Neues Rathaus für die Gemeinde Kleines Wiesental

Eine rundum gelungene Einweihungsfeier

Edgar Steinfelder

Von Edgar Steinfelder

Mo, 14. April 2014 um 14:47 Uhr

Kleines Wiesental

In festlichem Rahmen wurde das neue Rathaus der Gemeinde Kleines Wiesental in der ehemaligen Tegernauer Grundschule eingeweiht.

KLEINES WIESENTAL. Der festliche Rahmen für die Einweihung des neuen Rathauses der Gemeinde Kleines Wiesental in der ehemaligen Tegernauer Grundschule hätte stimmungsvoller nicht sein können. Man sah nur freudestrahlende Gesichter bei Bürgermeister Gerd Schönbett, den Ehrengästen und den vielen Besuchern während des unterhaltsamen Programms beim Festakt am Sonntagnachmittag im sonnendurchfluteten Sitzungssaal.

Man habe sicher noch nicht daran gedacht, dass nach der Schließung und dem Umzug der Grundschule im Jahre 2012 das leer stehende Gebäude schon 2014 zum Sitz der Gemeindeverwaltung werden würde, so Gerd Schönbett bei seiner Eröffnungsansprache. Der Gemeinderat sei damals vom Vorschlag des Ideengebers Günter Giesin, das Rathaus in die Schule zu verlegen und in den ehemaligen Verwaltungsräumen eine Arztpraxis unterzubringen, auf Anhieb überzeugt gewesen. Mit dieser Lösung könne zudem auch die ärztliche Versorgung im Kleinen Wiesental mit der Ärztin Frau Dr. Hiltrud Heim langfristig gesichert werden, so der Bürgermeister. Gerd Schönbett freute sich über die vielen Gäste, darunter Landrätin Marion Dammann, der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster, seine Bürgermeisterkollegen aus den umliegenden Städten und Gemeinden und auch seine ehemalige Grundschullehrerin Heide Stromberger, die ihm als Bub in der dritten Grundschulklasse das Rüstzeug für seinen beruflichen Werdegang vermittelt habe. Zu Dank sei er auch der Landrätin verpflichtet, die sich für die Genehmigung der Fördergelder aus dem Ausgleichsstock eingesetzt habe, so der Bürgermeister.

Mit einem eher nachdenklichen Psalm begann der evangelische Pfarrer Christian Rave seine Einweihungspredigt. Weil er wisse, dass man im Tal immer und überall gerne singe, wählte er sinnigerweise das Lied "Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut", in das die Gäste gerne und lautstark mit einstimmten.

In ihrer Festansprache bezeichnete Landrätin Marion Dammann die Einweihung der neuen Verwaltungsräume als einen weiteren Meilenstein im Zusammenwachsen der ehemals autonomen Ortschaften zur Einheitsgemeinde. Sie glaube fest an die Zukunft des Kleinen Wiesentals und werde sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass Gelder aus den Fördertöpfen hierher fließen werden.

Fast symbolischen Charakter hatte die fetzige Tanzeinlage der Zumba-Gruppe Kleines Wiesental unter der Leitung von Ines Kuttler und Manuela Huber. Schließlich sei man überzeugt, dass die Verwaltungsangestellten ihre Arbeit in den neuen Räumen genau so schwungvoll wie bisher erledigen werden. Und weil sich die Verwaltungsmannschaft in vorbildlicher Weise beim Übergang und Umzug tatkräftig engagiert hatte, gab es ein Sonderlob und kleine Präsente vom Bürgermeister. Für beste Stimmung sorgte gleich zu Beginn der alemannische Liedbarde Andreas Schaffrinna mit einigen typisch Kleinwiesentäler Songtexten.

Hauptamtsleiterin Claudia Brachlow gestand mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung, dass es endlich und zu aller Zufriedenheit geschafft sei. Die zusätzliche Belastung habe das Rathausteam noch enger zusammen geschweißt, meinte sie. Auch Bauhofleiter Peter "Pepsi" Dahlmann und seine Mitarbeiter hätten mit ihrem unermüdlichen Einsatz an Eigenleistungen in 2256 Stunden beim Abriss und Ausbau, sowie beim Gestalten der Außenanlagen und Parkplätze die Finanzierungskosten für die Gemeinde erheblich reduziert, so Bürgermeister Gerd Schönbett. Dass sie das neben dem anstrengenden Winterdienst im strengen Winter 2012 auf sich genommen hätten, verdiene Respekt. Auch die veranschlagten Gesamtkosten des Umbaus von insgesamt 850 000 Euro könne man nach dem derzeitigen Stand einhalten. Die Gemeinde habe nur 200 000 Euro an Eigenkosten zu finanzieren, weil 650 000 Euro an Zuschuss aus dem Ausgleichsstock in das Projekt geflossen seien.

Architekt Harald Klemm bedankte sich dann bei der Gemeinde und den beteiligten Handwerksbetrieben für die nahezu reibungslose Zusammenarbeit. In dem barrierefreien Gebäude könnten Verwaltung und Bürger noch besser Hand in Hand zusammen wirken. Dass von den insgesamt 20 Firmen auch 13 Betriebe aus der Region beteiligt werden konnten, sei sehr erfreulich, meinte er. Dem Bürgermeister überreichte der Architekt einen gebackenen Teigschlüssel mit einigen erhaben aufgebrachten Wiesewellen. Nachdem dann Landrätin Marion Dammann, der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster und Bürgermeister Gerd Schönbett das rote Band vor dem Haupteingang durchgeschnitten hatten, durften die Besucher die neuen Verwaltungsräume inspizieren und anschließend bei Kaffee und Kuchen die gelungene Eröffnung mitfeiern.