Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

23. Januar 2013

Unterm Strich

Freiburger Parfüm für die Partnersuche: Schnuppern und paaren

Freiburger Forscher entwickeln ein Parfüm für die Partnersuche / Von Dominik Bloedner.

Immer wieder samstags. Aufgebrezelt in die Disco, eingehüllt in eine Wolke Parfüm, immer auf der Pirsch. Doch immer wieder nichts. Dabei riecht man doch so gut, und die Flacons aus dem Hause Dolce & Gabbana, Dior oder Calvin Klein sind ja auch nicht umsonst. Die renommierten Hersteller, die in den Kampagnen Schönheit, Freiheit, ewige Jugend und vor allem Sex versprechen, müssen sich bald warm anziehen – besser: Sie können abstinken.

Denn Konkurrenz in Sachen "Duft der Liebe" kommt nun aus dem Labor der umtriebigen Forscher des Freiburger Max-Planck-Instituts für Immunbiologie und Epigenetik. Dort wurde über zehn Jahre hinweg ein Parfüm entwickelt, das Menschen bei der Partnersuche helfen soll. Das synthetische Duftwasser entspreche dem individuellen Körpergeruch und betone ihn, denn dieser spiele bei der Partnerwahl eine entscheidende Rolle, sagte Thomas Boehm, Leiter der Studie.

Sicher, manche riechen gut und können sich gut riechen. Aber was ist mit den Stinkern? Sind auch sie irgendwie sexy? Sind Achselschweiß und Mundgeruch also nicht mehr hinderlich beim Anbandeln? Nicht unbedingt, denn Körpergeruch vermittelt ganz andere, viel subtilere Botschaften. Wir Menschen sind da wie die Tiere. Nicht nur, dass wir wie Schweine schwitzen, wie Elche saufen und wie Tauben turteln. Wir schnuppern uns auch den Partner aus, ganz unbewusst. Die Tiere signalisierten über ihren Körpergeruch, welche Immungene sie haben. "Potenzielle Partner werden danach ausgerochen, ob sie die optimale Ergänzung zu den eigenen Immungenen anbieten. Die Nachkommen sind dann resistent gegen ein breites Spektrum von Krankheitserregern", so Boehm, der die Liebe schon erfolgreich bei Mäusen, Fischen und Vögeln nachgewiesen hat – und nun beim Menschen, in der Studie mit 30 Studentinnen.

Werbung


Das Parfüm zur Partnerwahl sei im Prinzip marktreif, hieß es. Allerdings gebe es bislang keine konkreten Pläne zur Serienproduktion. Leider, der Samstag ist noch nicht gerettet. Nase auf und durch.

Autor: dbl