Heroisches mit großer dynamischer Bandbreite

Edward H. Tarr

Von Edward H. Tarr

Mo, 14. Mai 2018

Klassik

Trompetenglanz und Orgelklang: Rudolf Mahni und Carsten Klomp spielten in der evangelischen Kirche in Grenzach.

Am Freitagabend konzertierte das Duo Mahni-Klomp in Grenzach. Rudolf Mahni ist Erster Trompeter im Philharmonischen Orchester Freiburg, Carsten Klomp ist seit Oktober 2012 Professor für künstlerisches Orgelspiel an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg und Organist der Heidelberger Universitätsgemeinde an der Peterskirche. Was ist so speziell an einem solchen Duo, bei dem sich die Königin der Instrumente (die Orgel) und das Instrument der Könige (die Trompete) verbinden? Beide verbindet das Heroische und eine große dynamische Klangbreite.

Beginnend mit dem dreisätzigen Concerto h-moll von Johann Gottfried Walther, das Klomp für Trompete und Orgel bearbeitet hatte, konnte man Mahnis strahlenden Klang, mit dem er mit seiner Piccolo-Trompete die Tutti-Passagen der Ecksätze heraushob, wohltuend genießen. Ihre Erfahrung im Zusammenspiel wurde prägnant: Intonation und Balance waren wie aus einem Guss. Es folgte das Pièce d’Orgue in G von Johann Sebastian Bach, BWV 572, bravourös mit agogischem Vorwärtsdrang von Klomp eindrücklich gespielt.

Die vier folgenden Werke stammten aus der Zeit der Romantik. Eine neue Klangwelt der sanften, bezaubernden Klänge tat sich auf. Besonders überzeugend das kantable Spiel auf dem Flügelhorn von Mahni beim Choralvorspiel "Auf Christi Himmelfahrt allein" von Gustav Flügel. Eine weitere Bearbeitung Klomps war das "Intermezzo" aus der 4. Orgelsonate von Josef Gabriel Rheinberger, bei dem Mahni mit der C-Trompete mitwirkte. Bei der folgenden "Cantilène religieuse" von Theodore Dubois spielte Mahni so leise, dass man den Atem anhalten musste, so subtil, filigran. Eine wahrhaft gelungene Überleitung zum Rheinbergerschen "Abendfrieden", der sich wohltuend abhob mit seinen warmen, volltönenden Akkorden.

Bei den sechs Rumänischen Volkstänzen von Béla Bartók, die Klomp für Trompete und Orgel bearbeitet hatte, benutzte Mahni verschiedene Dämpfer, die die Klangwirkungen interessant differenzierten. Es folgten zwei Choralvorspiele, die Klomp komponiert hatte. Den langsamen "Heilger Geist, du Tröster mein" führte Mahni vom Chorraum aus; trotz der Entfernung zur Orgel war das Duo immer im Einklang, leise und intonationssicher. Das folgende "Jesus Christus herrscht als König" spielte Klomp allein, ungestüm, voller Verve. Das Programm schloss mit vier Chorälen von Jean Langlais; Mahni führte zwei auf der Piccolo-Trompete und zwei auf der C-Trompete auf. Die begeisterten Zuhörer erklatschten sich eine pfiffige, jazzige Zugabe, die die chorallastige Stimmung gelungen aufhellte.