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26. Januar 2012

Reizvolle Kontraste

Wäldele und Laub in der Lörracher Bonifatiuskirche.

"3 Musiker – 7 Möglichkeiten" sollte das Konzert am Sonntagabend in der Lörracher Kirche St. Bonifatius zu Gunsten einer neuen Orgel in der Inzlinger Pfarrkirche St. Peter und Paul eigentlich überschrieben sein. Nachdem die Sopranistin Birte Niemann, die bei dem Konzert gleichen Titels am Samstagabend in der Kanderner Kirche schon mit ihrer Indisposition zu kämpfen hatte, nunmehr kaum noch einen Ton herausbrachte, reduzierte sich das Programm auf "2 Musiker – 3 Möglichkeiten", wobei sich die Anzahl der Möglichkeiten auf die Kombinationsmöglichkeiten bezog, in denen die Musiker auftraten – vom Solo jedes Musikers bis zum Duo – das Trio musste eben entfallen. Der in der Regio bestens bekannte Oboist Hansjürgen Wäldele überbrachte die schlechte Nachricht dem reichlich erschienenen Publikum, konnte aber als Trostpflaster nicht nur das verkürzte Programm, sondern das Nachholen des ursprünglich geplanten Konzertes zu einem späteren Zeitpunkt verkünden. Zusammen mit dem Organisten von St. Bonifatius, Roman Laub, bot er ein oftmals sehr meditatives Konzert, das indes keine Wünsche offen ließ.

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Felix Mendelssohn-Bartholdys zweite Orgelsonate in c-moll bildete den Auftakt. Mit voller Registrierung eröffnete Laub das Grave, im starken Kontrast dazu registrierte er den zweiten Satz, nach dem meditativen Anfang ein jubilierender Höhepunkt, gleichermaßen prachtvoll und von großer Innigkeit. Die abwechslungsreiche Registrierung zog sich durch das ganze Werk, auch die abschließende kurze Fuge gelang durchsichtig. Die Improvisation für Oboe, mit der Wäldele danach sein Instrument in allen Facetten vorstellte – vom gerade noch hörbaren Beginn über aufregende Passagen mit Mehrstimmigkeit – nutzte den ganzen Raum. Spielend durchschritt Wäldele die Kirche, wandte sich erst nach einem abrupten lauten Einwurf dem Publikum zu. Die Improvisation ließ sich so als "Gesamtkunstwerk Oboe" bezeichnen, deren Klang sehr vielfältig gehandhabt wurde.

César Francks "Prélude et variation" ist ein eher meditatives Werk, das ideal zu der neuen Jann-Orgel in St. Bonifatius passt. Stimmungs- und klangvoll legte Laub es an, jederzeit aber sehr gefällig, die Struktur immer klar gegliedert. Eigentlich schade, dass man dieses schöne Werk so selten geboten bekommt. Zum Abschluss hörte man dann die Sonate für Oboe und Basso continuo B-Dur von Georg Friedrich Händel, die sehr prachtvoll interpretiert wurde. Große Spannungsbögen wurden gezogen, der Charakter des Werkes gut wiedergegeben. Dabei kontrastierte der Oboenklang reizvoll mit dem Klang des Oboenregisters der Orgel, war überhaupt immer hervorragend in den Orgelklang eingebettet. Am Schluss großer Applaus.

Autor: Grischa Freimann