Beim Internet geht es jetzt ganz schnell

Heiner Fabry

Von Heiner Fabry

Do, 24. März 2016

Kleines Wiesental

Mit dem bevorstehenden Baubeginn für das Nahwärmenetz in Tegernau werden auch Glasfaser verlegt / Zuschuss vom Land: 90 Prozent.

TEGERNAU. Durchgängig gute Nachrichten gab es am Dienstag bei einer Bürgerinformation im Rathaus in Tegernau. Nach Vorarbeiten von rund zwei Jahren wird im kommenden Monat mit der Realisierung des Tegernauer Nahwärmenetzes begonnen. Parallel wird dort mit der Verlegung von Glasfaserkabeln begonnen – und das Ministerium für den ländlichen Raum wird dieses kostspielige Breitbandnetz mit 90 Prozent fördern.

Wärme ab September 2016: Im kommenden Winter werden jene Bürger, die sich für einen Anschluss an das Nahwärmenetz entschieden haben, ihre Wärme aus dem eigenen Netz in Tegernau erhalten. Wie berichtet, wird es überwiegend mit der Verfeuerung von Holzhackschnitzeln betrieben. Das war die erste gute Nachricht, die Martin Halm, Geschäftsführer der Kraftwerk Köhlgartenwiese GmbH, am Dienstag bekannt gab. Die vertraglich vereinbarte Wärmelieferung aus dem Nahwärmenetz ab Ende September 2016 ist damit gesichert.

Verträge: Nach aktuellem Stand liegen 29 Vereinbarungen mit Bürgern vor, von denen 16 sowohl den Hausanschluss sowie die anschließende Wärmelieferung bestellt haben. Die übrigen haben sich im ersten Schritt für den Hausanschluss entschieden, wollen die Wärme aber später beziehen, zum Beispiel, wenn die eigene Ölheizung den Geist aufgibt. Vier weitere Interessenten an der Gresger Straße haben sich für einen Anschluss im Jahr 2017 entschieden. Mit der evangelischen Kirchengemeinde werden noch Gespräche geführt. Die Zustimmung der Gemeindeverwaltung für ihre Gebäude liege vor, führte Martin Halm weiter aus. Die komplette Planung sei nun erstellt, die Finanzierung gesichert und die Ausschreibungen an die Firmen erfolgt.

Zeitplan: Der Ausführungszeitraum wird sich von April bis September 2016 erstrecken. Die Bauarbeiten werden nach jetzigem Planungsstand in Schritten erfolgen. Im ersten Bauabschnitt werden am Rathaus der Hackschnitzelbunker und die Heizzentrale erstellt (siehe Grafik). Leitungen und Anschlüsse werden verlegt vom Rathaus bis Kircheck und weiter entlang der Ortsstraße bis zum Pfarrhaus.

Im zweiten Bauabschnitt erfolgt die Realisierung vom Rathaus östlich entlang der Ortsstraße bis zur Landesstraße L 139 und weiter in die Gresger Straße und zum Mühlebächle. Der darauffolgende Bauabschnitt führt entlang der L 139 bis zum Sägewerk und hinauf in die Besengasse. Die Bauleitung wird Moritz Bausch von der EWS Energie GmbH übernehmen (Elektrizitätswerke Schönau).



Subvention für Internet: Die größte Überraschung brachte Paul Kempf vom Zweckverband Breitband des Landkreises Lörrach mit, der direkt von Gesprächen im Ministerium in Stuttgart in die Sitzung nach Tegernau gekommen war: Parallel zur Verlegung der Nahwärmeleitungen wird das Glasfaserkabel für den Breitbandausbau in Tegernau verlegt – und er hatte vom Ministerium die Zusage erhalten, dass für die Gemeinde Kleines Wiesental für den Breitbandausbau die Förderung nach dem sogenannten "Schwarzwaldparagraphen" in Höhe von 90 Prozent genehmigt werde. Diese Förderung betrifft sowohl den "Backbone" im Landkreis wie die Feinplanung der Gemeinde für die Anschlüsse in den Orten. Mehr noch: Um die Arbeiten am Nahwärmenetz nicht zu verzögern wird das Ministerium eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilen, nach der mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, auch wenn die schriftliche Förderzusage noch nicht vorliegt.

Rechnungsamtsleiterin Jacqueline Dumont und Martin Halm bedankten sich bei Paul Kempf für seinen Einsatz. "Die Realisierung des Nahwärmenetzes wird nicht am Breitband scheitern", sagte Kempf.

Das Nahwärmenetz ist ein neues wirtschaftliches Standbein des Strom- und Gaslieferanten EWS, der seit Kurzem Miteigentümer des interkommunalen Kraftwerks Köhlgartenwiese ist. Interesse an einem solchen Nahwärmenetz gibt es auch in Wies.