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12. Januar 2012 18:12 Uhr
Baden-Badener Osterfestspiele 2013
Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker starten durch
Von der Salzach an die Oos: Die Berliner Philharmoniker und ihr Chef Sir Simon Rattle haben das Programm ihrer ersten Osterfestspiele nach Salzburg, 2013, in Baden-Baden präsentiert.
Sir Simon hat den britischen Humor auch nach über zwölf Jahren Berlin-Präsenz nicht verlernt. Ob er sich auch englische Musikschwerpunkte vorstellen könne beim neuen Osterfestival, fragt ihn ein Journalist. Der Maestro aus Liverpool schmunzelt: Angesichts dessen, dass "wir Briten allen Grund haben, über unsere Musik ,modest‘ – bescheiden – zu sein: vielleicht in homöopathischen Dosen."
Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker sind angekommen in Baden-Baden. Jedenfalls demonstrieren der Chefdirigent des deutschen Orchesterflaggschiffs, dessen Intendant Martin Hoffmann und der Medienvorstand und Solocellist Olaf Maninger geballte Zuversicht, als sie vor Ort – auf der Bühne des Baden-Badener Festspielhauses – ihr erstes Osterfestspielprogramm an der Oos im Jahr eins nach Salzburg – 2013 – präsentieren. Und natürlich der Hausherr. Denn Intendant Andreas Mölich-Zebhauser hat den Coup, der im vergangenen Mai nicht nur die Fachwelt überraschte, maßgeblich mit eingefädelt. Und auch wenn keine Zahlen genannt werden: Er scheint die Finanzierung des "künstlerischen Abenteuers" unter Dach und Fach zu haben, dank der potenten Förderer und Freunde des Festspielhauses. Da fällt zum Beispiel der Name Deutsche Bank-Stiftung, die sich in einem Teilbereich des neuen Festivals für die Nachwuchsförderung stark macht.
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Kein Wunder, dass die Vokabel "neu" die Programmpräsentation wie einen roten Teppich unterlegt. Dabei ist das Musiktheater – und die Berliner kommen gerne nach Baden-Baden, weil sie natürlich auch auf dem Terrain Oper reüssieren wollen –, mit dem das erste Osterfestival im Wagner- und Verdi-Jahr 2013 eröffnet wird, nicht neu. Aber dafür kein Standard im Repertoire der Philharmoniker. Simon Rattle wird Mozarts "Zauberflöte" zum ersten Mal dirigieren, und die letzte Platteneinspielung der Philharmoniker (mit Karl Böhm) liegt auch schon 47 Jahre zurück. Für die Neuinszenierung des Stücks, "vor dem jeder Dirigent und Regisseur Ehrfurcht haben muss" (Rattle), zeichnet der bildmächtige kanadische Routinier Robert Carsen verantwortlich. Und unter den Solisten an den vier Abenden finden sich Namen wie José van Dam, Simone Kermes oder Michael Nagy. Einzig vakant: die Rolle des Sarastro. Den sollte Thomas Quasthoff singen, der aber nun seine Karriere vorzeitig beendet. Musiktheater bleibt eine Säule der Osterfestspiele – weitergehen soll es mit "Manon Lescaut" (2014), dem "Rosenkavalier" (2015) und "Tristan und Isolde" (2016).
Weitere Schwerpunkte des ersten Festivals: drei Orchesterkonzerte mit Mahlers Zweiter, Bruckners Neunter und Brahms Klavierkonzert Nr. 1 (Solist: Krystian Zimerman) unter Rattle sowie einem Romantik-/Impressionismusprogramm unter Andris Nelsons. Neben einem Orchesterfest werden die Philharmoniker viel Präsenz bei Meisterkonzerten an diversen Schauplätzen in der Kurstadt zeigen. Wie auch bei der Nachwuchsförderung und Education-Projekten. Dazu gehören eine neue "Zauberflöte für Kinder" und Pauline Viardot-Garcías für Baden-Baden verfasste Aschenputtel-Oper "Cendrillon" mit Studierenden der Baden-Württembergischen Musikhochschulen als Solisten. Eine Matinee des Bundesjugendorchesters soll den Schwerpunkt Jugend des neuen Festivals unterstreichen, das, so Mölich-Zebhauser, "exklusiv, aber nicht elitär" sein will. Weshalb der Intendant besonders stolz darauf ist, dass die Kartenpreise nicht höher sein werden als in den anderen Festspielperioden. Der Vorverkauf startet am 15. März, für Freundeskreismitglieder einen Monat früher.
Autor: Alexander Dick
