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07. Dezember 2010 19:11 Uhr
Haus in Flammen
Tote bei Großbrand – Feuer brach wohl am Herd aus
Als die Feuerwehr eintrifft, schlagen die Flammen schon aus dem Gebäude, Menschen rufen vor verqualmten Fenstern um Hilfe: Der Großbrand in Kirchzarten mit einer Toten hat die Feuerwehr an ihre Leistungsgrenze getrieben.
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Mit einem Großaufgebot bekämpfte die Feuerwehr Kirchzarten das Feuer auf der Ostseite des Geschäfts- und Wohnhauses der Bäckerei Reiß im Gewerbegebiet „Zarduna“. Foto: Patrick Seeger (dpa)/Monika Rombach
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Feuer in Kirchzarten. Foto: dpa
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Feuer in Kirchzarten. Foto: dpa
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Kontaminierte Backwaren werden im Betriebshof entsorgt. Foto: Monika Rombach
KIRCHZARTEN. Im Produktionsgebäude und Wohnhaus der Bäckerei Reiß im Gewerbegebiet in Kirchzarten hat ein Feuer am frühen Dienstagmorgen ein Todesopfer gefordert. Der Brand war gegen 5 Uhr ausgebrochen. Als die Feuerwehr Kirchzarten am Brandort in der Lindenbergstraße eintraf, stand das Gebäude im Ostteil lichterloh in Flammen. Für eine 22-jährige Frau kam jede Hilfe zu spät; sie konnte nur noch tot aus ihrer Wohnung geborgen werden. Nach neuesten Erkenntnissen ist das Feuer mit hoher Wahrscheinlichkeit am Herd in der Wohnung der Getöteten entstanden. Weitere Nachforschungen laufen allerdings noch, wie die Polizeidirektion Freiburg am Mittwochmorgen betont.
Beim Einsatz selbst stand für die Feuerwehr und die Rettungskräfte des Roten Kreuzes die Bergung der Menschen an erster Stelle. In dem zweigeschossigen Flachdachgebäude befinden sich auch acht Wohnungen. 32 Personen, Mitarbeiter der Bäckerei und Hausbewohner, wurden unverzüglich evakuiert. Viele von ihnen konnten sich selbst ins Freie retten, 16 Menschen, die an den Fenstern mit Qualm und Rauch im Rücken auf Hilfe warteten, wurden über Steck- und Drehleitern aus dem Gebäude gebracht. Eine ältere Bewohnerin war bei der Flucht vor dem Feuer gestürzt. Im Flur am Boden liegend, erreichte sie noch rechtzeitig rettende Hilfe.
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Unverzüglich kümmerten sich die Spezialisten der Kriminalpolizei um die Sicherung der Brandstelle und nahmen Ermittlungen zu den Ursachen des Feuers auf. Der Kirchzartener Feuerwehrseelsorger kümmerte sich um die Angehörigen des Opfers. Laut Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid wiesen einige der geretteten Personen Symptome einer Rauchvergiftung auf. Der leitende Rettungsarzt Frank Koberne veranlasste die unverzügliche Einweisung von acht Brandgeschädigten in Freiburger Krankenhäuser, darunter drei Kleinkinder im Alter von vier, sechs und acht Jahren.
In kurzer Zeit konnten von der Gemeinde auf Vermittlung von Bürgermeister Andreas Hall Ersatzwohnungen für die Betroffenen beschafft werden, soweit sich keine anderweitige Unterbringung fand. Unmittelbar nach dem Brand wurden die Geretteten in einer Sammelunterkunft am Feuerwehrgerätehaus von der DRK-Bereitschaft Kirchzarten-Zarten versorgt. Nach aktuellen Erkenntnissen vom Mittwochvormittag hält die Polizei für denkbar, dass der Sachschaden die Millionengrenze übersteigt.
Während das Feuer ausbrach, befanden sich die Beschäftigten der Bäckerei im Erdgeschoss des Gebäudes noch mitten in der Produktion. Die weitere Auslieferung der Backwaren wurde gestoppt, andere Backbetriebe waren spontan bereit, der Firma Reiß mit der Belieferung der Filialen auszuhelfen. Firmenchef Björn Reiß teilte am Dienstag mit, dass seine Mitarbeiter ab sofort bei der Bäckerei Fischer in Titisee-Neustadt die Produktion fortsetzen können. Schon von Mittwoch an werden somit alle Filialen wieder mit Frischware versorgt, wenn auch mit eingeschränktem Sortiment.
Zum Unternehmen Reiß-Beck, das 140 Mitarbeiter beschäftigt, gehören 15 Geschäfte und Cafés in Kirchzarten, Stegen, Merzhausen und Freiburg. Die Hilfsorganisationen hätten am Dienstag großartige Arbeit geleistet, sagte Björn Reiß unter dem Eindruck einer überwältigenden Hilfsbereitschaft von allen Seiten.
Auswirkungen hatte das Großfeuer auch auf das im Untergeschoss des Gebäudes untergebrachte Verteilzentrum der Deutschen Post. Da der Rauch auch in diese Räume eingedrungen war, verzögerte sich am Dienstag die Briefzustellung in Kirchzarten und Umgebung.
Der Einsatz führte die Feuerwehr an ihre Leistungsgrenze. Sie war durch die Hochwasserwarnungen bereits in Alarmbereitschaft. Parallel zum Brand musste sich die Wehr nach dem Starkregen auch noch um Wasser in einem Keller in Falkensteig kümmern. Außerdem verlor ein Müllfahrzeug Öl; die Feuerwehr verhinderte mit einer Sperre das Eindringen in die Kanalisation.
- Erstmeldung: 22-Jährige bei Brand in Kirchzarten getötet
Autor: Monika Rombach, Markus Donner und Franz Dannecker, aktualisiert am Mittwoch um 10.45 Uhr


