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28. Mai 2010 17:50 Uhr

Stadion-Debatte

Kommt die EM 2016 auch nach Straßburg?

Frankreich hat den Zuschlag für die Fußball-EM 2016 bekommen. Die Grande Nation bewarb sich mit zwölf Austragungsorten, zu denen auch Straßburg zählt. Aber kann die Stadt die für die EM zwingend notwendige Sanierung des Meinau-Stadions überhaupt stemmen?

  1. Jubelnde Fans – wird es solche Szenen 2016 auch in Straßburg geben, wenn Frankreich die Fußball-EM ausrichtet? Foto: ddp

  2. In welchen Städten und Stadien wird 2016 die Fußball-EM in Frankreich ausgetragen? Straßburg hat sich beworben, hat aber keine EM-würdige Spielstätte. Foto: dpa-infografik



STRASSBURG.
Nach der Entscheidung der UEFA für Frankreich als Austragungsland der Euro 2016 hält die Stadt Straßburg an ihrer Bewerbung als eine der 12 Austragungsstädte fest. Die geschätzten 160 Millionen Euro, die ein Umbau des Meinaustadions kosten würde, könne die Stadt Straßburg angesichts der momentanen wirtschaftlichen Lage unmöglich alleine tragen, die Kosten müssten auf mehrere Schultern verteilt werden, forderte der Straßburger Oberbürgermeister heute Nachmittag bei einer Pressekonferenz. Ries und der Präsident der Stadtgemeinschaft Straßburg, Jacques Bigot, hoffen auf die Unterstützung der französischen Regierung in Höhe von zehn Prozent der Umbaukosten, zumal der Straßburger Fußballclub Racing nach dem Abstieg aus der zweiten Profiliga in die französische Amateurliga als Teilfinanzier ausfällt.

"Einige Auflagen der UEFA sollten noch einmal geprüft werden, ob sie wirklich notwendig sind", sagte Jacques Bigot.

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Straßburg nur Ersatzspielort?

In der französischen Bewerbung für die EM sind folgende Bewerberstädte genannt: Paris mit zwei Stadien, Lens, Lille, Bordeaux, Nizza, Toulouse, Marseille, Lyon, Straßburg, Nancy und St. Etienne.
In einem Jahr will der Verband bekannt geben, in welchen neun Stadien die EM ausgetragen wird, und welche nur Ausweich-Spielorte werden. Der Präsident der elsässischen Fußballliga, Albert Gemrich, räumte bei der Pressekonferenz ein, der französische Fußballbund könne Straßburg zu einem der Ersatzkandidaten herunter stufen.
Die konservative Opposition im Straßburger Gemeinderat begrüßt in einer Pressemitteilung die ursprüngliche Bewerbung Straßburgs als Austragungsort, bezieht sich dabei allerdings auf Zeiten, als der Straßburger Racing-Klub noch in der zweiten Profiliga spielte. Nach dem Abstieg des Vereins in die französische Amateurliga vor zwei Wochen lohne ein kostspieliger Umbau nicht mehr. Liga-Präsident Gemrich setzt bei der Pressekonferenz heute dagegen auf das Prinzip Hoffnung: "Bis 2016 ist viel möglich und der Racing hoffentlich wieder aufgestiegen." Ein Umbau des Stadions sei deshalb ein Bekenntnis zu dem elsässischen Traditionsklub.

Bis vor einem Jahr bestand noch die Aussicht auf einen aufwändigen Umbau: Der damalige Klub-Präsident Philippe Ginestet hatte britische Investoren für den Neubau eines "Eurostadium" in Eckbolsheim bei Straßburg ins Boot geholt. Im Juni 2008 zauberte Ginestet Pläne für eine Arena mit Einkaufspassage für Baukosten in Höhe von 250 Millionen Euro aus dem Hut.

Pläne für neue Arena geplatzt

Nachdem die Pläne für das neue Eurostadium geplatzt sind, müsste die Stadt für einen Umbau des alten Stadions bis zur Europameisterschaft selbst tief in die Tasche greifen. Die Opposition hält das für den Steuerzahler für unzumutbar.

Eines steht fest: Im derzeitigen Zustand wird das 1914 eingeweihte und zuletzt 1998 renovierte Straßburger Fußballstadion trotz seiner 36.000 Plätze keineswegs den Anforderungen der UEFA genügen.

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Autor: Bärbel Nückles