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28. September 2012 13:31 Uhr

Sparpläne

SWR beschließt Fusion der Orchester in Stuttgart und Freiburg

Der SWR-Rundfunkrat hat nach kontroverser Debatte die umstrittene Fusion seiner beiden Orchester beschlossen. Ein Antrag, die endgültige Abstimmung noch bis 2013 zu verschieben, wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt.

  1. Klarheit für die Musiker Foto: Michael Bamberger

SWR-Intendant Peter Boudgoust, sagte, auch nach intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten habe es keine finanzierbare Alternative zu der Entscheidung gegeben: "Man muss kein Totengräber der Kultur sein, weil man das Positive der Fusion sieht." Auch den Musikern müsse eine weitere "Hängepartie" erspart bleiben.

Nach dem Beschluss sollen das Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg sowie das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart aus Spargründen ab 2016 fusionieren. Von den bislang 200 Musikern würden nach der Zusammenlegung nur noch 120 weiterbeschäftigt, sagte ein Betroffener. Eine Gruppe von Orchestermusikern war eigens zu der öffentlichen Sitzung nach Mainz angereist und reagierte mit Entsetzen auf das Votum.

Keineswegs sei die geplante Zusammenlegung ein Selbstzweck, sagte Boudgoust. Allerdings hätten weder die drei betroffenen Kommunen Freiburg, Baden-Baden oder Stuttgart noch das Land Baden-Württemberg konkrete Hilfsangebote gemacht, um die Finanzierung beider Orchester zu sichern.

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Der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) warf der SWR-Leitung vor, mit dem Fusionskonzept würden zwei Ensembles der europäischen Spitzenklasse aufgelöst. "Kulturpolitisch halte ich das für falsch." Der SWR habe zu enge Fristen für die Suche einer neuen Rechtsform für die Orchester vorgegeben, kritisierte er.

Der SWR gibt nach eigenen Angaben pro Jahr bislang fast 30 Millionen Euro - 30 Prozent des Etats der Hörfunkdirektion - für seine Klangkörper aus. Der Sender muss bis 2020 aber voraussichtlich 166 Millionen Euro einsparen.

Das Radio-Sinfonieorchester in Stuttgart verfügt über 102 Planstellen, das Sinfonieorchester in Baden-Baden und Freiburg über 98 Stellen. Hinzu kommt das Vokalensemble Stuttgart mit 36 Sängern. Zusätzlich trägt der SWR zusammen mit dem Saarländischen Rundfunk die Deutsche Radiophilharmonie in Saarbrücken und Kaiserslautern.

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Autor: epd


10 Kommentare

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Harald Martin

Registriert seit: 28.09.2012

Kommentare: 50

28. September 2012 - 14:13 Uhr

Und wo wird das fusionierte Orchester seinen Sitz haben?
Um allen Ansprüchen zu genügen, wird es wohl wechselnd
Konzert-Zyklen spielen?!
Auf Kosten der Einsparung!
Vom angespannten Klima und dem schwierigen Miteinander
im neuen Orchester ganz zu schweigen.

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Robert Schreiber

Registriert seit: 23.09.2012

Kommentare: 15

28. September 2012 - 14:30 Uhr

Bravo,super gemacht SWR ! Damit haben Sie zwei Orchester auf Weltniveau (!!!) wohl zu einem Chaotenverein fusioniert..

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Martin Diehr

Registriert seit: 16.01.2012

Kommentare: 275

28. September 2012 - 14:49 Uhr

Der Nachfrage wurde Rechnung getragen. Alle die sich hier Kritisch äußern sollten sich selber Fragen, wie oft sie Konzerte Besucht haben.....ein-zweimal im Jahr reicht da nicht.

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Klaus Hörner

Registriert seit: 28.09.2012

Kommentare: 1

28. September 2012 - 16:08 Uhr

Ich empfehle allen Interessierten, den beruflichen Werdegang des Herrn Boudgoust auf Wikipedia nachzulesen, um beurteilen zu können, wieviel er von Kultur versteht und wie er zu seiner jetzigen Position gekommen ist. Überflüssig zu erwähnen, welcher Partei er angehört.... Warum um alles in der Welt hat er sich denn seinerzeit nicht für den Intendantenposten bei 9live oder beim DSF beworben???

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Uwe Drescher

Registriert seit: 08.07.2009

Kommentare: 721

28. September 2012 - 18:38 Uhr

Auch noch ein gebürtiger Badener, der zwei Orchester in Baden auf dem Gewissen hat. Na bravo. Hauptsache Stuttgart kann sich wieder mal alleine rühmen.

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Michael Basket  

Michael Basket

Registriert seit: 30.07.2009

Kommentare: 1208

28. September 2012 - 19:21 Uhr

Immer wird gejammert, die öffentlich-rechtlichen sollen mal sparen mit dem Geld der Gebührenzahler. Jetzt tun sie es, dann ist bes auch nicht Recht. Typisch Deutsch! Alle sollen sparen, nur nicht in meinem Interessenkreis.... Deutschland ist schon komisch: Keiner will Atomkraft, aber gegen Windräder wird geklagt. Natur finden alle gut, aber gegen den kähenden Hahn wird geklagt. Die Sender sollen endlich sparen, aber jetzt wird gejammert übde die Zusammenlegung eines Orchesters. Der deutsche Michel fordert allen ernstes Einsparungen, will aber davon nicht betroffen sein. Jammern auf hohem Niveau hat halt doch zurecht in der BRD seine Heimat.......

