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06. September 2013

Kaffeegenuss aus Italien

BZ-SERIE: Gianluigi Palma mit seiner dreirädrigen Ape.

  1. Gianluigi Palma mit seinem mobilen Kaffeestand: „Die Kundenbeziehung macht mir einfach Spaß.“ Foto: Franziska Löffler

KIRCHZARTEN. Kaffee mobil – dieser Trend ist inzwischen auch in Kirchzarten angekommen: Erst seit kurzem steht Gianluigi Palma mit seiner dreirädrigen Ape freitags auf dem Marktplatz und bietet italienische Kaffee-Spezialitäten an: Espresso, Espresso latte, Capuccino und Latte Macciato bereitet er mit seiner La Pavoni Handhebel-Maschine zu.

"Solche manuell zu bedienenden Gastronomie-Maschinen werden heute nicht mehr gebaut, ich habe in Italien lange danach gesucht und schließlich diese in Florenz gefunden", berichtet der 31-Jährige, der seinen Kunden echte italienische Kaffee-Kultur bieten will und deshalb auch keine "Tasse Kaffee" im Angebot hat.

Bis vor kurzem hat er das Getränk noch in Pappbechern serviert, nachdem er sein Gefährt nun mit einer Spülmaschine nachgerüstet hat, kann er stilecht in Porzellan ausschenken. Dazu gibt es Keksspezialitäten, die Palma persönlich in Italien aussucht und einkauft, wie beispielsweise Mandelpastete aus Sizilien zu 1,50 Euro das Stück. Bei den Kaffeebohnen schwört Palma auf die Rösterei Zusi aus seiner Heimat Kalabrien. Vor der Eröffnung seines Geschäfts hat er über 10 verschiedene Sorten getestet und sich dann für diese Bohnen entschieden, die auch von vielen Hotels verwendet werden.

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Mit dem Absatz in Kirchzarten ist er zufrieden, die Leute nehmen das neue Angebot gut an und so hat er sich entschieden, nach der anfänglichen Probephase weiterhin hierher zu kommen. Auch Marktleiter Walter Arndt von der Gemeindeverwaltung begrüßt das Angebot: "Das ist mal was anderes und eine prima Ergänzung zu den vorhandenen Ständen."

Um von Freiburg nach Kirchzarten zu kommen, hat Palma die Ape auf einen Anhänger montiert: Sie schafft höchstens 60 Stundenkilometer und darf deshalb nicht über die B31 fahren. In Italien ist das dreirädrige Gefährt von Piaggio seit den 1950er Jahren Kult, in Deutschland ist die "Biene" in den letzten Jahren vor allem durch mobile Cafés wie dem von Gianluigi Palma bekannt geworden. Er hat sich bewusst für dieses kleine Fahrzeug entschieden, um möglichst viel original italienisches Flair zu vermitteln. "Mein Opa fährt mit seinen 82 Jahren immer noch mit so einem Ding herum", berichtet der gebürtige Italiener.

Nachdem Plama, der seit 11 Jahren in Freiburg lebt, lange als Barmann, Kellner und in der Küche der gehobenen italienischen Gastronomie sowie im Außendienst gearbeitet hatte, wollte er hier eigentlich ein eigenes Café eröffnen. Dafür geeignete Räume zu finden, erwies sich jedoch als ziemlich schwierig. So entschied er sich, erst einmal klein anzufangen und sich mit dem mobilen Kaffee-Ausschank selbständig zu machen. Rund 15 000 Euro hat er dafür investiert, dazu kommt noch der Einbau der Spülmaschine.

"Es ist gar nicht so einfach, Standorte zu finden; ich darf mich ja nicht einfach irgendwo auf die Straße stellen", berichtet der Jungunternehmer. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat er nun aber an sechs Tagen in der Woche feste Standorte; neben Kirchzarten ist er zweimal in Bad Krozingen, in Emmendingen, Landwasser und Herdern zu finden. Daneben kann man sein Kaffee-Mobil für Feiern und Feste buchen.

Kontakt: Gianluigi Palma, E-Mail: ape@caffe-da-gianni.de

Autor: Franziska Löffler