Sportwagen-Ikonen in Kirchzarten

Jürgen Schelling

Von Jürgen Schelling

Di, 20. Juni 2017

Kirchzarten

Ausflug des Schweizer Iso & Bizzarini-Clubs zur Sammlung Volante in Kirchzarten / Bis zu sieben Liter Hubraum starke Motoren.

KIRCHZARTEN. Einheimische und Touristen, die am Freitag durch die Oberrieder Straße in Kirchzarten schlenderten, machten plötzlich große Augen: Zahlreiche Oldtimer flanierten dort vorbei und bogen dann in Richtung Volante ab. Dort gruppierten sich die rassigen Sportwagen auf dem Parkplatz vor der Halle. Des Rätsels Lösung für die ungewöhnliche Häufung seltener Italo-Klassiker: Der Schweizer Iso & Bizzarini-Club unternahm seinen Sommerausflug nach Kirchzarten zu einer Besichtigung der Volante-Sammlung und einem Mittagessen in dessen Restaurant Mangusta.

Die Oldtimer gehören zu zwei exklusiven, aber vor allem bei Fachleuten bekannten Marken. Es sind Klassiker von Iso und Bizzarini, beide ehemalige Luxus- und Sportwagenhersteller aus Italien. Zwar stehen diese etwas im Schatten der berühmteren Marken Ferrari, Maserati und Lamborghini, aber die beiden Kleinserienhersteller schafften es in den 1960er-Jahren vor allem mit dem Iso Grifo und dem Bizzarini Strada, zwei absolute Sportwagen-Ikonen zu bauen. Zuvor hatte Iso-Chef Renzo Rivolta bereits Anfang der 1950er-Jahre den berühmten Kabinenroller Isetta entwickelt. Dieser wurde dann bei BMW in Lizenz gebaut und zu einem Riesenerfolg in Deutschland.

Der 1996 gegründete Schweizer Club "Iso & Bizzarini Interest Circle Switzerland" nahm die Einladung von Volante-Eigner Martin Waltz an, einen Ausflug in den Schwarzwald nach Kirchzarten zu unternehmen. Die private Sammlung ist zwar nicht mehr wie früher zu festen Publikumszeiten zugänglich. Stattdessen finden aber immer mehr Veranstaltungen mit Eventcharakter, etwa von Auto- und Oldtimervereinen, aber beispielsweise auch vom Sportclub Freiburg im Volante statt. Im angeschlossenen Restaurant Mangusta finden die Gäste auch das passende gastronomische Ambiente für ihren Aufenthalt.

Besonders beeindruckend für die Zuschauer in Kirchzarten waren die zweisitzigen Iso Grifo-Coupe, damals die Topmodelle des Unternehmens. Hersteller Iso setzte anders als etwa Ferrari oder Maserati nicht auf eine teure Eigenentwicklung der Motoren, sondern verwendete stattdessen amerikanische V8-Triebwerke für seine Autos. Diese bis zu sieben Liter Hubraum starken Motoren kamen auch in US-Sportwagen wie der Corvette von Chevrolet zum Einsatz. Deshalb erinnert auch der Sound der Iso-Fahrzeuge eher an amerikanische als an italienische Sportwagen. Aber auch die weniger bekannten Modelle von Iso, etwa der viersitzige Lele oder der zeitlos elegante Rivolta, wurden von den Zaungästen in Kirchzarten bewundert.

Die internationalen Mitglieder des Iso & Bizzarini-Clubs erlebten in der Sammlung Volante eine ausgiebige Führung durch Martin Waltz, bevor sie am Nachmittag – allerdings mit der Eisenbahn – zu einer Stadtbesichtigung nach Freiburg aufbrachen. Einheimische wie auch Touristen nutzten unterdessen die Möglichkeit, vor der Halle eine beeindruckende Parade seltener italo-amerikanischer Sportwagen zu besichtigen.