Lebendiges Erinnern an einstige Zeiten

Heiner Fabry

Von Heiner Fabry

Di, 04. September 2018

Kleines Wiesental

Beim Krone-Frühschoppen wurde das Buch "Wie es einmal war im Schwarzwald" vorgestellt / Besucher steuerten Anekdoten bei.

KLEINES WIESENTAL-TEGERNAU. Am Sonntag stellte Gerald Nill beim Krone-Frühschoppen in Tegernau sein Buch "Wie es einmal war im Schwarzwald" vor. Eigentlich müsste es genauer heißen, "Wie es einmal war im Kleinen Wiesental und im Zeller Bergland" erklärte Hans Viardot zu Beginn. Denn die Zeitzeugnisse, die der Gresgener Neubürger und Reiseleiter in seinem Buch gesammelt und dokumentiert hat, handeln hauptsächlich von der erweiterten Region dieses Gebietes.

Gerald Nill arbeitete früher als Redakteur für die Westfälische Rundschau, bis ihn 2013 der Entscheid des Verlages, die Redaktionsarbeit an einen Wettbewerber zu übertragen, zwang, sich beruflich neu zu orientieren. Als Glücksfall erwies sich, dass sich Gerald Nill und seine Frau schon 2011 entschieden hatten, das Alte Rathaus in Gresgen als neue Heimat zu erwerben. Heute arbeitet der Verfasser als Reiseleiter für englischsprachige Touristen aus aller Welt, die auf ihren Reisen den Schwarzwald und besonders den Südschwarzwald, das Kleine und Große Wiesental und das Zeller Bergland kennen lernen wollen. Bei seinen Exkursionen und Führungen zu den alten Bauernhöfen, dem Vogtsbauernhof, dem Schniederlihof beim Schauinsland und dem Schneiderhof in Kirchhausen, erlebte er, wie seine Gäste immer wieder von der Welt des Schwarzwalds und seiner Menschen ergriffen waren. Bei Gerald Nill entstand schon bald der Wunsch, ein Buch über die Besonderheiten der Region und der hier lebenden Menschen zu schreiben.

Der nächste Glücksfall ergab sich, als der Verfasser beim Brauchtumsmarkt 2017 in Raich die Vorsitzende des Brauchtumsvereins, Sonja Eiche, kennenlernte. Sonja Eiche hatte sich selbst mit dem Gedanken getragen, ein solches Buch zu schreiben. Eine Liste der Ansprechpartner und ihrer jeweiligen Themen hatte sie schon vorbereitet und übergab diese Liste jetzt an Gerald Nill.

Der Verfasser führte zahlreiche Interviews und gestaltete eine faszinierende Dokumentation über Leben, Arbeit und Feiern im Südschwarzwald. Das Buch, das Gerald Nill am Sonntag offiziell dem Publikum vorstellte, wurde vom Biosphärengebiet Südschwarzwald gefördert. Für den reichen Bildteil stellten die Gesprächspartner bereitwillig ihre privaten Fotos zur Verfügung. Weitere Fotos stammen aus der Sammlung von Hans Viardot.

Um einen lebendigeren Eindruck vom Inhalt des Buches zu vermitteln, als es eine reine Lesung gekonnt hätte, stellten Gerald Nill, Sonja Eiche und Hans Viardot es gemeinsam vor. An die Vorstellung über die verschiedenen Themen des Buches schlossen sich Kurzpräsentationen, prägnante Episoden und einzelne Würdigungen der interviewten Menschen an.

Schon in diesem ersten Teil der Buchvorstellung nahmen die Zuhörerinnen und Zuhörer lebhaften Anteil, steuerten eigene Erinnerungen bei und bestätigten oder ergänzten die beschriebenen Schilderungen vom Leben im Südschwarzwald, vom Arbeiten und vom Feiern. So entstand eine mehrstündige, lebendige Erinnerung daran, "Wie es einmal war im Schwarzwald."

Zum Schluss des Krone-Frühschoppens las Gerald Nill doch noch sein Lieblingskapitel aus seinem Buch "Von Geistern und Hexen", in die der Verfasser einige eigene augenzwinkernde Kommentare eingefügt hat.