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09. Februar 2012
Deutscher Exportrekord
Tagesspiegel: Euroland ohne Gleichgewicht
Deutsche Exportfirmen strotzen vor Kraft; 2011 haben sie erstmals Waren ausgeführt, die mehr als eine Million mal eine Million Euro wert sind. Hierzulande wächst der Wohlstand, andere Euroländer darben. Zu wenige ihrer Betriebe halten auf den Weltmärkten mit; die Geldanleger drohen auch deshalb, ihnen keinen Kredit mehr zu geben. Zahlreiche Regierungen brechen Sparpakete übers Knie, viele Europäer spüren die Schuldenkrise hautnah. Deshalb mischt sich in die Freude über die sehr gut laufende deutsche Wirtschaft die Sorge um die Funktionsfähigkeit der Währungsunion. Während deren größte Volkswirtschaft, Deutschland, 2011 einen Außenhandelsüberschuss von 158 Milliarden Euro erzielte, hat die zweitgrößte, Frankreich, 70 Milliarden Euro minus gemacht. Diese Ungleichgewichte kann die Währungsunion nicht auf Dauer aushalten. Die extrem ungleich verteilte Wettbewerbsfähigkeit ist der Kern der Krise. Solange dies so bleibt, sind alle Rettungsaktionen Kosmetik. Es würde nicht helfen, wenn Deutschland jetzt seine Exporte künstlich drosselte. Denn unter dem Strich gebe es dann weniger zu verteilen in Europa und der Wohlstand wüchse weder in Madrid noch in Paris noch in Athen. Dort müssen Reformen angepackt werden und 2011 kam einiges an Unterstützung aus Deutschland. Denn es gab nicht nur einen Export-, sondern auch einen Importrekord. Wir kaufen also im Ausland so viel ein wie noch nie – vor allem in Euroland.
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Autor: Ronny Gert Bürckholdt
