Kontroverse Debatte über Windkraft

Andreas Peikert

Von Andreas Peikert

Mi, 07. Juni 2017

Stegen

Stegener Gemeinderat verabschiedet Prioritätenliste für Klimaschutzkonzept / Zweite Energiewerkstatt am 20. Juni.

STEGEN. In Stegen wollen Bürger und Kommunalpolitiker zur Reduzierung umweltschädlicher Treibhausgase beitragen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung erste Projekte ins Auge gefasst, die sich auf lokaler Ebene realisieren lassen. Als Streitpunkt entpuppte sich die Frage, ob und in welchem Umfang die Windkraft dabei eine Rolle spielen darf.

Sabine Barden vom Freiburger Beratungsbüro Endura Kommunal stellte dem Gremium eine Prioritätenliste vor, die kürzlich beim ersten kommunalen Energieworkshop zusammengetragen wurde. Das Spektrum der Ideen im Bereich der Mobilität reicht vom Car-Sharing über eine verbesserte Busanbindung nach Freiburg bis hin zum pragmatischen Vorschlag, für nicht motorisierte Bürger ein sogenanntes Mitfahrbänkle anzubieten. "Wer mitgenommen werden möchte, der wartet auf dem Bänkle", sagte Barden.

Bestandteil eines Energiesparkonzepts soll nach dem Willen der Gemeinderäte auch ein kommunales Informationsangebot fürs Energie- und Wassersparen beinhalten. Wie andere Gemeinden will auch Stegen in Zukunft noch mehr auf die Nutzung der Sonnenenergie setzen.

Gemeinde beantragt Fördermittel für E-Bike-Station

Auf interkommunale Zusammenarbeit baut die Anregung, unweit vom Grünschnittplatz eine Biogas-Anlage zu bauen. Von Bürgern kam auch die Anregung, "Stegener Energiespartage" ins Leben zu rufen. Auf eine Frage von Michael Stumpf (Grüne) wies Bürgermeisterin Fränzi Kleeb darauf hin, dass die Gemeinde dabei sei, Fördermittel für den Bau einer E-Bike-Ladestation zu beantragen.

Eine kontroverse Diskussion löste die Frage aus, inwieweit die Windkraft auf der Prioritätenliste berücksichtigt werden soll. Sabine Barden vom Beratungsbüro machte keinen Hehl daraus, dass die Nutzung der Windkraft "ein gigantisches Potential" eröffne. Nachdem sie für die Aufnahme der Windkraft in die zu beschließende Vorrangliste appellierte, kündigte Peter Rombach (CDU) seinen Widerstand gegen eine solche Vorgehensweise an. Unterstützt von weiteren Räten beantragte er, die künftige Nutzung der Windkraft zwar in den Katalog aufzunehmen, diese aber nicht zu priorisieren.

In der hitziger werdenden Diskussion wies Bürgermeisterin Kleeb darauf hin, dass letztlich nicht der Gemeinderat, sondern Gemeindeverwaltungsverband und Regionalverband über die Errichtung von Windrädern entscheiden. Sie erinnerte an den vor längerer Zeit gefassten Beschluss des Gemeinderats für den Standort Brombeerkopf auf Gemarkung Stegen. Vor einer "Verspargelung" der Landschaft warnte Eschbachs Ortsvorsteherin Sonja Ernst (CDU). "Die Windkraft nicht zu berücksichtigen wäre ein großer Fehler", meinte dagegen Klaus Kiesel (SPD). Ähnlich äußerte sich Pit Müller (Grüne).

Schließlich votierte der Gemeinderat mit großer Mehrheit für den Antrag von Peter Rombach, die künftige Nutzung von Windkraft im Klimaschutzkonzept mit niedriger Dringlichkeit aufzunehmen. Spätestens Anfang 2018 soll das Konzept abschließend vom Rat auf den Weg gebracht werden.

Info: Die jetzt verabschiedeten Basisdaten bieten die Grundlage für eine zweite Energiewerkstatt am Dienstag, 20. Juni, 19 Uhr. Interessierte können sich bei Sarah Berberich, Tel. 0761/3869098-21, anmelden.