Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

07. Februar 2012

Kommentar

Kampf gegen Doping: Wieder ein kleiner Schritt

Contadors Story mit dem Steak war dann doch zu dreist.

Das Urteil im Fall Contador ist nur ein kleiner Schritt im Kampf gegen das Doping in der Welt. Aber er trifft die Sportwelt Spaniens bis ins Mark. Der Sportgerichtshof CAS sperrte den Star und demaskierte auf diese Weise alle Bemühungen auf der iberischen Halbinsel, den Sportbetrug zu bagatellisieren. Im Spitzensport Spaniens ist Doping kein Fremdwort, das belegen nicht nur die zunächst mutig in Angriff genommenen und dann jäh abgewürgten Ermittlungen gegen den Sportarzt Fuentes. Es sind, das ließen die Fahnder vor sechs Jahren durchblicken, auch beileibe nicht nur Radprofis und ihre Rennställe, die tief in die pharmazeutische Trickkiste greifen. Es gehört bis heute zu den größten Niederlagen im Anti-Doping-Kampf, dass der Fall Fuentes in dem Augenblick zu den Akten gelegt wurde, als plötzlich auch eine Sportprominenz ganz anderen Kalibers Enthüllungen zu befürchten hatte. Gedopt wird nicht nur im Radsport, und gedopt wird nicht nur in Spanien. Der Versuch, das im Weltsport schon seit den 1970er Jahren verbreitete Testosteron-Doping mit dem Genuss eines Steaks zu erklären, war dann aber selbst dem CAS zu dreist. Das Gericht hielt sich an das, was zu beweisen war: eine positive Probe und – nicht zu vergessen – Hinweise auf eine Bluttransfusion. Das Urteil geht in Ordnung. Aber es ist eben am Ende wieder nur ein kleiner Schritt.

Werbung

Autor: Andreas Strepenick