Nahwärme soll Tegernau heizen

Heiner Fabry

Von Heiner Fabry

Sa, 27. September 2014

Kleines Wiesental

Nahwärmenetz-Projekt für Tegernau geht in die nächste Runde / Ziel: Realisierung ausloten / Baukosten bis zu 800 000 Euro.

KLEINES WIESENTAL. Der Gemeinderat Kleines Wiesental steht hinter der Idee, im Dorfzentrum von Tegernau ein Nahwärmenetz zu bauen. Einstimmig beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, einen zweiten Förderantrag in Höhe von 5000 Euro für eine Detailkonzeption zu stellen.

"Jetzt haben Sie es in der Hand, ob das Projekt zustande kommen kann oder nicht", sagte Daniel Weiß, Geschäftsführer der Firma HBG (Holzwärmebetriebsgesellschaft) aus Zell. Die erste konkrete Bedarfserhebung in Tegernau habe ergeben, dass es Interesse bei den Bürgern gebe und dass ein Nahwärmenetz wirtschaftlich machbar sei. Eine wesentliche Voraussetzung sei, dass der Gemeinderat hinter dem Projekt stehe, denn rund 30 Prozent der untersuchten Gebäude seien im Eigentum der Gemeinde. "Wenn Sie mitmachen, dann ist das Projekt so gut wie abgesichert", so Daniel Weiß.

Regierungspräsidium Freiburg sieht die Sache positiv

Der erste Kurz-Check sei von Mitgliedern des Vereins "Erneuerbare Energien im Kleinen Wiesental" vorgenommen und positiv abgeschlossen worden. Eine Prüfung durch das Regierungspräsidium verlief ebenfalls positiv, und der Gemeinde wird die Förderung für diese erste Maßnahme bewilligt. Für die jetzt anstehende Detailkonzeption ist eine weitere Förderung bis zur Höhe von 5000 Euro, das entspricht der Hälfte der tatsächlich zu erwartenden Kosten, möglich. Für eine Realisierung sei mit einer Investition von 700 000 bis 800 000 Euro zu rechnen.

Ohne öffentliche Förderung geht es wohl nicht

Zusätzliche Förderung des Projektes durch die Energieregion Südschwarzwald ist möglich. "Und mit dem heute beschlossenen Gesellschaftsvertrag der neuen Kraftwerk Köhlgartenwiese GmbH kann das Kraftwerk als Betreiber des Nahwärmenetzes auftreten", sagte Weiß. Dadurch können zusätzliche Fördermittel für den Leitungsbau beantragt werden. Eine entsprechende Absichtserklärung der Gesellschafter des Kraftwerks Köhlgartenwiese liege vor. Und mit einer Investition um die 700 000 Euro für eine Baumaßnahme in Tegernau werde die Wertschöpfung in der Region gestärkt, sagte Daniel Weiß.

Über die Frage der Fortführung des Projektes gab es keine Diskussion im Gemeinderat. Die einzige Wortmeldung kam von Ratsmitglied Heinz Eichin (Wieslet). Der Ingenieur sagte: "Das ist ein tolles Projekt – das müssen wir machen". Der Gemeinderat war der gleichen Meinung und beschloss einstimmig, die Verwaltung mit der Antragstellung für die weitere Förderung zu beauftragen.