Pläne für Komforthotel in Kirchzarten

Markus Donner

Von Markus Donner

Mi, 07. Februar 2018

Kirchzarten

Unternehmer und Hotelier Joachim Niehaus plant gastronomisches Großprojekt samt Fitnesscenter und Bau von 50 Wohnungen.

KIRCHZARTEN. Vor knapp zwei Jahren führte er mit der Gemeinde Kirchzarten die ersten Gespräche, jetzt steht fest: Der Freiburger Hotelier Joachim Niehaus, Geschäftsführer und Inhaber des Hotels am Stadtgarten in Freiburg, investiert in Kirchzarten in den Neubau eines Hotelkomplexes in der gehobenen Vier-Sterne-Kategorie. Damit nicht genug: Auch ein Fitnesscenter und 50 Wohnungen kommen dazu. Außerdem möchte Niehaus in den Pachtvertrag für das Kurhaus eintreten.

Am Dienstag wurden die Pläne des Freiburger Hoteliers erstmals öffentlich bekannt. Lange hatte Kirchzarten nach einem solchen Investor gesucht, jedoch am Ende immer wieder Absagen erhalten. Mit Joachim Niehaus (50) scheint man im zertifizierten Luftkurort endlich genau den Mann gefunden zu haben, nach dem man seit Jahren Ausschau gehalten hat.

In Kirchzarten wird Niehaus mit offenen Armen empfangen. Der Freiburger Geschäftsmann, der zuletzt am Stadtgarten ein modernes Designerhotel mit 140 Betten errichtete, möchte im Dreisamtal ehrgeizige Pläne verwirklichen. Dafür ist er bereit, eine Investition im "gehobenen zweistelligen Millionenbereich" zu stemmen. Genauere Zahlen waren noch nicht zu erfahren, die Planung steckt erst in den Anfängen, hat aber die Rückendeckung von Bürgermeister und Gemeinderat, der bereits nichtöffentlich von Niehaus ins Bild gesetzt worden ist.

"Hotel war immer mein Ding", bekundet Niehaus, der zuletzt auch Inhaber der gleichnamigen Gebäudereinigungsfirma mit 300 Mitarbeitern war, die er zugunsten seiner Pläne im Dreisamtal veräußert hat. Dazu hege er eine große Leidenschaft für Sport und Fitness. Beides könne er in Kirchzarten mit seinen Hotelplänen ideal miteinander verbinden.

Bauen möchte Niehaus direkt neben dem Kurhaus, das die Gemeinde unlängst aufwändig sanierte und seit Jahren an das 1982 gegründete Institut für Kinesiologie (IAK) verpachtet hat, das dort für ein internationales Klientel seine Kurse und Seminare anbietet. Niehaus sucht bewusst die Zusammenarbeit mit den Kinesiologen auch vor dem Hintergrund, später über IAK einen Großteil der Übernachtungsgäste rekrutieren zu können. Das Kurhaus selbst möchte der Hotelier weiter modernisieren und heutigen Erfordernissen für ein konkurrenzfähiges Kongresszentrum anpassen.

Das neue Hotel neben dem Kurhaus wird voraussichtlich 70 Zimmer haben, dazu kommen noch 15 Ferienappartements, die über dem Fitnessstudio geplant sind. Dieses soll in einem separaten Baukörper untergebracht werden, in ihm sollen neben den Gästen auch Einheimische willkommen sein. In diesem Gebäude werden sich auch der Wellnessbereich und voraussichtlich ein Pool befinden. Niehaus möchte vor allem den Aktivurlaubern attraktive Angebote machen. Dazu biete sich Kirchzarten auf ideale Weise an, da hier mit Pfunden wie Golfplatz, Flugschule, Dreisambad sowie dem Mountainbike-Trainingsgelände gewuchert werden könne. Der SV Kirchzarten sei nicht nur einer der größten Sportvereine in Südbaden, sondern genieße mit vielen Großveranstaltungen über hohes Renommee. "Kirchzarten ist die Sportdestination schlechthin", schwärmt Niehaus, der dem Luftkurort um die 50 000 zusätzliche Übernachtungen und rund 60 neue Arbeitsplätze beisteuern möchte. Das eher unattraktive Seitengebäude des Kurhauses soll einem neuen Verbindungsbau weichen. Hier ist das Restaurant geplant, das von Kurhaus- und Hotelgästen gleichermaßen besucht werden kann, über eine regional ausgerichtete, gesunde Küche verfügen und über eine große bewirtschaftete Terrasse in die Außenanlage einbezogen werden soll.

Im Gesamtpaket enthalten sind 50 Wohnungen, die von Niehaus auf einem 5400 Quadratmeter großen Areal gebaut und auf dem freien Wohnungsmarkt veräußert werden sollen. Für Hotel, Fitnesscenter, Tiefgarage und den "fünften Wohnhof" im Neubaugebiet nebenan beabsichtigt die Gemeinde die Aufstellung eines Bebauungsplanes. In das Verfahren sollen neben den Behörden auch die Bürger eingebunden werden. "Wir wollen in Kirchzarten eine hohe Akzeptanz für das Projekt", erklärte Bürgermeister Hall. Bis zur Eröffnung des Hotelkomplexes dürften etwa dreieinhalb Jahre ins Land gehen, wenn alles reibungslos über die Bühne geht. Einen entsprechenden Beschluss für die Aufstellung eines Bebauungsplans möchte der Gemeinderat bereits in seiner nächsten Sitzung auf den Weg bringen.