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22. Juli 2012 15:48 Uhr

SC-Trainingslager in Schruns

Klarer Erfolg im Testspiel – Flum fällt wochenlang aus

Bis zu sechs Wochen Pause: Der SC Freiburg muss beim Saisonstart in der Fußball-Bundesliga auf Johannes Flum verzichten. Ein Testspiel gegen ein U-21-Team aus St. Gallen gewann der SC ungefährdet.

  1. Stark verteidigt: Vegar Hegenstad im Zweikampf mit dem St. Galler Niklas Kleber Foto: Meinrad Schön

"Aha" hallt es über den Trainingsplatz, kurz darauf im Stakkato gleich noch mal: "Aha, aha!" Mensur Mujdza, Jonathan Schmid und Daniel Caligiuri haben sich mit schnellem, direktem Spiel aus der Abwehr nach vorne gespielt und ihre Gegenspieler hinter sich gelassen. Das gefällt Christian Streich ausgesprochen gut, sein Ausdruck des Erstaunens gilt intern als großes Lob. Frei nach dem Motto: Seht ihr, es geht doch, hab ich’s Euch nicht immer gesagt? Der Trainer nickt dazu anerkennend, ein Lächeln huscht über sein Gesicht.

"Wir sind hier um zu arbeiten." Christian Streich
Es geht locker zu auf der sattgrünen Übungswiese in Schruns, wo der SC Freiburg nun bereits zum sechsten Mal sein Sommertrainingslager aufgeschlagen hat. "Wir fühlen uns hier gut aufgehoben", sagt Streich, der die Rahmenbedingungen in den höchsten Tönen lobt. Das Hotel bietet Komfort und Ruhe, die Plätze des FC Schruns haben gute Qualität, die Gäste aus dem Badischen sind sehr willkommen in Vorarlberg. Einlullen lassen von den Wohlfühlstimmung will sich Streich gleichwohl nicht. "Wir sind hier um zu arbeiten", sagt er. Und als ob er dies unterstreichen wollte, klatscht er laut in die Hände und schreit neue Anweisungen über den Platz. Dazu eine durchaus ernst gemeinte Forderung: "Konzentriert euch, ich will hier gutes Niveau sehen."

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Die Neuen fühlen sich gut aufgehoben

Dennoch, es wird viel gelacht im bis Sonntag verregneten Montafon. "Die Stimmung ist super, richtig entspannt", sagt Julian Schuster. Der Kapitän hat amtsbedingt ein waches Auge und ein offenes Ohr. Doch Schuster zuckt mit seinen Schultern. Gruppenbildung, Animositäten untereinander? "Nichts, gar nichts", sagt er. Alle zögen an einem Strang. Sebastian Freis kann das nur bestätigen. Noch bei keinem anderen Klub, habe er eine derart gute Stimmung im Kader ausgemacht, erzählt der Ex-Kölner und frühere Karlsruher. "Es ist", sagt er, "als wäre ich schon seit Jahren dabei." Dabei ist er erst im Januar vom Rhein an die Dreisam gekommen.

Gut aufgehoben scheinen sich auch die drei Neuen in ihrem neuen Umfeld zu fühlen. Marco Terrazzino, Max Kruse und der erst unmittelbar vor der Abfahrt nach Österreich im Breisgau eingetroffene Vegar Eggen Hegenstad machen die Übungen auf dem Trainingsplatz engagiert und voller Elan mit. Alle Drei sind sichtlich motiviert, für sie gilt es aufzufallen, positive Akzente zu setzen. Auch wenn das manchmal schwer fällt. "Mein lieber Mann", entfuhr es Terrazzino am Samstag nach dem Vormittagstraining, "so kaputt war ich schon lange nicht mehr." Der bislang nur drei, vier Brocken Deutsch sprechende Hegenstad beschäftigt die mitgereiste SC-Entourage darüber hinaus auch auf ganz anderem Gebiet. Nicht ausgeschlossen scheint, dass das Trikot des blondgelockten Norwegers künftig zum Renner im Fanshop werden könnte. Die wenigen weiblichen Besucher am Rande des Trainingsplatzes sind jedenfalls sichtlich entzückt, wenn der Norweger um die Ecke biegt. Pressesprecher Rudi Raschke ahnt schon: "Das könnte der neue Publikumsliebling werden, zumindest bei den Frauen und Mädchen."

