Wettbewerb der Hochschwarzwälder Kindergärten

Kleine Kinder, große Gewinner

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Fr, 18. Januar 2019 um 17:39 Uhr

Titisee-Neustadt

Der Lions Club belohnt mit 14.000 Euro alle 34 Arbeiten aus 20 Kindergärten, die den Hochschwarzwald aus ihren Augen betrachtet haben.

Was sie wohl anfangen werden mit dem Geld? Claudia Laufer und Fabiola Hauser vom evangelischen Kindergarten in Neustadt machen sich vergnügt erste Gedanken. Das Team vom Schwalbennest in Rötenbach stößt mit Sekt an. Beide Einrichtungen und noch acht weitere aus dem Hochschwarzwald haben soeben erfahren, dass sie beim Wettbewerb des Lions Clubs einen ersten Platz belegt und damit jeweils 800 Euro gewonnen haben.

Die restlichen zwölf Kindergärten sind aber nicht leer ausgegangen. Jeder von ihnen hat mindestens 250 Euro gewonnen – mindestens, weil manchmal auch mehrere Arbeiten abgegeben wurde. 34 waren es zusammengenommen. 14 000 Euro hat der Club ausgeschüttet, das war der (leicht aufgestockte) Reinerlös aus der Adventskalenderaktion 2018, die im fünften Jahr ein Rekordergebnis brachte.

So war die Preisverleihung am Donnerstagabend im Kurhaus Hinterzarten eine entspannte Angelegenheit. Denn es gab keine Verlierer. Das war eine salomonische Entscheidung der Jury, die es sich in einem fast zweistündigen Auswahlverfahren nicht leicht gemacht hatte. Die größten Gewinner sind die kleinen Jungen und Mädchen, die sich in teils wochenlanger Arbeit mit dem Motto des Wettbewerbs beschäftigt haben: Der Hochschwarzwald oder die eigene Gemeinde aus Kinderaugen betrachtet. Diese Aufgabenstellung hatte der Lions Club gewählt mit der Idee, dass die Kindergärten für ihr Wirken zweifellos eine Förderung verdienen, dafür aber etwas tun sollen. Malen, basteln, formen, kleben – alles war erlaubt. Mit Ideen, Fantasie, Geschick, Eifer, Fleiß und dem Blick von Kindern, die so anders beobachten und wahrnehmen als Erwachsene es tun, sind wahre Kunstwerke entstanden. Manche sind so groß, dass sie mit dem Transporter zur Ausstellung nach Hinterzarten gefahren werden mussten. Oft fühlt man sich an Ali Mitgutschs Wimmelbücher erinnert, in denen desto mehr schöne Einzelheiten auftauchen, je länger man schaut. Alles ist behutsam an- und ineinandergefügt, nicht von ungefähr steht überall der Hinweis "bitte nicht berühren". Die Arbeiten des evangelischen Kindergartens mit dem Eisweiher und der des Schwalbennests mit einem ganz liebevoll gestalteten Würfelspiel sind nur zwei Beispiele. St. Raphael in Titisee zeigt den See samt Unterwasserwelt. Der Neustädter Waldkindergarten mit dem Regenbogen zaubert eine ganze Waldlandschaft in einen Karton. St. Michael (Neustadt) hat aus buntem Papier ein Kirchenfenster geklebt. Der Rötenbacher Sprachheilkindergarten führt mit einem dreiteiligen Bild quer durch die Sehenswürdigkeiten der Region. Das Kinderhaus Kunterbunt verbindet an einer Kuckucksuhr der besonderen Art Eindrücke von Sommer und Winter. St. Josef aus Hinterzarten lockt den Betrachter ins Eichhörnchenwäldchen. St. Theresia (Breitnau) ist Kuhl drauf. Alles in Einzelheiten zu erzählen würde den Rahmen sprengen, deshalb seien hier nur noch einige Appetithappen gereicht: Biberhaus, Hochfirstschanze mit Flutlicht, Schluchsee in Varianten, Feuerwehrauto mit Hydrant, Lenzkirch, die Gutach und ihre Enten, Kinderbuch und Traktor und, und, und ...

Mitgemacht haben noch Pfiffikus Neustadt, St. Michael St. Märgen, Dittishausen, Waldkindergarten Ruhbühl Lenzkirch, Kinderhaus Sternschnuppe Mariahof Neustadt, St. Nikolaus Schluchsee, Kita Christina Neustadt, St. Elisabeth Neustadt und Wälderwichtel Saig.
Die Ausstellung ist noch geöffnet bis 27. Januar täglich von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, in ein Modellhäuschen am Eingang zum Saal darf gespendet werden – der Inhalt wird an die 20 Kindergärten ausgeschüttet.