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21. Januar 2012
Neujahrskonzert Wien
CD: KLASSIK & CO: Sinfonische Sträuße
Nicht jede Ausgrabung muss gleich eine Trouvaille sein. Was die Strauß-Archäologen im diesjährigen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker an Novitäten, sprich Vergessenem, aus der Musik rund um die Wiener Sträuße präsentierten, hat sich den Archivschlaf verdient: Weihevolle Gelegenheitswerke wie der "Vaterländische Marsch" oder Johann Strauß’ monumentaler Walzer "Rathausballtänze", in dem sich der alternde Komponist mit Selbstzitaten ein Denkmal setzt, werden auch unter dem veredelten Philharmoniker-Anstrich nicht zu großen Tongemälden. Mehr Reiz hat da schon die realistische Biedermeier-Idylle einer Eisenbahnfahrt: der Copenhagener Eisenbahn-Dampf-Galopp des dänischen Strauß Hans Christian Lumbye. Dass die Wiener Sängerknaben wieder mal mit von der Partie sind, gehört zur Neujahrskonzert-Folklore, auch wenn man den Chor intonatorisch schon reifer gehört hat. Dafür präsentieren sich die Philharmoniker unter Mariss Jansons als das Strauß-Orchester : mit feinen Rubati und klingendem Charme. Gegen Fieberphantasien wie in Josef Strauß’ sinfonischem Walzergemälde "Delirien" ist auch aus medizinischer Sicht nichts einzuwenden...
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Autor: Alexander Dick