Flum verletzt – Krmas und Jendrisek zurück

Was die einen entzückt, zermürbt andre. Seit Freitag hat der SC ein kleines Problem. Johannes Flum hat sich sich an diesem Morgen einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen. Die Diagnose wird später im Krankenhaus bestätigt. Ein paar Wochen Pause sind nun für Flum angesagt, der jetzt mit Krücken zu den Mahlzeiten humpelt. Dafür sind seit dem Wochenende Erik Jendrisek und Pavel Krmas auf dem Rasen zurück. Beide hatten bislang wegen Blessuren kürzer zu treten, jetzt haben sie das Lauftraining wieder aufgenommen, viel Gymnastik mit den Physiotherapeuten kommt dazu.

Auch ein Gast ist nach Österreich gekommen. Ezequiel Calvente Criado ist 21 Jahre alt, mehrfacher spanischer Junioren-Nationalspieler und gehört dem spanischen Erstligisten Real Betis Sevilla – just jenem Klub also, den die Freiburger am 11. August, 18 Uhr, zur offiziellen Saisoneröffnung an der Dreisam begrüßen. Zuletzt war Criado in Spanien ausgeliehen und Betis würde gerne weiter so verfahren – Criado soll Spielpraxis sammeln. "Ein interessanter Spieler", sagt Sportdirektor Dirk Dufner, der Criado eingeladen hat, bis zur Abreise des SC am Freitag in Schruns zu bleiben. "Mal sehen, was sich ergibt", so Dufner.

Dembélé hat es in Blackburn offenbar nicht gefallen

Ähnliches mag er auch im Fall Garra Dembélé denken. Der in Freiburg bislang nicht so recht glücklich gewordene Angreifer aus Mali, der noch einen Vertrag bis 2015 hat, war zum Vorspielen nach England gereist, am Samstag aber kurzfristig und völlig überraschend dann doch via Zürich in Schruns aufgetaucht. Es habe ihm bei den den Blackburn Rovers nicht gefallen, ließ er übermitteln. Die Freiburger nahmen’s gelassen. "Vielleicht merkt er jetzt, was er an uns hat", sagt Dirk Dufner. Das Vormittagstraining am Sonntag hat Dembélé nach ein paar Aufwärmübungen aber gleich wieder storniert. Während seine Kollegen Standards übten, machte er sich alleine auf den Weg zurück ins Hotel. Glücklich sah er dabei nicht aus.

Am Abend gab es dann ein erstes Trainingsspiel in Schruns. Gegen eine U-21-Auswahl des Schweizer Erstligisten FC St. Gallen kam der Sportclub zu einem ungefährdeten 4:0-Erfolg. Vor rund 500 Zuschauern entwickelte sich ein munteres Hin und Her, wobei der Sportclub über die gesamte Spielzeit die spielbestimmende Mannschaft war. Trainer Streich setzte bis auf Rückkehrer Dembélé den verletzten Flum, die angeschlagenen Krmas und Jendrisek sowie Angreifer Bouziane und Torhüter Schwolow den gesamten Kader ein. Die Neuzugänge Hedenstad, Kruse und Terrazzino zeigten eine ansprechende, engagierte Leistung, mächtig motiviert zeigte sich auch der Spanier Calvente Criado, über dessen Verbleib die SC-Verantwortlichen noch nicht entschieden haben.

