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03. Juli 2012 15:56 Uhr

Endlich wieder ein Pfarrer im Kleinen Wiesental?

Hoffnung für evangelische Christen

Seit langer Zeit haben die drei Dörfer Tegernau, Neuenweg und Wies keinen evangelischen Pfarrer mehr. Jetzt gibt es endlich einen Bewerber für die Pfarrerstelle im Kleinen Wiesental (Landkreis Lörrach).

  1. Christian Rave will Pfarrer für Tegernau, Wies und Neuenweg werden und hielt am Sonntag einen vielbeachteten Gottesdienst in Wies. Links Dekanin Bärbel Schäfer, rechts Christian Raves Ehefrau und Gemeindediakonin Eva-Maria Glück. Ganz rechts im Bild: Pfarrerin Susanne Roßkopf aus Schlächtenhaus. Foto: paul berger

KLEINES WIESENTAL. Erhält die Kirchengemeinde "Oberes Kleines Wiesental", zu der Tegernau, Neuenweg und Wies gehören, bald einen eigenen Pfarrer? Die Zeichen hierfür stehen recht gut: Christian Rave hat sich für die Stelle beworben. Zurzeit arbeitet er für das Hilfswerk "Brot für die Welt" in Stuttgart.

Nach einem Votum des Ältestenrats über die Neubesetzung der Pfarrstelle wird der Bezirkskirchenrat sowie der Oberkirchenrat über die Besetzung der seit längerem vakanten Pfarrstelle entscheiden, berichtet Dekanin Bärbel Schäfer aus Lörrach. Allerdings dürfte es sich hierbei nur noch um eine reine Formsache handeln. Mit Pfarrer Rave (58) würde auch seine Frau Eva-Maria Glück ihren Wirkungskreis ins Kleine Wiesental verlegen, denn sie bewirbt sich in der Nachbargemeinde Kandern um die dort ausgeschriebene Stelle als Gemeinde-Diakonin.

Beide sehen im Schwarzwald so etwas wie ein Stück Heimat. In Dachsberg auf dem Hotzenwald, wo sie ein kleines Wochenenddomizil besitzen, gefällt es ihnen recht gut. Leider konnten sie dieses bislang nur selten nutzen – der Weg von Stuttgart in den südlichen Schwarzwald ist eben weit und recht zeitaufwändig. Dies könnte sich ändern, wenn Christian Raver und Eva-Maria Glück bald ins Pfarrhaus in Tegernau einziehen. Auch für Pfarrerin Susanne Roßkopf (Schlechtenhaus) sowie für ihren Kollegen Philipp van Oorschott, der seit geraumer Zeit in der Betreuung der Gemeinden aushilft, brächte eine Neubesetzung der Pfarrstelle die gewünschte Entlastung. Freuen würden sich auch die 1800 Gemeindemitglieder von Tegernau, Neuenweg und Wies, wenn sie ihren eigenen Pfarrer hätten (die BZ berichtete mehrfach).

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Dass Christian Raver, der einige Jahre seiner Kindheit in Tennenbronn im Schwarzwald verbracht hat, einen gesunden Humor mitbringt und darüber hinaus auf die Menschen zuzugehen versteht, bewies seine Predigt beim gut besuchten Sonntagsgottesdienst in der Kirche in Wies. Dorthin war der am Sonntag geplante Gottesdienst "Auf dem Lipple" wegen des schlechten Wetters verlegt worden. Musikalisch umrahmt wurde die kirchliche Feier vom Musikverein Neuenweg unter Dirigentin Ulrike Oßwald.

Ob Christian Rave die Stelle als Pfarrer in Tegernau, Neuenweg und Wies erhält, wird nach dem Votum des Kirchengemeinderates letztlich vom Bezirks- und vom Landeskirchenrat entschieden. Die Herzen der Gottesdienstbesucher jedenfalls hat der freundliche Pfarrer bereits gewonnen, wie die Verabschiedung am Ende des Gottesdienstes bewies.

Auch seine Tätigkeiten als Gemeindepfarrer in Holland sowie in Waldshut belegen, dass er mit Menschen umzugehen weiß. In Freiburg war er von 1996 bis 2008 als Hochschulpfarrer für Studenten tätig.

Autor: Paul Berger