Kopernikus-Grundschüler starten digital ins neue Schuljahr

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Do, 13. September 2018

Freiburg

Die Füchse und die Eulen ziehen am Smartboard englische Vokabeln zum passenden Bild, sie forschen mit i-Pads zu Dinos und machen mit verkabelten Bananen Musik: Die Kopernikus-Grundschüler starten digital ins Schuljahr.

FREIBURG. Die Füchse und die Eulen ziehen am Smartboard englische Vokabeln zum passenden Bild, sie forschen mit i-Pads zu Dinos und machen mit verkabelten Bananen Musik: Die Kopernikus-Grundschüler starten digital ins Schuljahr. Die Privatschule mit 33 Kindern in Fuchs- und Eulenklasse meldet, sie habe sich als erste Grundschule in Freiburg mit Digitalisierung technisch sowie pädagogisch auseinandergesetzt und arbeite mit einem Gesamtkonzept. Das machen aber auch staatliche Grundschulen in der Stadt. Die kleine Privatschule ist jedoch besser ausgestattet – und schneller.

Die Kopernikus-Schule hat ein naturwissenschaftlich-technisches Profil und zum Schulstart Hard- und Lernsoftware angeschafft, nächste Woche soll ein Klassensatz Tablets die bereits vorhandenen drei i-Pads ergänzen. Die Schüler sollen auf die digitale Welt werden vorbereitet – wie sie Angebote nutzen und Beiträge gestalten, so Schulleiterin Gina Kropp. Die Lehrer setzen die Technik ergänzend ein, Tafeln gibt es auch noch für die beiden Familienklassen, in denen Erst- bis Viertklässler zusammen lernen.

Die Digitalisierung ist ein Riesenprojekt

"Wir sind nicht die erste Grundschule", erklärt Gina Kropp auf Nachfrage: Die Paul-Hindemith-Grundschule als Referenz-Grundschule im Stadtkreis arbeitet unterstützt vom Land seit drei Jahren exemplarisch an der Medienbildung. Sie habe noch keine Tablets, sagt Kropp: "Wir haben die Pädagogen, die Ausstattung und den Support." Die Schule gehört mit Concept Maternel zur Unternehmensgruppe RCW, die einen eigenen IT-Dienst hat. In staatlichen Schulen laufe die Digitalisierung langsamer, sagt die Kopernikus-Medienbeauftragte Julia Coppes. "Wir haben andere Möglichkeiten." Die Privatschule hat mehr Geld, weniger Klassen und startet die Umsetzung nach nur einem Jahr Vorlauf.

Der Bildungsplan des Landes sieht seit 2016 Medienbildung bereits in der Grundschule vor. Freiburgs öffentliche Grundschulen müssen ein umfassendes pädagogisches Konzept vorlegen, bevor die Stadt die Technik dazu liefert. Elf von insgesamt 30 haben laut Amt für Schule und Bildung ein Konzept, zwölf arbeiten daran. Noch keine ist so ausgerüstet, dass digitales Lernen immer und überall möglich ist, sagt Amtsleiter Hermann Maier. "Das ist unser Ziel." Aber selbstverständlich gebe es mobile Ausstattung wie Tabletwagen. Die Digitalisierung aller 70 städtischen Schulen ist ein Riesenprojekt. 17 Millionen Euro für 17 Schulen sind angemeldet – das kann die Stadt sich ohne Bund und Land nicht leisten.

Die Kopernikus-Schüler machen einen Medienführerschein, auch die Erstklässler, die Freitag kommen. Das Smartboard tauften sie "Kosmos" – "unser neuer Kollege", sagt Gina Kropp.