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30. Mai 2009

Humor aus dem Stegreif

Muetterspröchler in Hausen erlebten einen unvergesslichen Abend mit Liedermacher Gero Herr

  1. Liedermacher Gero Herr war zu Gast bei den Muetterspröchlern in Hausen, diesmal im evangelischen Gemeindehaus. Foto: Manfred Wagner

HAUSEN (BZ). Einen unvergesslichen Abend mit dem Liedermacher Gero Herr erlebten die Muetterspröchler im evangelischen Gemeindehaus in Hausen. Dass Gero Herr über viel Humor und schlagfertigen Witz verfügt, der gelegentlich bis zum Sarkasmus reicht, war schon nach seinen ersten Beiträgen klar. Der "Niederalemanne", wie er sich selbst bezeichnete, versprühte den ganzen Abend lang viele Ideen und tolle Stegreifeinlagen.

Beispiele dafür lieferte er bereits bei seiner Vorstellung. Seine Interpretation vom "Hans im Schnoogeloch" war ein echter Volltreffer, der Ausgang seiner Geschichte vom Rotkäppchen verwunderlich. Dank Gero Herr kennen die Muetterspröchler nun auch die Geschichte vom "Bürgermeister Pfiffedeckel" oder auch das Gedicht "Was ist recht?".

Gero Herr bezeichnete das Hochalemannische als "das Maß aller Dinge", was bei einigen der Sprachkundigen in der Region vielleicht den Kamm schwellen lässt. Umgekehrt kann er auch verstehen, dass Leute im Wiesental gelegentlich Mühe mit dem Freiburger "Bobbele" oder dem "See-Alemannisch" haben.

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Große Wertschätzung empfindet er für den leider viel zu früh verstorbenen Mundartdichter Roland Hofmaier, dessen Lied "Im Wiisedal, im Wiisedal, … do schwätze mer, wie d’Schnuure g’wachse isch" vorgetragen wurde. Auch andere Liedermacher wie Frank Dietsche mit seinem "Hett i lieber Schittli g’spalte" und der Berner Mani Matter kamen zu Ehren. Gero Herr möchte seine Zuhörer nicht nur gut unterhalten, er möchte auch zum Nachdenken, Mitmachen und gelegentlichen Mitsingen anregen.

Schon lange lebt der Ortenauer Mundart-Sänger und Interpret des Alemannischen in Freiburg. Er betont aber stets, kein "Bobbele" zu sein. Z’Friburg arbeitet er als Lehrer mit respektablem Zusatzstudium und als Schulleiter an einer Sonderschule. Zum Schluss seiner Beiträge trug Gero Herr noch ein Lied auf Schriftdeutsch vor. Nach viel Applaus dankte Gruppenleiter Fritz Brutschin dem sympathischen Ortenauer und überreichte eine Flasche Markgräfler Gutedel und "ein paar Landjäger für den Fall, dass er auf dem Rückweg etwas Nahrhaftes bräuchte, weil er etwa in einen Stau gerät". Eine Anspielung auf Herrs ironische Einlage "Vom selber gemachten Stau". Fritz Brutschin gratulierte noch einigen langjährigen Muetterspröchlern zu ihren Jubiläen: Dem Ehepaar Gerold und Verena Vollherbst-Mayer aus Zell, das in diesem Monat ihre goldene Hochzeit feiern konnte. 40 gemeinsame Ehejahre verbinden Adolf und Sigrid Brutschin-Klemm aus Eichen miteinander. Sie gehören alle zum treuen Stamm der Muetterspröchler.

Die nächste Zusammenkunft findet am 18. Juni im Evangelischen Gemeindehaus statt. Referentin ist die aus Colmar stammende Liliane Bertolini, die Gedichte und Lieder auf Elsässisch vortragen wird, ergänzt von Proben aus Küche und Keller.

Autor: bz