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16. Juli 2010
Studieren, aber mit dem richtigen Hintergrund
Vier Studienbotschafter waren zu Besuch im Marie-Curie-Gymnasium in Kirchzarten. Ihr Anliegen: Schüler über Studium informieren und motivieren.
KIRCHZARTEN. Die diesjährigen Abiturienten sind verabschiedet, und der nächste Jahrgang steht in den Startlöchern. Um den Schülern Orientierungshilfe beim Thema Studium zu geben, sind Studienbotschafter aus ganz Baden-Württemberg in den Schulen unterwegs. So auch am Dienstag im Marie-Curie-Gymnasium in Kirchzarten.
Vier Studienbotschafter stehen vor einer aufmerksamen 12. Klasse. Die Studenten Richard Rietzel (22), Anke Weber (22), Slavica Markovic (29) und Donata Kubowski (25) bilden ein motiviertes Team, das sich zur Aufgabe gemacht hat, den zukünftigen Abiturienten in Kirchzarten umfassendes Wissen rund ums Studieren zu vermitteln und vor allem zum Studieren zu motivieren. Schon zu Beginn beziehen sie die Schüler in ihren Vortrag mit ein. So sollen sie schätzen, wie viele Hochschulen und Studiengänge in Baden-Württemberg existieren und anschließend erraten, welcher Studienrichtung die Botschafter angehören. Bereits mit der ersten Kontaktaufnahme fällt auf, dass das Team seine Aufgabe mit großer Authentizität meistert. Donata, Anke, Richard und Slavica stellen sich nacheinander vor und berichten von ihren Erfahrungen mit der Studienorientierung. Während Donata immer schon wusste, dass sie Medizin studieren will, sagt Richard ganz offen, dass er sich bis nach dem Abitur keine tiefen Gedanken gemacht hatte. Eher zufällig fand er gefallen am Studium der Mikrosystemtechnik.Werbung
Die vier berichten von ihren persönlichen Abenteuern. Dabei erklären sie den Schülern den allgemeinen Weg zum Studienplatz mit Bewerbungsfristen und Aufnahmeprüfungen. Dabei gilt: "Lieber eine Absage mehr, als es gar nicht erst versucht zu haben." Es folgt die Aufklärung über das neue System mit Bachelor und Master, ein Überblick über verschiedene Hochschulen in Baden- Württemberg, und eine Hilfestellung zur generellen Frage nach der Studienfinanzierung.
Während des Vortrages dürfen Fragen gestellt werden, was sowohl von den Schülern als auch von der betreuenden Lehrerin gern in Anspruch genommen wird. Im Anschluss an den Vortrag stellen sich die Studienbotschafter noch einmal einzeln zur Verfügung. In kleinen Gruppen haben die Schüler nun die Möglichkeit, persönliche Fragen zu stellen und gezielte Antworten zu erhalten.
Genau diese Mischung aus umfassendem Wissen und persönlicher Erfahrung macht die Botschafter aus. "Das Projekt bietet eine großartige Gelegenheit, jungen Menschen ihre Möglichkeiten aufzuzeigen." Slavica ist seit drei Jahren als Studienbotschafterin unterwegs. Sie hilft bei der Konzeption des Projekts, welches vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung in Baden- Württemberg ausgeht. Dadurch, dass sie selbst junge Studenten sind, kennen sich die Botschafter mit der Problematik der Studienorientierung aus. "Wir wollen der Angst entgegenwirken, bei der Informationssuche auf sich allein gestellt zu sein". Aus diesem Grund liegen beispielsweise Link-Listen aus, die den Schülern den Anstoß zur eigenen Internet-Recherche geben sollen.
Richard weiß, was den Erfolg des Projektes ausmacht:"Im Vergleich zu sonstigen Studienberatern begegnet man sich auf einer ganz anderen Ebene. Die Schüler spüren unsere Nähe zur Problematik". Für Anke, die Grundschullehramt studiert – "weil ich meine Lehrerin in der Grundschule immer so toll fand" – ist ihre Aufgabe als Studienbotschafterin eine gute Vorbereitung, weil sie auch hier vor einer Klasse steht, der sie etwas beibringen möchte.
Die Schüler sind überzeugt von dem Projekt:"Im Gegensatz zum Unitag, bei dem wir von Infoständen und vielen anderen Schulklassen überwältigt wurden, hat man hier eine ganz private Atmosphäre, bei der man viel lernen kann". Jana Gutmann, Maxine Moseler und Prisca Holderied wissen noch nicht genau, was sie studieren wollen. Es soll aber in die kreative Richtung gehen. Aron Glöckler findet das Projekt eine "hammergute Idee". Er schätzt die vielen und spezifischen Informationen. Auch sein Freund Simon Petersein ist von den Studienbotschaftern angetan:"Es ist schön, Informationen hautnah von Studierenden zu bekommen".
Am Schluss der Veranstaltung können die Schüler Lob und Kritik im Plenum äußern. Die vier Botschafter in Kirchzarten sind nicht die einzigen. Viele Studienbotschafter sind über das ganze Bundesland verteilt. Es wird Wert darauf gelegt, dass sie das vielfältige Studienangebot als Vertreter so weit wie möglich abdecken. Im Internet (http://www.studieninfo-bw.de haben die Schüler die Gelegenheit, sich per E-Mail an alle direkt zu wenden. Das Projekt des Ministeriums überzeugt durch sein konstruktives und einfaches Programm.
Cornelia Desai, Lehrerin am Marie-Curie-Gymnasium, ist zuständig für die Berufsorientierung. Schon vergangenes Jahr hatten Studienbotschafter einen Einsatz in Kirchzarten. Seitdem schätzt sie die Praxixnähe der Referenten."Es ist ein toller Ansatz. Die Studierenden sind keine unheimlich kundigen Menschen. Man merkt, dass sie selbst in der Problematik drinstecken".
Anke, Richard, Donata und Slavica haben an diesem Vormittag ihre Aufgabe in Kirchzarten erfüllt. Vor den Sommerferien warten noch einige Einsätze auf sie.
Autor: Christina Strohm