Der SC Freiburg spielte in der ersten Halbzeit mit: Baumann, Mujdza, Ginter, Höhn, Günter, Makiadi, Schmid, Putsila, Calvente, Terrazzino, Freis. Zweite Halbzeit: Batz, Hedenstad, Ferati, Diagne, Sorg, Schuster, Kruse, Guede, Rosenthal, Caligiuri, Santini. Tore: 1:0 Putsila (6.), 2:0 Mujdza (18.), 3:0 Santini (62.), 4:0 Kruse (79.). Zuschauer: 500.


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Autor: Michael Dörfler, aktualisiert am Sonntag um 20.20 Uhr


6 Kommentare

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Michael Gruber

Registriert seit: 07.01.2010

Kommentare: 35

22. Juli 2012 - 16:24 Uhr

Schade. Die besten Genesungswünsche an Johannes Flum! Und bei Dembélé kommt es wahrscheinlich genau so, wie ich mir das auch gedacht habe: den werden nicht mehr los. Aber so ist das halt im Profifussball. Irgendwann setzt eben auch der umsichtigste Verein / Manager Geld in den Sand. Blöd, dass es 2,5 Millionen sein mussten.

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Patrick Rinklin  

Patrick Rinklin

Registriert seit: 18.08.2010

Kommentare: 128

22. Juli 2012 - 16:49 Uhr

Gute Besserung an Johannes Flum!

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Martin Roller

Registriert seit: 18.02.2012

Kommentare: 160

22. Juli 2012 - 17:44 Uhr

Herr Gruber,
darauf habe ich gewartet, die neue Saison hat noch nicht begonnen und schon hagelt es die erste Schelte für D.D.
Die 2,5 Mio hat der SC noch lange nicht in den Sand gesetzt! G.D. hat, wie der geübte Leser feststellen mag, einen Vertrag bis 2015.
Leider ist jetzt mit J.F. der erste Profi verletzt. Was passiert, wenn in der beginnenden ein-zwei weitere Offensiv-Kräfte ausfallen, und G.D. seine Chance (die er bisher leider noch nie wirklich hatte) bekommt und auch nutzt?

Im übrigen, Gute Besserung J.F.!

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Bernd Engesser  

Bernd Engesser

Registriert seit: 22.07.2012

Kommentare: 2

22. Juli 2012 - 17:55 Uhr

Garra Dembélé und Santini sind die einzigen echten Stürmer im Kader. Garra ist sowohl technisch als auch körperlich der stärkere dieser beiden. Er muss sich an das Freiburger System gewöhnen und die (Spiel-)Intelligenz dazu hat er. Sein Problem ist wohl die Einordnung in die Gruppe. Wenn er dies noch lernt, dann kann er eine echte Stütze des Freiburger Spieles werden.
Übrigens: auch Papiss Cissé hat einige Zeit gebraucht, bis er gezündet hat. Also behaltet Garra und gebt ihm eine Chance.

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Michael Gruber

Registriert seit: 07.01.2010

Kommentare: 35

22. Juli 2012 - 18:31 Uhr

Das ist keine Schelte in Richtung Dufner. Der Mann hat zwar wie die gesamte Vereinsführung schon Fehler gemacht (man denke nur an die mehr als peinliche Geschichte mit Abdessadki), aber wie gesagt: kein Manager der Welt ist in Sachen Transfers vor einem Fehlgriff gefeit.
Und wenn die sportliche Leitung mit Streich an der Spitze glauben würde, dass Dembélé doch noch zu einer verlässlichen Grösse reifen könnte, wäre man sicher nicht so einfach bereit, ihn zu transferieren.
Ach ja: auch der Terrazzino ist übrigens ein gelernter Stürmer / Rechtsaussen und kein Mittelfeldmann!

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Udo Dreier

Registriert seit: 25.05.2010

Kommentare: 109

23. Juli 2012 - 08:00 Uhr

Martin Roller M.R.
"D.D. - G.D.- J.F.", oder meinten Sie M.V.V., J.F.K. und M.C.V?

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