KRITIK IN KÜRZE

Georg Rudiger

Von Georg Rudiger

Di, 29. Januar 2019

Klassik

Hae-Kyung Jung und das Raschèr Quartet in Freiburg

Die Musik von Johann Sebastian Bach ist für beide Jubilare essentiell. Sie bildete auch den roten Faden im Konzert von Hae-Kyung Jung (Orgel) und dem Raschèr Saxophone Quartet (50 Jahre) in der ausverkauften Freiburger Christuskirche. Die Bezirkskantorin, die für ihr zehntes Freiburger Dienstjubiläum geehrt wurde, eröffnete den Abend mit dem Contrapunctus I aus der "Kunst der Fuge", dem die von den vier Saxofonen gespielten Contrapuncti IV und IX folgten. Christine Rall (Sopransax), Elliot Riley (Altsax), Andreas van Zoelen (Tenorsax) und der für den erkrankten Kenneth Coon eingesprungene Noah Bedrin am Baritonsax verleihen den strengen Fugen eine sinnliche Note. In Victoria Borisova-Ollas’ "In a World Unspoken" (2005) bilden Orgel und Bläserensemble einen homogenen Klangkörper. Auch ein Streicherorchester inklusive Tremolo kann Jung ersetzen in Barbara Thompsons großartigem, auch mal groovenden "Mirages" (2004). Arvo Pärts meditatives "Da Pacem Domine" (2004) spielt das Ensemble so innig wie ein Gebet. Das Ende des stimmigen 80-minütigen Konzertes bildet der, zwischen Orgel und Saxofonquartett klug aufgeteilte Contrapunctus XIV Fuga a 3 Soggetti. Ein Symbol dafür, dass die Arbeit der Jubilare noch nicht vollendet ist.