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16. Oktober 2014

Ein Scheck für den großen Holzofen

Landesregierung unterstützt das geplante Nahwärmenetz Tegernau mit 5400 Euro / Auch in Wies Interesse an Hackschnitzelheizung.

  1. Mit gespaltenem Holz, das nicht als Bau- oder Möbelholz taugt, soll die Heizzentrale einmal über 20 Gebäude und Wohnungen in Tegernau heizen können und für Heißwasser sorgen. Foto: energy crops GmbH/vattenfall

  2. Gerd Schönbett Foto: dsa

KLEINES WIESENTAL. Am heutigen Donnerstag werden um 10 Uhr im Freiburger Regierungspräsidium vier Schecks den Besitzer wechseln: Regierungsvizepräsident Klemens Ficht überreicht jeweils Beträge von 5400 Euro an die Vertreter von vier Landgemeinden – darunter ist auch der Bürgermeister des Kleinen Wiesentals. Das Geld soll dem Aufbau eines Nahwärmenetzes in Tegernau dienen. In Wies gibt es die ersten Stimmen, die sich die umweltfreundliche Wärme aus Holz ebenfalls gut vorstellen können.

Die vier Gemeinden Endingen, Bad Dürrheim, Lenzkirch und Kleines Wiesental erhalten aus der sogenannten "Energie Region Südschwarzwald" einen Förderscheck in Höhe von jeweils 5400 Euro. Ziel der Landesregierung Baden-Württemberg ist es, damit eine dezentrale Energiewende vor allem im ländlichen Bereich voranzubringen. Es sind die ersten vier geförderten Projekte. Die "Energieregion Südschwarzwald" ist das Folgeprojekt der "Bioenergieregion Südschwarzwald Plus" (2009 bis 2013).

Die Idee, ein Nahwärmenetz in Tegernau aufzubauen, hatte laut Bürgermeister Gerd Schönbett ursprünglich ein Nachbar der Gemeindeverwaltung in Tegernau. Nachdem der Gemeinderat vor zwei Jahren zunächst kein Geld für Voruntersuchungen locker machen wollte, hat sich dies mittlerweile gewandelt. Der 5400-Euro-Scheck aus Freiburg spielt eine zentrale Rolle und soll die Hälfte der vermuteten Untersuchungskosten decken. Außerdem hat sich der im vergangenen Jahr gegründete Verein Erneuerbare Energien Kleines Wiesental des Themas angenommen. Die Vorarbeiten zur Schaffung eines Nahwärmenetzes für Tegernau wurden wesentlich von Werner Schleith und Gerhard Pfeifer in Kooperation mit der HBG Zell geleistet. Eine erste grobe Wirtschaftlichkeitsberechnung wurde vor Kurzem im Gemeinderat vorgestellt. Nun soll die Feinanalyse folgen.

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Sollte sie zu einem positiven Fazit kommen, könnte in der Tegernauer Ortsmitte eine Holzhackschnitzelheizung gebaut werden, die mit Holz aus dem Gemeindewald betrieben wird. Über isolierte Rohre würde das Heißwasser zu den Kunden fließen. In Frage kommen Privatleute im Ortskern, die Kirche und die Gemeinde mit ihren Bauwerken (alter Kindergarten, neues Rathaus, früheres Lehrerhaus, bisheriges Verwaltungsgebäude mit Post und Sparkasse sowie Feuerwehrhaus). Der Energien-Verein kann sich eine Realisierung schon nächstes Jahr unter der Trägerschaft der neuen Kraftwerk Köhlgartenwiese GmbH vorstellen. Der Bürgermeister mag hingegen noch keinen Zeitpunkt nennen. Offen sei derzeit auch, wer einmal die Heizanlage am günstigsten betreiben könne.

Inzwischen werden auch Gespräche mit der Ortsverwaltung in Wies geführt, wo ebenfalls Interesse an einem Nahwärmenetz für den Ortsteil Wies bekundet wurde, sagt der erste Vorsitzende des Vereins, Heiner Fabry.

Autor: Dirk Sattelberger