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12. September 2011

Ein Anfang der zauberhaften Art

Collegium Musicum Basel erstmals unter Kevin Griffiths.

  1. Kevin Griffiths Foto: privat

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", schrieb Hermann Hesse. Für das Collegium Musicum Basel und seinen neuen Chefdirigenten Kevin Griffiths trifft das auf jeden Fall zu, wie sich beim Konzert am Freitag im Stadtcasino zeigte. Griffiths, in London geboren und im Kanton Zürich aufgewachsen, studierte in Basel Geige, ehe er die Dirigentenlaufbahn einschlug. Für das erste Konzert als künstlerischer Leiter des Basler Orchesters hatte er ein reizvolles und anspruchsvolles Programm ausgewählt.

Carl Maria von Webers Ouvertüre "Beherrscher der Geister" bildete den Anfang, ein Werk, das eigentlich als Ouvertüre einer Oper "Rübezahl" geplant war. Griffiths entlockte dem Orchester einen satten Klang, bei dem die unterschiedlichen Passagen sehr nuanciert gestaltet wurden. Das dynamische Spektrum von mächtigem Fortissimo bis zu kaum hörbaren Stellen war beeindruckend. Die raue Landschaft des Riesengebirges konnte man sich bildlich vorstellen.

Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 ist eines der bekanntesten und beliebtesten Werke des Komponisten. Solist war war der 1983 in Moskau geborene, mittlerweile mehrfach ausgezeichnete Nikolai Tokarev. Orchester und Pianist zogen große Spannungsbögen, das Tempo wurde organisch variiert bei der zupackenden Interpretation dieses Werkes mit seinem monumentalen Kopfsatz. Auch die teilweise bei dem sehr schnellen Tempo, das Griffiths anschlug, halsbrecherisch virtuosen Passagen meisterte Tokarev mit Bravour. Dabei behielten Solist und Orchester immer das Ganze im Auge, führten eine lebhafte, angeregte Zwiesprache, bei der die musikalischen Motive sehr gut weiter gegeben wurden, die Spannung groß aufgebaut und dann wieder dezent abgebaut wurde. Immer aber herrschte der Eindruck vor, dass alle Mitwirkenden souverän über dem Werk stehen. Auch innerhalb des Orchesters war die Balance zwischen den Instrumentengruppen fein ausgewogen, es agierte wie ein einziges Instrument. Der Pianist überzeugte nicht nur durch Virtuosität, sondern auch durch seine große Musikalität, mit der er das Werk intensiv gestaltete, dabei auch das Pedal sehr maßvoll einsetzte. Ebenso überzeugend wie die furiosen Passagen gelangen die lyrischen im zweiten Satz. Nach dem Klavierkonzert gab es schon erste begeisterte Bravo-Rufe.

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Dvoraks Sinfonie Nr. 8, wegen ihres Erfolgs in England auch "Die Englische" genannt, bildete mit ihren Anklängen an die böhmische Volksmusik den stimmungsvollen Abschluss des Konzertes. Reizvoll wurde der Gegensatz zwischen Bläserkantilenen und herabstürzenden Streicherläufen im zweiten Satz gestaltet, immer aber merkte man dem Orchester an, dass es sich bei seiner Musik wohl fühlt. So gelang auch bei diesem Werk eine begeisternde Interpretation. Wie man hört, ist auch das Orchester mit seinem neuen Dirigenten sehr zufrieden. Die Voraussetzungen dafür, dass auch der weiteren Entwicklung ein Zauber innewohnt, sind also sehr gut.

Autor: gmf