Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

20. März 2014

Tagesspiegel

EU-Geld für die Rheintalbahn: Höchste Eisenbahn

Die Bahnstrecke im Rheintal gilt als eine der ertragreichsten im Netz der Deutschen Bahn. Umso mehr erstaunt der geringe Eifer, mit dem die Bahn deren Ausbau auf vier Gleise vorantreibt – obwohl dann weit mehr Züge rollen könnten als bisher. Aber das ist nicht die einzige Baustelle im noch sehr lückenhaften transeuropäischen Bahnnetz. Das wollen die EU-Mitgliedsstaaten ändern: Bis 2030, so haben sie untereinander vereinbart, sollen diese zentralen Bahnstrecken leistungsfähig ausgebaut sein – auch die Rheintalbahn. Freilich geht von solchen Verträgen kein allzu großer Zwang aus. Doch nun liefert die EU weit überzeugendere Argumente – Zuschüsse in Milliardenhöhe. Bund und Bahn, die bei der Rheintalbahn sich bisher eher als Bremser denn als Lokomotive erwiesen haben, können sich jetzt nicht mehr mit klammen Kassen herausreden – im Gegenteil: Dank der EU steht genügend Geld bereit, um auch die Forderungen der Anwohner nach besserem Lärmschutz zu erfüllen. Was fehlt, sind jedoch Baupläne. Die Bahn lässt sich damit, wie vom Regierungspräsidium gerügt, viel Zeit. Offenbar ist der Ehrgeiz nicht sehr groß, die von der Region erreichten Änderungen in die Pläne aufzunehmen. Doch die EU setzt klare Termine für ihre Zuschüsse – es ist damit höchste Eisenbahn für die Planer. Und es sollte doch niemand bei der Bahn oder im Bund glauben, er könne diese Termine und damit die Zuschüsse verstreichen lassen, ohne politisch abgestraft zu werden.

Werbung

Autor: Wulf Rüskamp