Maurizio Pollini

KLASSIK: Verhaltene Geschmeidigkeit

rog

Von rog

Sa, 14. April 2018

Klassik

Maurizio Pollinis Verdienste um Sachlichkeit in der Klavierinterpretation stehen außer Frage. Souverän ist auch sein Beitrag zum Debussy-Jahr: Er wählt aus dem Spätwerk des Franzosen die Préludes II, kredenzt sie transparent und – trocken. Oft geschwind, vielleicht etwas "geschäftsmäßig", aber nie überbordend. Auch in der Suite "En blanc et noir" für zwei Klaviere drängt sich die Überschrift "Verhaltene Geschmeidigkeit" auf – das stets grenzberührende Moment Gefühl im musikalischen Spiel "verbal" zu ordnen. In der dreiteiligen Suite aus dem Jahr 1915 wirkt Sohn Daniele Pollini wohlgesetzt und unauffällig am zweiten Flügel. Wer’s lebendiger, aber auch etwas weniger werktreu mag, der sei auf die alten Gieseking- oder Casadesus-Einspielungen verwiesen.

Maurizio Pollini: Debussy: Preludes II, En blanc et noir (DG).