übermittelt. "Dann werden eventuell jagd-oder zivilrechtliche Schritte gegen den Mann eingeleitet", so Schmid. Möglich sei eine Entschädigungszahlung an die Besitzerin oder auch der Entzug des Jagdscheins. Schmid glaubt nicht an eine vorsätzliche Tat. "Der Jäger gilt in seinem Umfeld als sehr besonnen und erfahren." Er sei jedoch froh, dass Vorfall keine Menschen verletzt worden seien. Den Jagdschein muss der Mann vorerst aber nicht abgeben. "Diese Fälle werden anders gehandhabt als etwa der sofortige Führerscheinentzug bei schweren Verkehrsdelikten", so Schmid.

Im Landkreis sind derzeit viele Jäger im Einsatz, da vermehrt Schäden durch Wildschweine festgestellt worden sind.