Musik und Stimmung passen

Louis Groß

Von Louis Groß

Mo, 10. September 2018

Kirchzarten

WIE WAR'S BEI ... Rock am Bach, dem zweitägigen Festival im Engenwald bei Kirchzarten?.

KIRCHZARTEN. Besucherrekord geknackt: Über 1100 Festivalbesucher strömen alleine am Samstag in den Engenwald. Und das Festival Rock am Bach bot auch dieses Jahr wieder ein liebevoll gestaltetes Gelände, eine harmonische Atmosphäre und vor allem vielversprechende Bands.

Der erste Eindruck
Beim Überqueren der Brücke auf dem Weg zum Festivalgelände gerät es ins Blickfeld: Das riesige Eingangstor mit hölzernen Buchstaben: RAB – Rock am Bach. Dahinter tummeln sich bereits erwartungsgeladene Gäste. Der Himmel ist bedeckt, die Temperatur angenehm. Kinder, die neonfarbene Lärmschutz-Kopfhörer tragen, spielen Fangen. Aus der Ferne ist der Soundcheck einer Band zu hören.

Was wird geboten?
Rock am Bach ist ein kleines, intimes Festival und überzeugt mit viel Liebe zum Detail. Hier wirkt nichts künstlich oder aufgesetzt. Das Ambiente ist ein Sammelsurium vieler über die Jahre entstandener Projekte, in denen sichtlich Handarbeit und Hingabe stecken. Sowohl Familien mit Kindern, Jugendliche und Vertreter der älteren Generation finden hier zusammen. Das Programm bietet eine bunte Mischung handverlesener Bands; von Liedermacher-Fans über Rock-Liebhaber bis zu Ska-Anhängern kommt hier jeder auf seine Kosten. Das alles findet im Schein farbenfroher Lichterketten und wohlig-wärmender Feuer statt, die über das ganze Gelände verteilt sind. Der festivaleigene Friseursalon "Zur Locke" schneidet und frisiert was das Zeug hält, im "Saftladen" werden Getränke serviert und in der "Pommes-Schmiede" blubbert Fritteusen-Fett. Außerdem sind Currywurst, Crêpes, vegane Burger, Kaffee und selbstgemachter Eistee im Angebot.



Die Stimmung

Trotz teilweise größerer Schlangen, zum Beispiel an der Bierinsel, ist die Stimmung ausgelassen. Die Gäste feiern und tanzen bis spät in die Nacht – keine Band geht ohne Zugabe von der Bühne. Am Ende zählt man über 800 Besucher am Freitag, am Samstag sogar über 1100 Besucher.

Musikalische Höhepunkte
Die Band Mama Magnet ist bekannt dafür, auf der Bühne zu improvisieren. Vor dem Auftritt bittet Schlagzeuger Frederik Heisler verschiedene Festivalbesucher darum, beliebige Musikstile auf kleine Zettel zu schreiben, die während des Auftritts gezogen werden. So bekommt das Publikum per Zufallsauswahl zum Beispiel Folk, Blues oder Latin Jazz auf die Ohren. Opulente Arrangements befinden sich dabei in stetigem Wechsel mit ruhigeren, minimalistischen Passagen, musikalisch immer auf höchstem Niveau. An der kleinen Bühne am Feuer, die dieses Jahr zum ersten Mal zum Einsatz kommt, gibt am Samstag das Trio um Gigolo Reinhardt erstklassigen Gipsy-Jazz zum Besten. Die Lagerfeuer-Atmosphäre bringt das technisch brillante Gitarrenspiel noch besser zur Geltung. Insgesamt zeichnet sich das Festival durch ein rundes und stimmiges Line-up aus.

Das Fazit
Katrin Bachmann, langjähriges Mitglied im Organisationsteam des Festivals, zeigt sich begeistert: "Es waren noch nie so viele Leute da. Die Stimmung ist total schön, das Wetter ist super. Ich bin überwältigt", sagt sie, "für mich ist es das schönste Rock am Bach, das wir je hatten." Ihr Dank gelte auch den vielen freiwilligen Helfern, Sponsoren und Security-Kräften, die allesamt einen hervorragenden Job gemacht hätten – die Besucher schienen diesen Eindruck zu teilen.

Mehr Fotos im Internet unter http://www.mehr.bz/rockambach2018 http://mehr.bz/rockambach2018