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14. November 2015

Nahversorgung

Dorfladen in Wies ist fast profitabel

Dorfladen Wies steigert Umsatz auf knapp 300 000 Euro / Defizit von 2400 Euro / Lösung beim Mindestlohn zeichnet sich ab.

  1. Der Dorfladen in Wies Foto: Archivbild: Dieter Miss

  2. Dieter Miss berichtete in der Vereinssitzung unter anderem von der Entwicklung in der Mindestlohn-Debatte. Neben ihm Nadja Miss und Erika Bechtel. Foto: Heiner Fabry

KLEINES WIESENTAL-WIES. Wenn auch das erklärte Ziel der "schwarzen Null" im Geschäftsjahr 2014 um 400 Euro verfehlt wurde, blickten Vorstand Dieter Miss und Aufsichtsrats-Vorsitzender Rolf Vollmer sehr zufrieden auf das Dorfladen-Jahr 2016 in Wies zurück. Beide verbanden ihre Rechenschaftsberichte mit einem herzlichen Dank an die Mitarbeiterinnen und ehrenamtlichen Helfer für ihren außerordentlichen Einsatz und an die Bürger für ihre große Solidarität mit dem Dorfladen.

In seinem kurzen Bericht informierte Rolf Vollmer über die vierteljährlichen Sitzungen mit dem Vorstands-Team des Dorfladens. Er konnte berichten, dass die Prüfung durch den Genossenschaftsverband keinerlei Beanstandungen ergeben hatte.

Vorsitzender Dieter Miss ging auf die Zahlen des Geschäftsjahres 2014 ein und berichtete, dass der Nettoumsatz um 2300 Euro gesteigert werden konnte, so dass der Bruttoumsatz nur ganz knapp unter 300 000 Euro lag. So wurde ein Rohertrag von 59 000 Euro erwirtschaftet. Die prozentualen Kostenposten stellte Dieter Miss jeweils in Relation zu den Zahlen benachbarter Dorfläden und zeigte auf, dass die Kosten in Wies jeweils deutlich unter den Vergleichswerten anderer Läden lagen.

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Solidarität der Bürger mit dem Laden ist groß

Das liege daran, dass in eigenen Räumen gewirtschaftet wird und keine Miete anfällt. Außerdem sind die Lohnkosten vergleichsweise gering, was dem außerordentlichen Engagement der Mitarbeiterinnen im Kernteam zu verdanken sei, betonte der Vorstandssprecher. Die Versammlung genehmigte den Jahresabschluss 2014 einstimmig bei einer Enthaltung und genehmigte den Vortrag des Fehlbetrags auf die neue Rechnung.

Im Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr berichtete Dieter Miss, dass der Umsatz für die ersten drei Quartale wieder um rund 3000 Euro gestiegen ist. "Auch das Betriebsergebnis ist per Ende September um 1500 Euro besser als im Vorjahr, so dass wir zuversichtlich sind, die ’schwarze Null’ in diesem Jahr zu erreichen", verkündete er. Die Solidarität der Bürger mit dem Dorfladen in Wies und den Nebenorten sei fantastisch, sagte Miss und spendete ein großes Lob an alle.

Einen breiten Raum nahm die Diskussion über die noch nicht abgeschlossene Mindestlohndebatte für die Mitarbeiterinnen des Kernteams ein. Dieter Miss zeigte den Film, der in der Landesschau Baden-Württemberg über den Dorfladen Wies gezeigt worden war. Er bedankte sich für die Unterstützung des Bundestags-Abgeordneten Armin Schuster und der Landtagsabgeordneten aller Fraktionen. Er hob das Engagement von Justizminister Rainer Stickelberger hervor, der sich im Land wie im Bund für eine Lösung der offenen Fragen rund um die Mindestlohn-Verpflichtung ehrenamtlicher wirkender Genossenschaften und ganz besonders für den Dorfladen in Wies eingesetzt hat. "Wir haben jetzt eine Lösung gefunden, mit der wir den gesetzlichen Vorschriften entsprechen, ohne die wirtschaftliche Existenz unseres Dorfladens gefährden zu müssen", betonte er.

Am Ende dankte Rolf Vollmer dem Vorstand und allen Mitarbeitern und Helfern. "Die Arbeit geht weiter und wird nicht weniger werden", betonte Vollmer und erklärte, dass weitere ehrenamtliche Helfer dringen benötigt werden. "Wer unserem Dorfladen und damit dem Erhalt der Lebensqualität in unserem Dorf helfen möchte, sollte sich im Dorfladen melden", erklärte der Ortsvorsteher. "Wir sind auch weiter auf die Hilfe der Bürger dringend angewiesen."

Autor: Heiner Fabry