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13. April 2010
Möglichst viel wurde selbst gemacht
"Einfach leben" war das Motto einer Osterfreizeit für Kinder auf dem Spielplatz "Rumpele" in Zarten.
KIRCHZARTEN. Schulfrei und einfach nur rumhängen? Nichts für Kinder wie Finn, Nina, Kaspar und zwölf andere Kinder der spannenden "einfach-leben"-Frühlingsfreizeit auf dem Naturspielplatz "Rumpele" in Zarten.
Alle duzen sich mit den Betreuerinnen Natalie, Gudrun, Johanna und Praktikant Moritz aus St. Peter. Am letzten Tag bauen sie gemeinsam einen Steinofen "und die Kinder entfachten ein Höllenfeuer von 228 Grad", staunt die überraschte Ökopädagogin Gudrun Janoschka. Viel früher als erwartet ist darin der Abschiedskuchen fertig. Am großen Holztisch trägt Moritz gerade unterstützt von Kindern dessen sehr dunkel geratene Bräune ab.Vom "Selbermacher-Projekt" als Konzept sind sie und Natalia Rozpiorska vom Jugendbüro Kirchzarten, überzeugt. Dabei bestimmen die Kinder mit, sie leben ihre eigene Kreativität aus, werden dabei betreut und begleitet, "jeder Impuls wird individuell gefördert". Drei bis fünf Kindern sind es pro Betreuer, "sehr anstrengend, aber auch sehr schön", betrachten beide das bereichernde Spektrum. Täglich wechseln die Kinder in den verschiedenen Arbeitsgruppen "Kochen", "Spülen", "Holz und Feuer", "Kräuter", "Süßigkeiten" –"damit sind sie ab dem dritten Tag völlig selbstständig!". "Spülen ist am besten", verrät Nina, am Holzbrunnentrog entfernt sie mit anderen Kindern die Reste des "Kartoffel-Löwenzahn-Salats" unter dem wachsamen Blick von Johanna Thaetner. Die Försterin absolviert das Praktikum ihrer ökopädagogischen Ausbildung, sie ist hell begeistert.
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Aus drei zusammengebundenen Aststücken bastelte sich jeder Freizeitteilnehmer seinen eigenen Hocker für den Morgen- und Mittag-Stuhlkreis, als Sitz dient eine damit verbundene, ausgestopfte Stofftasche. Aus Holztisch wurde Holzwerkstatt; dank handbetriebener kleiner Schraubstöcke, Bohrer und Schnitzmesser entstanden die "Lehrlingsstücke", kleine Holzknöpfe aus Astscheiben. Wäscheklammern folgten und der Holz-Kamm als "Meisterstück". Kaspar wagte sich gar an einen Holzfüller, "der schreibt mit echter Tinte" und Fingerkuhlen für besseren Halt schnitzte er auch ein.
Was ihre Kinder in diesen Tagen essen, erstaunt die Eltern: "Selbst gemacht schmeckt es mir", behauptet der Nachwuchs. "Von allem, was wir brauchen, möglichst viel selbst machen", so planten Gudrun Janoschka (Gründerin der "einfach-leben"-Schule, Gesundheitspädagogin und Körpertherapeutin mit system-therapeutischem Blick) und Natalia Rozpiorska die Frühlings-Tagesfreizeit. "Unser Traum ist ein sozial-integratives Ganzjahresprojekt, finanzierbar für jedes Kind unterschiedlichster Zielgruppen, von Doppelverdiener-Nachwuchs bis zum schwach gestellten: "Sponsoren sind uns jederzeit willkommen!".
Autor: Monika Rombach
