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11. Juli 2017

Die Facetten des Tangos

Josefina Aymonino und Freiburgs Akkordeon-Orchester.

Leidenschaft, Aufrichtigkeit, Schmerz und Hoffnung – all diese Gegensätze finden sich im Tango. Klänge angesiedelt zwischen Trauer und Trost, Verlangen und Verzweiflung, irdischer Sehnsucht und himmlischer Leichtigkeit. Diese verschiedensten Ausdrücke – zugleich Sinnbild einer einzigartigen Mischung – bringt Volker Rausenberger mit dem Freiburger Akkordeon-Orchester auf die Bühne im Freiburger E-Werk. Mit "Another Night in Argentina" entführten die Musiker zum zweiten Mal zusammen mit Sängerin Josefina Aymonino aus La Plata in den Schmelztiegel der Kulturen.

Es ist heiß im Saal. Auf der Bühne durch die Scheinwerfer noch mehr. Temperaturen wie in Argentinien. Perfekt für eine Tangonacht, die das Feuer noch mehr anfachte und den zündenden Funken auf das Publikum überspringen ließ. Das Tango-Kaleidoskop schillert in allen Farben und Formen. Schwermütige Thematik mit getragenem Rhythmus ist eine Seite des Tangos. Keck, melodiös und dabei durchwoben mit Witz sind die klassischen Tango de Salon von Carlos Gardel. Josefina Aymoninos Stimme im Zusammenspiel mit dem Klang des Orchesters ist eine wahre Freude. Detailliert arbeitet Aymonino die unterschiedlichsten Konnotationen heraus. Im Duett mit Rausenberger schmiegen sich Stimme und Klang des Akkordeons noch mehr an. Der Ausdruck: zerbrechlich und angreifbar, gefühlvoll, dann wieder mit rassigem Temperament. Aymonino changiert zwischen Melancholie und Feuer.

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Aber auch die rein instrumentalen Stücke machen aus dem Tango- auch einen Konzertabend. Etwa bei Piazzollas "Concierto para quinteto" bei dem sich die fünf Orchesterstimmen ineinander verschachteln – ein Emotionsreigen der Gefühle. Tango, das wird an diesem Abend deutlich, kann filigran und gläsern, aber auch Symbol für Widerstand, Kampf und Härte sein. Bemerkenswert und herausragend ist auch die Interpretation des Ensembles bei Stefan Wolpes Tango, der nur Anklänge an die Originalform enthält, auf Bruchstücke reduziert wird. Trotz aller Abstraktheit gelingt es den Musikern, die Seele der Musik sprechen zu lassen. Tango in Vollendung.

Weitere Konzerte: Sa, 15. Juli, 20.30 Uhr, Maja-Bühne Emmendingen, Steinstr. 2/2, und So, 16. Juli, 19 Uhr, Rainhof-Scheune Kirchzarten, Höllentalstr. 96.

Autor: Katharina Bächle