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Peter Schneiderhahn  

Peter Schneiderhahn

Registriert seit: 25.11.2011

Kommentare: 504

28. September 2012 - 19:49 Uhr

@Hr Basket,

wenn die Deutschen einerseits gegen das eine aber auch gegen das ander sind, dann liegt es vielleicht daran, dass es innerhalb der Deutschen auch unterschiedliche Gruppierungen gibt!

Nun zum Thema:

Die ÖR sollen in der Tat sparen und zwar bei den Programmpunkten, die sowieso schon durch private Anbieter mehr als abgedeckt sind!
Die ÖR sollten die 'Lücken' schließen, die Private nicht oder nur unzuverlässig füllen. Dazu zählen (für mich) möglichst objektive und gut recherchierte Nachrichten und eben auch ein breites Kulturangebot - ohne Quotendruck

Nur aus diesem Grund sind die GEZ-Gebühren sinnvoll, garantiert nicht für Wettbewerb mit Mainstreaminhalten, das geht auch ohne Gebühren!

Hr. Boudgoust treten Sie zurück, Sie sind für diese Position ungeeignet!

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Roman Weingardt  

Roman Weingardt

Registriert seit: 02.12.2010

Kommentare: 3198

28. September 2012 - 23:59 Uhr

"Hr. Boudgoust treten Sie zurück, Sie sind für diese Position ungeeignet!"

Ein wahrer Ausspruch, der ungehört verhallen wird!

Leider!

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Klaus Schweizer

Registriert seit: 29.09.2012

Kommentare: 1

29. September 2012 - 12:37 Uhr

Hiermit sei vorgeschlagen, Herrn Intendant Boudgoust mit einer hohen Abfindung baldmöglichst in die Wüste zu schicken. Ihm und seinem willfährig abnickenden Rundfunkrat ist es in weit vorauseilendem Übereifer entgegen gegenteiliger Beteuerungen gelungen, im Rekordtempo zwei Spitzenorchester zu künftigem Mittelmaß zu verurteilen, exzellente Musiker zu frustrieren und zum Weggang aufzufordern, riesige Spesenausgaben durch hektische Dienstfahrten quer durchs Land zu programmieren und schließlich dem Sender die Chance zu verderben, mit seinen beiden Orchestern höchst werbewirksam kulturelle Leuchttürme zu erhalten, geeignet, den allerorten sich ausbreitenden medialen Einheitsbrei hell leuchtend zu überragen. Eine bittere Stunde für das (vorgebliche?) Musikland Baden-Württemberg!

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Dieter Heinzmann

Registriert seit: 04.10.2012

Kommentare: 1

04. Oktober 2012 - 20:10 Uhr

Ich möchte mir erlauben, den Orchestervertretern vorzuschlagen, Folgendes zu tun und jew. medial zu verbreiten:

1) Rechtsweg gegen TV-Übertragung dopingverseuchter Sportarten (Zweckentfremdung öffentlicher Gebühren): Ich würde an Ihrer Stelle an die höchsten Gerichte gehen!

2) Rechtsweg gegen Doppelübertragung von Sport: Wenn z. B. das kostenlose Eurosport die Vierschanzentournee überträgt, ist es doch Gebührenverschwendung, dasselbe auch (zeitgleich) öffentl.-rechtl. zu senden!

3) Rechtsweg gegen sonstige Gebührenvergeudung, z. B. wenn bei Interviews mehrere öffent.-rechtl. Sender mit Kamerateams auftauchen: Da reicht ein Sender, der sein Material an die anderen weitergibt...

4) RSO in Stuttgart, ein Originalklangorchester in Freiburg: Es ist seit vielen Jahrzehnten bekannt, dass klassische Musik zumindest bis zum 2. Weltkrieg ganz anders (VIEL BESSER) geklungen hat, als sie heute i. d. R. zu hören ist. Es ist ein Dauerskandal, dass Originalklang auch bei großen Symphonieorchestern (Hist. Aufführungspraxis UND histor. Instrumenarium) nicht längst STANDARD ist (Der RSO-"Stuttgart Sound" Norringtons war nur ein Kompromiss). Es ist unbegreiflich, dass bislang nur ein winziger Teil des symphonischen Repertoires im Originalklang zu hören ist (z. B. Ravels "Bolero" mit dem hervorragenden "Muggenorchester" "Anima eterna"!)
Die Fusionsdebatte bietet die einmalige Chance, statt des bisherigen SWR-Orchesters in Freiburg/Baden-Baden das m. W. erste ständige, staatlich unterhaltene Originalklangsymphonieorchester der Welt einzurichten! Vielleicht in Kooperation mit dem Freiburger Barockorchester kann man realistisch das beste Originalklangsymphonieorchester der Welt etablieren!

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