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15. Februar 2010 12:02 Uhr
Schülerhaus platzt aus allen Nähten
Mittagessen im Partyzelt
Im Schülerhaus beim Schulzentrum Dreisamtal essen oft hundert und mehr Schüler zu Mittag. Für sie gibt es nicht ausreichend Sitzplätze. Deshalb wurde ein Partyzelt aufgestellt, das bis Ende des Winter stehen bleiben soll
KIRCHZARTEN. Das Schülerhaus beim Schulzentrum Dreisamtal platzt aus allen Nähten. Deshalb hat der Trägerverein auf der Terrasse ein Zelt aufgestellt, "um die Situation in der Cafeteria zu entzerren", wie der Vorsitzende Stefan Saumer sagt. Das Zelt hat der Verein eigens dafür gekauft. Es soll stehen bleiben, bis der Winter vorbei ist und die Schüler wieder im Freien essen können.
An manchen Mittagen kommen 100 oder sogar noch mehr Schüler zu Herbert Schmied in die Cafeteria zum Essen. "Das Zelt wird gut angenommen, auch wenn’s nicht beheizt ist", freut sich Saumer. Er hat im Oktober den Vorsitz des Vereins Schülerhaus Dreisamtal von Ute Schneider-Ritter übernommen. Saumer war bisher schon stellvertretender Vorsitzender. Dieses Amt haben die Mitglieder nun Christiane Kramer übertragen.Die Cafeteria, aber auch die Nachmittagsbetreuung und der Hort erfreuen sich großer Nachfrage. Dieses Schuljahr hätten sie sogar sieben Kinder von der Grundschule aufgenommen, berichtet Saumer und fügt hinzu: "Nächstes Jahr wollen wir die vierte Klasse komplett übernehmen." Schon jetzt sind es in der Woche gut 40 Kinder, die hier zusammen essen, dann ihre Hausaufgaben machen und auch noch den restlichen Nachmittag, bis ihre Eltern von der Arbeit kommen, mit ihren Betreuern verbringen.
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Für den Betrieb des Schülerhauses ist der gemeinnützige Trägerverein auf die Beiträge seiner rund 600 Mitglieder und auf Spenden angewiesen. Neue Mitglieder sind daher immer willkommen. "Das Schülerhaus ist inzwischen selbstverständlich geworden. Aber was alles dahinter steckt, wissen viele nicht", meint Saumer. Er würde sich auch über mehr Unterstützung durch das Schulzentrum freuen. Die Schule werbe zwar mit dem Schülerhaus, aber es finde sich kein Lehrer, der hier Aufsicht führen wolle, ärgert sich Saumer.
Für den Verein ist der achtlose Umgang einzelner Jugendlicher mit dem Mobiliar im Schülerhaus ein Problem. Auch das neue Zelt ist laut Saumer schon beschädigt worden. Der Cafeteria-Pächter und Koch Herbert Schmieder verzeichnet außerdem einen Schwund bei den Schokoriegeln und anderen Snacks, die offen auf der Theke liegen.
Der Schülerhausverein überlegt, ob er einen Zivildienstleistenden anstellen soll, befürchtet aber einen hohen Verwaltungsaufwand. Ideen, was sich sonst noch verbessern ließe, haben Saumer und seine Mitstreiter viele. Der Bewegungsraum brauche eine Schalldämmung, nennt Saumer als Beispiel. Mit Unterstützung der Energie- und Wasserversorgung Kirchzarten (EWK) hat der Verein kürzlich einen neuen Trinkwassersprudler angeschafft, als Ersatz für den defekten Vorgänger. Demnächst will der Verein auf dem Außengelände einen Kiosk eröffnen, damit sich die Schüler ihre Fleischkäsebrötchen, Getränke und anderen Snacks kaufen können, ohne lange Schlange stehen zu müssen. Hier soll es dann auch die neueste Kreation, den "Giersburger", zu kaufen geben.
Mit Blick auf die gemeinsame Werkrealschule Dreisamtal ab dem nächsten Schuljahr hat der Schülerhausverein seine Mitarbeit angeboten. "Aber bisher sieht es so aus, als ob es so klappen würde", sagte Saumer.
Autor: Barbara Schmidt


