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21. Juli 2012 17:48 Uhr

Parteitag in Karlsruhe

CDU bricht mit Mappus – legt aber keine Rechenschaft ab

Die baden-württembergische CDU – ein Verein für offene Aussprache? Das war sie nie und will sie wohl auch nie werden. BZ-Redakteur Stefan Hupka hat dies auch angesichts des Parteitags in Karlsruhe festgestellt.

Wenn ein CDU-Parteitag "Aussprache" auf die Tagesordnung setzt, bedeutet das: Einer spricht es aus und die anderen nehmen es zur Kenntnis. So auch am Samstag in Karlsruhe: Thomas Strobl, der Landesvorsitzende, tat das, was er in diversen Interviews zuvor auch schon getan hatte: Er distanzierte sich mit größtmöglicher Kühle vom abgewählten Regierungschef Mappus und dessen milliardenteurer EnBW-Geheimaktion. Er verschwieg auch die eigene unkritische Mitläuferschaft nicht. Strobl tat damit das, was er tun musste, um sich auf seinem Posten zu behaupten: Er emanzipierte sich von seinem Vorgänger. Wie der Beifall zeigte, ist ihm das gelungen. Vielleicht hat die Partei damit ihren vor einem Jahr gewählten Verlegenheitsvorsitzenden am Samstag erstmals angenommen.

Aber reicht das zur Vergangenheitsbewältigung? War Mappus etwa allein an allem schuld? Und warum lag die Partei ihm noch vor zwei Jahren zu Füßen? Wer hier mehr erwartet hatte vom ersten CDU-Parteitag nach den EnBW-Enthüllungen, der wurde enttäuscht. In altbekannter Manier verweigerten sich die Christdemokraten der fälligen Aussprache in eigener Sache. So, als wollten sie sagen: Das sind Familienangelegenheiten, die gehen niemanden etwas an. Das wäre ein Irrtum. Diese Partei war Regierungspartei und will es wieder werden. An den Folgen ihres Regierens – zumal den finanziellen – tragen die Nachfolger schwer. Die Öffentlichkeit kann Rechenschaft beanspruchen. Diese Rechenschaft ist die CDU schuldig geblieben.

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Autor: Stefan Hupka


2 Kommentare

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Frieder Kohler  

Frieder Kohler

Registriert seit: 23.01.2012

Kommentare: 37

22. Juli 2012 - 11:04 Uhr

"Einer spricht es aus und die anderen nehmen es zur Kenntnis. So auch am Samstag in Karlsruhe": Ja, so, genau so lief die Aufarbeitung der Skandale/Affären von Mandatsträgern der CDU in der Vergangenheit:"Ein Späth ist nicht käuflich", tönte der zurückgetretene "Macher", dessen Nähe zu den wirklich Mächtigen im Lande schon durch die von diesen zur Verfügung gestellten Fahr- und Flugbereitschaften sichtbar wurde, das "Ehrenwort" des Machtmenschen und Kanzlers Kohl wurde mit großem Beifall gefeiert, ein Mayer-Vorfelder konnte mangels Internet-Aufklärung über ein Jahrzehnt das Netzwerk der Partei fördern und nutzen, ein Mappus konnte wie der Niedersachse Wulff MP werden, obwohl das Parteivolk an der Basis schon die Charaktereigenschaften dieser Herrn "erkannt" hatte! Allzumenschlich ist, daß am Ende keiner zu der Jubelschar gehören will und der Blick zurück (gell, Herr Kauder, Frau Schavan) als schädlich eingestuft wird. Da ist doch der Vorschlag des MV zur richtigen Zeit zu lesen: Die Nationalhymne muß gesungen werden, nicht nur von den Nationalspielern - und alles wird gut!! Wie viele "Querdenker" im "Herrschaftsbereich" der schwarzen Ritter mit manipulierten Lanzen aus dem Sattel gehoben wurden, interessierte keine "Sau", was gesetzmäßiges Handeln bedeutet hätte, wurde ausgeblendet. Mappus ist kein Einzelfall - das System Kohl/CDU ist das Problem! Merke: "Von der Sau lernen die Ferkel das Grunzen"!

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Joachim Pape

Registriert seit: 04.12.2009

Kommentare: 638

22. Juli 2012 - 20:27 Uhr

Eigentlich ist der „Fall“ Mappus doch für die CDU in BaWü ein Glücksfall.
Ihm kann jetzt alle Schuld an allen Misserfolgen der letzten Monate zugeschoben werden.

Selbstkritische, ehrliche Aufarbeitung ist den heutigen Protagonisten doch auch fremd.

Wie sagt eigentlich ein CDU-Mitglied zu einem anderen Mitglied?
Doch nicht etwa „Parteifreund“?!

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