Konzentration der Kräfte verhilft zum Sprung in die Regionalliga

Matthias Kaufhold

Von Matthias Kaufhold

Fr, 20. Juli 2018

Tennis

Gleich vier Altersklassenmannschaften der Region schlagen in der kommenden Tennissaison in der höchsten deutschen Spielklasse auf.

TENNIS. Durchschlagenden Erfolg hatten die Breisgauer Tennisvereine im Ligaspielbetrieb der Altersklassen. So viele Meisterfeiern wie in diesem Jahr hat es in den Clubheimen der Region Freiburg bei den Seniorenmannschaften von der Badenliga aufwärts selten gegeben. Nachdem sich die Frauen 65 des Freiburger TC in der höchsten Liga ihrer Altersklasse, der Regionalliga Südwest, Platz eins gesichert hatten, zogen am vergangenen Wochenende weitere Teams nach: So erspielten sich die Frauen 30 des TC Schönberg und die Frauen 40 des TC Mengen die Titel in der Südwestliga und damit das Ticket zur Regionalliga ihres Altersbereichs. Als Regionalligist behaupteten sich die Männer 60 des TC Schallstadt-Wolfenweiler das zweite Jahr in Folge, diesmal auf Tabellenplatz fünf.

Den Aufstieg der Frauen 30 vom TC Schönberg hatte im vergangenen Winter kaum jemand für möglich gehalten. Nach zwei Vizemeisterschaften in der Südwestliga diskutierten die Spielerinnen über einen Rückzug, da ein personeller Engpass drohte. Als aber Anica Wünsche von Leupoldt und Tanja Wetter aus den Aktivenmannschaften zusagten, ging ein Ruck durchs Team, Verletzungen blieben aus, sodass die Mannschaft ungeschlagen durch die Runde zog. Mannschaftssprecherin Anne Bongers-Gehlert erklärt das mit der Homogenität im Team: "Der Unterschied zwischen der Nummer eins und der Nummer sechs ist nicht so stark ausgeprägt wie in anderen Mannschaften."

"Wir waren locker, wir wollten Spaß haben und sind als Team toll zusammengewachsen", beschreibt Mannschaftssprecherin Daniela Mayer das Erfolgsrezept der Frauen 40 vom TC Mengen. Nach drei Zugängen aus Waldkirch bestand das Team aus zehn Spielerinnen, "quasi eine Fußballmannschaft", sagt Mayer, die darin einen großen Vorteil gegenüber anderen Teams sah: "Wenn bei uns mal eine Spielerin nicht konnte, weil es eine Goldene Hochzeit gab, sprang eine andere ein. Es gab keinen Druck." So gelang dem Aufsteiger der Südwestliga der Durchmarsch in die Regionalliga. Dafür bedarf es noch eines positiven Votums auf der Teamsitzung in der kommenden Woche. "Wir sind uns aber fast sicher, dass wir es wagen", sagt Mayer.

Die Frauen 50 des TC Mengen schrammten als Vizemeisterinnen der Südwestliga hinter dem punktgleichen Heidelberger TC nur aufgrund der um sechs Zähler schlechteren Matchpunktebilanz am Aufstieg vorbei. Als Tabellendritte der Südwestliga landeten die Männer 40 des TC Gundelfingen ebenso im gehobenen Tabellenmittelfeld wie die Männer 55 des SC Freiburg.

Lediglich die Männer 70 des TC Schönberg müssen einen Abstieg verkraften. Mit nur einem Punktgewinn aus einem 3:3-Unentschieden gegen den Mitabsteiger GW Neustadt geht es wohl aus der Südwestliga runter in die Badenliga. Den umgekehrten Weg treten die Frauen 30 der vor der Saison neu gegründeten TSG Freiburger TC/GW Kirchzarten an. Ungeschlagen sicherten sie sich den Titel in der Badenliga – und dürfen 2019 in der Südwestliga aufschlagen. "Was als Experiment mit vielen Unbekannten begann, endete für die Mannschaft mit Platz eins", bilanziert Teamsprecherin Annette Hevler die famose Spielzeit. Ein wichtiger Baustein des Erfolgs sei FTC-Trainerin Eva Birkle-Belbl gewesen. Sie hätte durch ihr engagiertes Training die Spielerinnen zusammengebracht und das Team auch spielerisch auf dem Platz unterstützt. So seien die ersten drei Partien überlegen gewonnen worden, was der Mannschaft viel Selbstvertrauen gab.

Ebenfalls Meister der Badenliga wurden die Frauen 60 des TC Mengen. Nur beim 3:3 gegen die TSG SF Eintracht Freiburg/TC Hochdorf gaben sie im Verlauf der Runde einen Zähler ab – auch sie treten damit in der kommenden Spielzeit in der zweithöchsten Klasse an.

Die gemeinsame Klammer für den flächendeckenden Erfolg ist für Daniela Mayer vom TC Mengen die Bereitschaft, sich wegen der sportlichen Perspektive zusammenzuschließen. "Es hat eine gewisse Konzentration auf bestimmte Klubs gegeben. Viele haben gemerkt, dass man in einer kleinen Gruppe bei einem kleinen Verein nicht so viel erreichen kann."